Mitschnitt aus dem Pult ist meist relativ einfach zu realisieren. Einige neue Digitalpulte brauchen hier nur einen USB-Stick und am Ende des Gigs holt man sich den beladenen Stick ab.
Mitschnitte der Summe direkt aus dem Pult sind meist umso besser, je größer der Gig bzw. die Location oder PA etc. ist und wenn möglichst viele Instrumente laut verstärkt werden.
Bei nem Stadion Gig hast du einen ziemlich ausgewogenen Mix, wenn Du direkt aus dem Pult raus gehst. Wenns ein Kneipen-Gig ist, wird die Snare nicht auf der Anlage sein, weil eh schon zu laut.
Dazu ist der linke Gitarrist auf der Bühne lauter als der rechte. Also wird wahrscheinlich der rechte Gitarrist auf der Aufnahme lauter sein als sein Kollege, da der Mann am Pult den Unterschied ausgleicht.
Weiter klingt das ganze meist relativ steril aus dem Pult heraus und das Publikum ist kaum wahrnehmbar.
Alternativ dazu kann man auch einfach ein oder mehrere (möglichst geeignete) Mikrofone an möglichst geeigneten Stellen positionieren und das Ganze in dieser Form aufnehmen. Dann klingt es aber meist relativ
indirekt, der Druck (insb. Bass & Bassdrum) wird meist nicht so gut eingefangen, wie er live in der Location wirklich "passiert".
Um die negativen Effekte der beiden Vorgehensweisen auszugleichen, macht es mitunter Sinn, sowohl direkt aus dem Pult als auch mittels aufgestellter Mikrofone den Sound einzufangen und somit 4 Spuren gleichzeitig aufzunehmen,
die später mit einer Software passend zusammengemischt werden. Es empfiehlt sich hier, die Mikrofon näher an die Bühne als an das Mischpult zu stellen. Oft stellt man diese neben die PA in Richtung Publikum, um das Publikum auf der Aufnahme zu haben.
Stelle ich die Mikrofone ans Mischpult und das Mischpult steht einige Meter von der Bühne entfernt, habe ich einen gewissen Laufzeitunterschied des Signals. Bedeutet: Auf der Aufnahme ist das Signal (z B ein Snareschlag) vom Pultsignal einen Tacken vor dem Signal zu hören, welches die Mikrofone einfangen. Das überlagert sich dann und klingt nicht wirklich gut. Man kann das zwar beim Mischen in einer Software ausgleichen, da braucht es dann aber etwas Know how und Erfahrung zu.
Ansonsten kann man eben auch "Multi-Track" aufnehmen. Entweder führt man zur Aufnahme bereits Signalgruppen zusammen (Drums = 2 Spuren, Bass = 1 Spur, Lead Vocal = 1 Spur, Backing Vocals = 1 Spur...oder ähnlich) oder man nimmt wirklich jeden Kanal einzeln auf und erstellt seinen Mix nachher in Ruhe im (Home-) Studio. Das birgt den größten Aufwand, erfordert die meiste Technik, kostet am meisten, benötigt sehr viel mehr Know how und führt c. p. zum besten Ergebnis. Es birgt natürlich auch das größte Fehlerpotential. Ich stelle bei Gelegenheit mal 5 Tracks zum Vergleich online.
a) Mitschnitt aus Mischpult bei großer Location (1000 Personen)
b) Mitschnitt aus Mischpult bei kleiner Location (100 Personen)
c) Mitschnitt über Mikrofon in kleiner Location (100 Personen)
d) Mehrspuraufnahme mit Signalgruppen
e) Mehrspuraufnahme mit 24 oder 48 Einzelkanälen