Insbesondere kleine lokale Presseunternehmen mit Auflagen <100.000 verlieren seit Jahren kontinuierlich an Absatz.
Die Lokalredaktionen werden personell in der Regel stark zusammengestrichen bzw. nicht mehr nachbesetzt, falls ein Redakteur den Laden verlässt.
Nach wie vor will jeder Kleintierzuchtverein jeden Pups den ein Kaninchen lässt in der Zeitung stehen haben und lesen.
Die Zeitung muss sich mit der Auswahl der Artikel am Zielpublikum orientieren. Das Zielpublikum von regionalen Tageszeitungen ist eben eher Ü50 und Kleintierzüchter als Ü30 und Hobby-Musiker und schon gar nicht U20.
Wenn jemand von diesen Zeitungen über Konzerte berichtet, dann geht das meist in die Hose, weil es oft freie Mitarbeiter mit nicht ausreichend großer Kompetenz sind, die hier verantwortlich zeichnen.
Ich habe die lokalen Tageszeitungen in "meiner" Region ziemlich abgeschrieben, auch weil ich diese Unternehmen relativ gut von innen kenne. Gute Artikel wurden von guten Redakteuren
mit guter Bezahlung mit viel Erfahrung vor einigen Jahren geschrieben. Heute kommt das kaum noch vor. Aber die Zeitungen verdienen auch nicht mehr das Geld, um gute Leute anzuziehen
und entsprechend gut zu bezahlen. Ist irgendwie leider ein Teufelskreis.
Mittlerweile schreiben wir an der Arbeit Pressemitteilungen mit sehr viel Aufwand selbst und geben auch direkt gutes Bildmaterial mit an die Tageszeitungen, weil trotz Einladung meist eh keiner
vor Ort bei einem Event erscheint. Am ärgerlichsten ist dann noch, dass der Artikel, den man mit 3 Leuten (zum Teil mit höchstem universitären Abschluss) gegengelesen hat, von einem freien Mitarbeiter
meist nochmal "überarbeitet" wird und sich dann am Ende schöne Fehler oder Typos im Text finden und vielleicht sogar noch ein altes Archivbild eines früheren Events des ehemaligen Praktikanten mit seiner
Hobby-Knipse verwendet wird.