Aus meiner Sicht braucht es grundsätzlich (auch hier) eine Rollenverteilung.
In vielen Stilrichtungen ist das richtige Timing wichtig und Timing-Schwankungen sind zu vermeiden. Das mag nicht für jeden Stil zutreffen und auch wenn im Pop-Rock-Bereich solche Schwankungen nicht die Regel sind, kann es natürlich einzelne Songs geben, wo Schwankungen als stilistische Mittel eingesetzt werden.
Ich kann mich gut mit dem sinngemäßen Zitat von Mitch Dorge (Crash Test Dummies Drummer) anfreunden: "Mein Job als Drummer ist es, mit dem richtigen Tempo in einen Song reinzugehen, die Band in dem Tempo durch den Song zu bringen und am Ende gemeinsam aus Song rauszukommen."
So interpretiere ich im Regelfall meine Rolle als Drummer. Jetzt ist die Wahrnehmung gerne unterschiedlich. Ich spiele auf den Punkt. Für den treibenden Bassisten bin ich Laid Back. Für den entspannten Gitarristen treibe ich. Und ein Song, der sich heute zu schnell anfühlt, kann sich bei gleichem Tempo morgen vollkommen korrekt anfühlen. Das gilt es meines Erachtens auch zu berücksichtigen. Und zumindest der letzte Punkt spricht für ein Spielen mit Klick; für alle.
Live hole ich in aller Regel die Band wieder zusammen, wenn etwas auseinander läuft. Wenn aber Lead Vocals, auf denen eben die primäre Aufmerksamkeit des Publikums liegt, daneben liegen, dann ziehe ich schon auch öfters den Rest der Band auf den Track der Lead Vocals, wenn es aus meiner Sicht der "geringere Schaden" ist. Da orientiere ich mich dann am Sänger oder der Sängerin, aber ich entscheide, dass ich den Rest der Band dorthin hole. Ich könnte ja auch versuchen den Sänger einzufangen.