Da ich eine neue Band habe die kaum einer kennt und fast alle anderen Bands qualitativ besser sind und bereits "Publikum ziehen" muss ich eben weniger Gage nehmen als die etablierten Bands. Und dann gibt es noch eine Band die noch weniger bekannt ist und die qualitativ noch schlechter ist und auch diese möchte gerne vor Publikum auftreten und nimmt - oh wunder - noch weniger oder gar kein Geld für ein Engagement.
Und während in der gutgebuchten etablierten Band der örtliche Trommelschullehrer spielt, der mit Musik seinen Lebensunterhalt verdient, spielt in der "halb-schlechten" Band einer seiner Schüler, der mit als "Mit-30ger" mit seinen Kumpels just for fun musiziert und in der "wir spielen für lau kapelle" spielt dann der 17jährige der wiederum ohne Rechnung bei dem "Mit-30ger" Unterricht nimmt.
Und ein wenig Verständnis für Veranstalter muss man irgendwo auch haben. Diese wollen auch (bestmöglich) von Ihrer Arbeit leben und vor allem ihr Risiko bezahlt bekommen. Ein Veranstalter der eine 100 Mann Crew anheuert und für gut fünfstellig ein Zelt anmietet geht ein nicht unerhebliches Risiko ein. Natürlich ist es bei einem "etablierten Event" ein eher kleineres Risiko, aber damit dieses Risiko kleiner geworden bzw. die Veranstaltung etabliert wurde, ist ein entsprechendes Risiko in der Vergangenheit eingegangen worden.
Man möge mir einfach mal glauben, dass an einem Event deutlich mehr Kostenarten und Kostenvolumen dranhängen, als einem Besucher oder Musiker erst einmal bewusst ist. Ich habe (bitte nicht unter dem großkotzmodus verbuchen) Live-Auftritte von Bands aus fast jeder denkbaren Perspektive mitgemacht. Als Trommler, als Techniker, als Organisator, für einen Festzeltbetreiber, für eine Universität, für einen Weltkonzern oder auch als Gläserwäscher während der Hauptstoßzeit an der beliebtesten Zapfstelle). Es gibt durchaus gut gehende und etablierte Veranstaltungen, die nur deshalb eine schwarze Null unter dem Strich haben weil einige Personen freiwillig anpacken und ohne Entlohnung mitarbeiten. Und ich finde nichts verwerfliches dabei, wenn jemand mit seiner Veranstaltung einen Profit erzielen möchte. Gerade aus diesem Grund stehen "Corporate Events" ja in dem Ruf, für die Beteiligten Techniker und Musiker lukrativ zu sein (auch wenn das stark nachlässt). Hier zählt unter dem Strich nämlich der gute Eindruck vermittelt durch die gute Gesamtqualität des Event und nicht nur der finanzielle Teil des Events. Eine gute Gesamtqualität eines Events wird sicherlich durch gute Musiker transportiert, aber die sind bei weitem nicht der einzige Faktor und nicht jeder gute Musiker ist teuer.
Unterm Strich muss jeder wissen wie teuer er sich verkauft und es dann tun oder lassen.