Ich hab nicht alles gelesen, aber mir stellt sich dei Frage, warum nimmt ein Musiklehrer nicht immer so viel wie Leute zahlen?
Das ist doch überall so. Wenn Metallica 70€ für ne Karte nehmen kann, und es genug Leute gibt, die das bezahlen, ist das doch okay.
Also ich meine das schönste Rechenexempel hilft doch nicht, weil darin niemals die Marktsituation berücksichtigt ist, oder?
Metallica kann ich mir live ansehen oder es lassen. Wenn mir ein Schlagzeuglehrer zu teuer ist, gehe ich zum nächsten.
In beide Richtungen natürlich:
Wenn ich 40 Euro die Stunde nehme, und jetzt hab ich aber eben mein "kaufmännisches Handwerkszeug", wie es hier genannt wird, bekommen, und stelle fest, ich bruache aber 45 Euro. Aber sobald ich auf 45 Euro erhöhe laufen mir die Schüler weg. Dann bin ich doch nicht besser dran, nur weil ich jetzt das ganze durchgerechnet habe, oder?
Natürlich bin ich nicht besser dran. Aber es macht Sinn sich durchzurechnen, was man an finanziellen Eingängen benötigt, um nach allen Abzügen und Ausgaben leben zu können. Und die Zahlungsbereitschaft der Kunden dem gegenüber zu stellen. BMW entwickelt ja auch kein Auto, dass 2000 € kostet und genauso keins das 100 Mio. Euro kostet.
Andererseits, wenn ich 70 Euro die Stunde nehme, weil ich den Leuten eben gut klar machen kann, dass meine mega krassen Fertigkeiten diesen Preis mehr als nur rechtfertigen (nichts andere tut man wenn man Werbung macht, egal ob Praktiker, Saturn, oder sonst wer), und die Leute mir abnehmen, sie würden ein gutes Geschäft machen, und es gibt tatsächlich Leute, die das bezahlen, dann senke ich mein Honorar doch nicht, bloß weil das kaufmännische Handwerkszeug mir sagt, dass ich aber eigentlich mit 40 Euro auskommen würde, oder?
Werbung ist btw. deutlich mehr...
Sollte man als jemand, der was verkauft nicht immer genau so viel für seine Dienstleistung oder sein Produkt nehmen, wie die Leute zu zahlen bereit sind?
Tankstellen könenn das doch auch, warum sollten Musiklehrer das nicht auch können?
Wenn mein Tank leer ist muss ich tanken, weil ich sonst morgen nicht an die Arbeit komme oder in den Urlaub. Gut ich könnte auf ÖPNV umsteigen, aber das tut mir weh, weil ich dann jeden morgen 2 Stunden früher aufstehen muss. Und außerdem bin ich dann in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt. Wenn ich keinen Schlagzeugunterricht nehme geht die Welt nicht unter. Oder wenn ich einen Lehrer nehme, der weniger bekommt.
Und wenn manche Leute sich dann keinen Untericht leisten können, dann muss halt der Staat entscheiden, ob Musikuntericht subventionierenswert ist (ist er auf jeden Fall eher als Milch und Landwirtschaft...und da sind auch Milliarden für übrig) oder eben nicht. Und wenn zu wenige bereit sind den Preis zu zahlen, muss man halt runter.
AUA. Sag das mal Leuten, die sich mühen ihre Kinder satt zu bekommen...
Also wie gesagt ich habe absolut keine Ahnung von der Materie, aber ich mach das zb bei meinen Nachhilfeschülern so. Solange ich mehr anfragen als Termine habe, erhöhe ich die Preise.
Mach das. Verbietet Dir ja keiner. Aber deswegen ist Dein Ansatz noch lange nicht transferierbar...