Ich sag mal ketzerisch, wer in einen solchen Job einsteigt sollte wissen was er tut und was ihn erwartet. Fachgespräche mit Kunden die neben den 5000 € für das neue Set mal noch 200 € Trinkgeld für die gute Beratung zustecken dürften nicht ganz die Regel sein.
Ich verstehe allerdings auch insbesondere die größeren Läden nicht. Wieso werden bei den ganzen Neu- und Umbauten in Ibbenbüren, Treppendorf, Köln etc. nicht auch mal "Drum-Test-Kabinen" gebaut, wie sie für Saitenquäler längst selbst in den kleinsten Läden auf dem Land usus sind? Natürlich kostet das Platz, aber niemand erwartet 100 Sets nebeneinander spielen zu dürfen.
Ich habe also drei Kabinen: Eine Kabine mit 2-3 Einsteiger-Kits, eine Kabine mit 1-2 Mid-Class-Sets und eine Kabine in welche der freundliche Kundenberater nach vorheriger telefonischer Anmeldung 2-3 Sets für einen intensiven Vergleich aufstellen kann. Die 100 Kiddies (die sowieso keinerlei Kaufabsicht hegen) dürfen gerne nacheinander in die Einsteiger-Kiste und stören dort weder Personal noch andere Kundschaft. In die Midclass-Kabine würde ich schon nicht jeden rein lassen. Und die Kunden, die es schaffen sich derart zu artikulieren, dass man ihnen eine gewisse Kaufabsicht unterstellen könnte, lassen sich eben zwei Nobelhobel in der dritten Kabine aufbauen und können in aller Ruhe testen.
Läden, die sowieso nur 2-5 Sets zeitgleich im Laden haben, können sich solche baulichen Maßnahmen nicht leisten. Aber wieso grade die großen Häuser für den zahlungswilligen Kunden kaum bis keine Anstrengungen unternehmen und sich dem Ansturm der lärmenden Kids ohne Gegenwehr ausliefern erschließt sich mir nicht einmal im Ansatz.
Eventuell wollen die "Großen" aber auch den zahlungskräftigen und kaufwilligen Kunden gar nicht, sondern verkaufen lieber ihre in Fernost gefertigten Eigenmarken. Mal sehen bei wievielen und welchen Läden ein solches "Aldi-Konzept" auf Dauer aufgeht...