Umgekehrt gefragt, ist ein Künstler der sich nur auf kleineren Bühnen u.a. rumtreibt, musikalisch künstlerisch schlechter, nur weil er evtl. weniger in Vermarktung oder auf Vermarktung gesetzt, oder sich sonstigen "Geiselungen" aussestzt, bzw. sich aussetzen muss, und einfach nur dadurch Unbekannter ist.
Das hab ich nicht gesagt. Ich hab nur infrage gestellt, wer das Recht/die Kompetenz/was auch immer hat sich anzumaßen, was "zuviel" Vermarktung ist und was "sich geiseln lassen" ist. Denn:
Und die Bands bzw. Artists, die da mitmachen, kann ich im Grunde auch verstehen. Wenn ich die Wahl hab an nem Abend bei mehr oder weniger gleichen Bedingungen einen Gig für 100€ zu spielen oder einen für 1000€ dann nehm ich auch zweiteren.
Das sollte sich mal jeder überlegen, ob er es nicht auch so machen würde. Das kommt ja bei vielen nicht von heute auf morgen, sondern kontinuierlich, und ist das Resultat aus (harter) Arbeit. Christian Streich, der ehemalige Trainer des SC Freiburg, hat das im Fußballkontext mal sehr treffend gesagt, als er zu den überirdischen Gehältern von Profi-Fußballern gefragt wurde. Es gibt dazu ein Video von einer Pressekonferenz, aber sinngemäß: "Du spielst gut, du trainierst, du spielst besser. Du bekommst mehr Geld dafür. Irgendwann hast du mehr Geld, als du selber brauchst. Du kennst jemanden, der vielleicht schwer krank ist und dem du helfen könntest, wenn du genug Geld hättest..." Ehrlich gesagt würden sich viele wohl eher einen Luxus leisten in Form von Häusern, Reisen etc. anstatt jedem über 3 Ecken Bekannten ne Therapie zu zahlen - aber alles schafft wieder Verbindlichkeiten. Es gibt genug Promis, die haben sich verzockt mit ihren Millionen und haben heute nichts mehr.
Aber ganz ehrlich, wer von uns würde bei der ersten Chance auf ein Stadionkonzert mit seiner Band sagen: "Ne, ich will vernünftig bleiben, schau mal, ob wir an dem Termin auch nen kleinen Club bespielen können." Und auch nicht beim 2. oder 13. Stadionkonzert.
Alles anzeigenMir persönlich fallen jetzt auf anhieb in der schnelle wirklich auch keine sog. Mega Stars ein, die ich jetzt unbendingt sehen wollte, die ein Mega Drumherum bräuchten. Ich sehe bedeutend mehr Vorteile und habe mehr Freude an kleineren Veranstaltungen
vielleicht mal anders rum betrachtet und gefragt , auf was alles muss ich bei einem Mega Event als Besucher in der Regel auf Alles verzichten.
bzw. mit welchen Nachteilen Unannehmlichkeiten wird man da in der Regel konfrontiert.
Imho: tut mir leid ich würde es s gerne begreifen wollen, was das Mehr an so einer Megaveranstaltung ist.
Was ist der Hauptgrund Beweggrund bzw. sind Gründe zu einem Musikkonzert zu gehen.Und Was wird dem Künstler selbst wohl auch, eher zusagen.
Und da ist jetzt die subjektive Frage: Was möchte ich eigentlich? Ist mir das Ticket zu teuer und ich denke dann, mit 40 Tänzern weniger, ohne den Catwalk und ohne Video Screen wäre das Ticket für mich günstiger? Wer sagt eigentlich, dass es sich bei Taylor Swift um ein "Konzert" handelt? Die Presse schrieb neulich irgendwo vom "Musicalcharakter". Wieder: Wo sind die Grenzen?
Braucht es die fantastischen Bühnenaufbauten bei Nature One oder Tomorrowland? Da sagt mein subjektives Ich wiederum: "Da ist doch nur ein DJ, der Platten abspielt. Warum diese Show?"
Versteht mich nicht falsch. Ich weiß "kleine Konzerte" sehr zu schätzen. Was man z. B. bei Larkin Poe für 50€ in knapp 2 Stunden geboten bekommt, ist unglaublich. Die brauchen keine Videoleinwand und Special Effects, das knallt von Minute 1 bis zum Ende. Ich finde aber, dass sich bei diesem Thema so viel angemaßt wird und emotional betrachtet wird.
bei festivals hat eine band wenig einfluss auf den ticketpreis, denke ich, die bekommen gage vom veranstalter, der macht den preis. der bestimmt die standgebühren usw.
mein letzter festivalbesuch war rock am ring mit metallica und ratm, jan delay, fettes brot, kid rock, motorhead....usw. hab mit campingplatz ca. 200euro bezahlt. ich musste feststellen, das das aber nicht mehr meine welt ist. mit rockfestival hatte das, ausser der musik, nicht mehr viel zu tun. das festivalgelände gleichte eher einem jahrmarkt. ein discozelt gab es auch. jeder handgriff kostete geld.
ich glaube meine generation war mit dem wesentlichen zufrieden. wir wollten konzert kucken, dann auf dem campingplatz lagerfeuer, schwenker, und paar bierchen (
), musik aus dem auto. nachkommende generationen müssen, meiner meinung, immer und pausenlos bespasst werden, damit das fest ein erfolg wird. hinzu kommt gesehen und gesehen werden! es ist ja hipp sich auf wacken die karten zu legen.
Daran sieht man aber ja vielleicht auch - nur eine These - dass "wir einfachen Konzertgänger" uns das doch nicht mehr bieten lassen. Die stellen Discozelte auf und lassen bisweilen Hip Hopper bei "Rock am Ring" auftreten, weil sie die Masse an Besuchern sonst nicht mehr halten können.