Um auf den ersten Satz zurück zu kommen: Früher hat man einfach genommen, was man kriegen konnte, losgelegt und Erfahrungen gesammelt. Da es jetzt Material in jedem Preisbereich gibt, ist es für jeden leichter geworden, an Kram zu kommen, um einfach loszulegen. Und wer sich bei mies klingenden Becken oder einer wackeligen Fußmaschine nicht auf Lösungssuche begibt und stattdessen die Lust verliert, dem stehen doch noch so viele tolle Hobbies offen.
Das halte ich noch für hervorhebenswert.
Zwei Beispiele die mir dazu einfallen, wären einerseits bildet sich dadurch ja auch das Bewusstsein aus was einem beim Spielen wichtig ist. Wäre ich nie auf einem wackeligen Hocker gesessen und mir gedacht "irgendwie funktioniiert das mit der Double Bass gar nicht so gut", wäre mir vermutlich auch nie bewusst geworden, wie wichtig ein stabiler Hocker für mich eigentlich ist. Oder nachdem ich schon bei mehreren günstigen Galgenbeckenständern, deren Vernietungen die teilweise Geräusche bzw ein Kippeln verursacht haben und mich das tierisch genervt haben, mechanisch Hand angelegt habe und die Nieten zB durch Schrauben und Muttern ersetzt habe, weiß ich was mich stört und worauf ich bei neuen oder gebrauchten Produkten achten muss.
Das zweite was mir dazu noch einfällt ist, man kann wenn man sich mit schrottigen Equipment beschäftigt hat besser damit umgehen wenn sowas in einer unkontrollierten Live Situation vorkommt (sofern man Live spielen möchte). Kippelt der Hocker doch, rufe ich mir zB in Erinnerung wie ich damals damit umging um trotzdem liefern zu können. Oder gerade im Live Betrieb ich schnell auf Sachen reagieren kann, weil ich oft nicht mit der Fehlersuche beginnen muss, sondern weiß was welches Verhalten auslöst.
Kurzum es schadet sicher nicht mit sich seinem Equipment zu beschäftigen, egal ob billig und minder qualitativ, oder teuer und alles perfekt. Allerdings kann man im ersteren Fall lernen besser damit umzugehen sofern man doch mal damit zu tun hat.
lg