Wir haben das H4n früher häufig genutzt, um unsere Proben und Konzerte aufzunehmen. Die Ergebnisse waren allesamt gut genug, um Rückschlüsse über unsere musikalischen Baustellen zu gewinnen (klarer, differenzierter Sound), aber keine hätte ich als offizielle Aufnahme irgendwem zum Anhören geben wollen. Das ist einfach ein bauartbedingtes Problem. Generell ist eine Stereoaufnahme aus Publikumsperspektive suboptimal, da man einerseits die Kneipenatmosphäre im Vergleich zur Musik immer viel zu laut wahrnimmt. Andererseits sind die Pegel, die eine Band live homogen klingen lassen, nicht unbedingt die gleichen, die eine Aufnahme braucht, um ein ausgewogenes Klangbild zu zeichnen.
Bei akustischen Bands, z.B. kleine Jazzformationen, oder auch bei Bigbands, funktioniert das besser. Für ne vorzeigbare Aufnahme einer Rockband kann man solche Geräte m.E. nicht brauchen. Wenn überhaupt, mag es in einem gut klingenden, nicht zu kleinen Raum funktionieren, wenn man Recorder und Instrumente frei positionieren kann, bis die Pegel und das Stereobild wirklich ausgewogen sind. Solche Räume haben aber die wenigsten Bands, dazu müsste man vermutlich in den Aufnahmeraum eines Studios gehen. Und dann kann man es auch gleich richtig machen.
Mag sein, dass es Leute gibt, die sich mehr damit befasst haben und detaillierter Möglichkeiten aufzeigen können. Wir haben uns bald von diesem Gedanken verabschiedet, hatten allerdings auch nie die Erwartung, professionell klingende Aufnahmen damit machen zu wollen.