Beiträge von trommla

    Lexikon75

    Ehe ihr jetzt komplett wegen meiner Aussage hohl dreht, es ist einfach komplett falsch, "Swing" und "Jazz" als zwei unterschiedliche Spielstile zu bezeichnen. Jazz ist ein Oberbegriff für ganz verschiedene Stile, von denen sich einer Swing nennt und vor allem in den 30er und 40er Jahren durch populäre Bigbands beliebt und verbreitet war. Als "Erfinder" des heute so geläufigen Ridepatterns gilt dabei Kenny Clarke. Zu behaupten, Swing(feeling) sei schwer, Jazz noch schwerer zu beherrschen, entspricht in etwa der Behauptung, Äpfel seien gesund, Obst noch viel mehr.

    Ich glaube nicht, dass hierbei in der Musikwissenschaft große Differenzen bestehen.


    drumrumköln

    Ich würde dich bitten, diese dauernden Provokationen zu unterlassen. Es wird von mir keine Videos geben, die dem Zweck dienen, mir öffentlich deine Erlaubnis zu holen, mich über Jazz äußern zu dürfen. Ich selbst spiele seit vielen Jahren Jazz in diversen Varianten, ob nun Quartett oder Bigband, Swing, Balkanjazz oder Latin. Insofern weiß ich halbwegs, wovon ich rede. Und zu schreiben versuche ich nur über Dinge, bei denen ich glaube, etwas davon zu verstehen. Wenn ich mich irre, lasse ich mich dabei gerne eines besseren belehren, also gerne her mit deinem herausragenden Fachwissen. Nur Polemik hilft hingegen keinem weiter.

    ist mir geläufig, dass Swing schon eine besondere ternäre Spielart ist. Z.T. wird ein Swing-Feel ja auch mit Punktierungen angedeutet.

    Mitnichten ;)

    Klassischerweise wird eine Swingnummer gerade notiert, nur im Kopf steht der Hinweis, das zwei notierte Achtel (Achtung!) triolisch zu spielen sind. Wo dann genau das Feel herkommt, bildet sich in den Noten überhaupt nicht ab. Das trifft auf Swingnummern ebenso zu wie auf viele andere Jazzstandards, die nicht aus der Swingära stammen. Deshalb macht es imho wenig Sinn, über die exakte Positionierung der Einzelschläge zu philosophieren, zumal das auch Jazzdrummer nicht einheitlich interpretieren. Als Beispiel das typische Elvin-Jones-Ridepattern, das nicht die 2 und 4 betont, sondern die 2 e  sowie 4 e.

    Und wie ja schon beschrieben, verlagert sich der Flow geschwindigkeitsabhängig, je schnelle eine Nummer ist.

    dass Swing deutlich mehr Ternär als Binär ist

    Endlich sagt's mal wer ;)



    Den Unterschied zwischen Profi und Amateur sehe ich letztendlich im wirtschaftlichen Zwang, davon leben zu müssen. Eine professionelle Einstellung hat m.E. derjenige, der ausreichend musikalisches Verständnis besitzt, den Gesamtklang unabhängig vom eigenen Instrument zu beurteilen und das im Zusammenwirken beste Ergebnis erzielen zu wollen. Das kann ein Freizeitmusiker ebenso sein wie ein Profi, auch wenn die technischen Fertigkeiten des Profis vermutlich höher sind. Klar, der macht ja auch nix anderes.

    Wenn es aufgrund unterschiedlicher Wahrnehmungen keine Einigung gibt, muss man halt einen Modus Vivendi finden, den alle akzeptieren. Der kann dann z.B. besagen, dass der jeweilige Instrumentalist das letzte Wort hat. Oder der Dirigent/Bandleader entscheidet im Zweifelsfall. Bei ZZ Top galt vielleicht das Wort des Bandmitglieds mit dem längsten Bart, wer weiß das schon.

    Wenn Einzelmusiker oder gar die Mehrheit der Band ohne Rücksicht auf Verluste auf ihrem Standpunkt beharren (aka "als Hobbyist lasse ich mir von niemandem reinreden"), bin zumindest ich sehr schnell raus aus solchen Projekten.


    Ich habe glücklicherweise eine solche Situation, wie du sie beschreibst, noch nie erlebt, sondern lag mit meinen "Angeboten" i.d.R. wenigstens so gut, dass eventuelle Änderungswünsche nicht zu Grundsatzfragen ausarteten. In deinem Fall würde ich versuchen , die Gründe offen zu benennen, die faktisch gegen eine geäußerte Forderung sprechen. Die meisten Mitmusiker ab einem gewissen Niveau sind ja auch keine Vollidioten, sondern können sich in deine Denkweise und deinen Erfahrungsschatz reinversetzen und verstehen, weshalb es auch am Schlagzeug gewisse Notwendigkeiten geben kann.

    Aber das kennen offenkundig viel zu wenige..

    Hast du denn schon auf einem gespielt? Du lobst Vollholzsets regelmäßig in den Schlagzeuger-Himmel, nur habe ich bei dir immer eher den Eindruck, dass du derlei nur aus dem Netz kennst. Du könntest ebenso behaupten, Paul Bocuse hätte die beste französische Zwiebelsuppe gemacht, weil du es mal irgendwann irgendwo gelesen hast. Aber kannst du das Aroma beschreiben, ohne sie je selbst gegessen zu haben? (Anm. d Red.: ob P. Bocuse jemals eine franz. Zwiebelsuppe kochte, war zu Redaktionsschluss leider nicht bekannt)


    Nicko McBrain scheint ein so tiefenentspannter Mensch zu sein, dem ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig egal, welches Set man ihm hinstellt. Hauptsache, er und die jeweilige Company bleiben im Gespräch. Zumal er im Grunde genommen seit Jahrzehnten exakt das gleiche Set spielt, ob nun von Sonor, Premier oder British Drum Co. Lediglich das Artwork unterscheidet sich, wobei auch hierbei manche Unterschiede frappierend gering sind.

    Ich finde die Fragestellung im Grunde ziemlich überflüssig. Da solche Dinge immer Geschmacksfrage sind, gibt es kein Richtig oder Falsch. Man kann sachlich argumentieren, dass man in vergleichbaren Szenarien die Erfahrung gemacht hat, mit größeren Becken das aus Zuhörersicht stimmigere Gesamtergebnis erreichen zu können. Ob man sich damit dann durchsetzt, ist imho insbesondere bei Aushilfsengagements völlig irrelevant, da weder das Publikum noch die Band den Drummer danach beurteilt, ob ein Becken zu leise oder zu dominant war. Am Ende zählt, dass es in der knappen Probenzeit nicht zu ermüdenden Diskussionen kommt, in der man eigentlich effizient am Programm arbeiten wollte. Ich habe z.B. überhaupt keine Lust, mit Musikern zu spielen, denen ihr Ego in solchen Dingen im Weg steht. Wer zahlt, schafft sowieso an, und in festen Bands sollten alle mit den gemeinsam getroffenen Entscheidungen einigermaßen zufrieden sein. Wer da als Drummer wegen des "falschen" Beckens wie ein trotziges Kind mit dem Bein auf den Boden stampft, hat was nicht begriffen.


    In einer meiner Bands spielt ein professioneller Saxofonist/Flötist/Klarinettist (auch Bandleader!), dem die Band trotzdem auch mal vorschlagen kann, ein anderes als das gerade von ihm gewählte Instrument zu spielen. Meist werden alle Optionen kurz angespielt und dann gemeinsam entschieden. Meinen Job als Drummer sehe ich darin, Angebote zu machen, die für mich funktionieren, wenn aber die Band mehrheitlich der Ansicht ist, dass was anderes besser passt, richte ich mich danach, ob nun Aushilfsjob oder feste Verpflichtung. Erklärungen wie "der von euch gewünschte Groove entspricht überhaupt nicht meinem Naturell" (O-Ton eines "professionellen" Percussionisten) finde ich armselig, und sie dienen wohl mehr dem Kaschieren eigener spielerischer Unzulänglichkeiten. Wenn ich etwas tatsächlich nicht spielen KANN, was durchaus vorkommt, dann sage ich das genau so, denn niemand kann alles können. Ansonsten halte ich wirklich KEINEN Instrumentalpart für so wichtig, dass der jeweilige Instrumentalist darauf bestehen sollte, alles exakt nach seinem Gusto spielen zu müssen. Außer vielleicht, man hat es mit einem weltberühmten Solisten zu tun ;)

    Finds jetzt auch net soooo schlimm. In dem Werbefilm sieht man im Prinzip Masters und Reference. Unterschiedliche Holzoptionen innerhalb der Hauptserien hat man doch beispielsweise bei Sonor auch, man kann beim SQ2 zwischen Sorte, Dicke und mit/ohne Re-Rings wählen. Nur gibt Pörl halt jedem Kind nen eigenen, etwas sperrigen Namen. Ein bisschen wie bei den Wollnys.


    Die L-Rods waren überfällig und scheinen sehr praxistauglich. Da könnte man beim nächsten Kauf tatsächlich mal über nen Japaner nachdenken.

    Ich genieße es, von dir immer wieder tolle Beispiele zu bekommen, wie nicht alleine vordergründige Virtuosität und viele Noten gutes Drumming auszeichnen, sondern einfache und effektive Grooves mit einer Prise Sternenstaub. Leider erkennen es viele Drummer erst sehr spät, wie anspruchsvoll solche Nummern sind. Um so zu grooven, kann man schon mal ein halbes Drummerleben brauchen ;)

    Meine große Tama Bass Drum hat Dir in der Fußgängerzone von Kempten akustisch ja ebenfalls gefallen.

    Weißt Du noch?

    Na klar. Hatte zwar nicht mehr auf dem Schirm, dass das ne Tama war. Der Sound war auf jeden Fall ganz groß :thumbup:

    hatte ich auch was gegen Tama. Ich hätte damals einfach kein gutes Gefühl zu deren Produkten gehabt. Schlicht und ergreifend, weil mich der Name viel zu sehr an "Hama" erinnerte und ich noch nie auch nur ein Produkt von denen hatte, das irgendwas taugt

    Dann verstehst du, was ich meine. Ich kann's ja auch nicht erklären. Wo die Liebe eben hinfällt, und hätte ich ein ähnliches Erweckungserlebnis gehabt wie du, hätte ich inzwischen wohl ... trotzdem kein Tama Star in Supermegageil-Finish. Der Preis ist mir einfach zu hoch für das, was ich für Drums gerne ausgeben möchte. Zudem verabscheue ich Luxusartikel egal welcher Art.

    Meine 3 Sets kosteten zusammen weniger als dieses eine ;)

    Aber genug davon, hier geht's ja um DEIN Set, an dem DU dir ein Loch in den Bauch freuen kannst, und um nix sonst.


    Hehehe, das gleiche Problem hab ich mit „Mapex“

    Haha, ich ganz nebenbei auch, bei mir liegts allerdings primär an dem ultrahässlichen "neuen" Mapexlogo. Das frühere war auch nicht besonders schön, eher neutral, aber das aktuelle erinnert mich immer an ne Faust mit Schlagring, die gerade im Begriff ist, mir in die Fresse zu hauen. Jaja, ich weiß, ich bin jeck.

    Wieso genau magst du denn Tama nicht?

    Kann ich dir tatsächlich gar nicht genau sagen. Am ehesten aus Imagegründen. Es scheint, dass ich Dinge nicht mag, die eine große Anhängerschaft haben.

    In den letzten Jahren war Tama immer sehr angesagt -> gibt mir nix

    Evans -> gibt mir nix

    Paiste -> gibt mir nix

    DW -> gibt mir nix

    Apple -> gibt mir nix


    Ich glaub, ich hab da einfach nen Knall und meide Dinge, die zu sehr Mainstream sind. Objektiv baut Tama klasse Drum, die toll klingen, und die Hardware nutze ich ja auch, fast exklusiv sogar. Manche Snares hatte ich auch schon auf dem Radar, um sie vielleicht mal zu erwerben. Nur Drumsets sind irgendwie nicht meins. Irgendwie zu wuchtig, und dann immer diese Gussreifen.


    Letztendlich haben wir ja alle irgendwelche Vorlieben und Abneigungen, die sich sachlich nicht wirklich fassen lassen.

    Quinten sind wahrscheinlich auch für Intervalle zwischen Toms "am harmonischsten"

    Ich interpretierte deine Aussage als Intervall zwischen 2 benachbarten Toms, deshalb wohl ein Missverständnis.

    Ich habe das zwar bereits alles schon geschrieben, aber für dich gerne noch mal

    Hab Geduld, n alter Mann braucht gelegentlich etwas länger ;)

    Beispiel mit Quinten pro vier Zoll Differenz: 10er auf D3, 12er auf B2, 14er auf G2, 16er auf E2

    Hättest nur schreiben brauchen, dass deine Toms als Emoll7 gestimmt sind, dann hätte ich es sofort verstanden :D

    trommeltom

    Du hast mir die Steilvorlage gegeben, jetzt muss ich doch noch was dazu sagen. Ich wollte ja eben zum Ausdruck bringen, dass ICH mehr auf B20 stehe. MICH sprechen auch 2002 und Giant Beat nicht wirklich an, obwohl das durchaus gute Becken sind und du auf deinen richtig gut klingst. Aber insgesamt gibt es halt DEUTLICH mehr B8-Becken, die ganz ok oder sogar eher bescheiden klingen, als solche (hochpreisigen!), die es mit guten Türken aufnehmen können. Günstige B8-Becken klingen selten gut, bei günstigen B20-Serien kann man durchaus tolle Sounds bekommen.

    Oder auch: günstige B20 haben oft ne hohe Serienstreuung, günstige B8 klingen konstant schlecht ;)


    Aber natürlich sind solche Festlegungen immer abhängig vom Musikgenre, und wer "dynamisch" nur im Sinne von "laut" spielt, kann mit günstigen B8-Blechen wohl eher was anfangen als ein Jazzer.

    Vielleicht klingt dein Standtom ja tatsächlich irgendwie "schief" und der Sänger bezieht das halt fälschlicherweise auf seinen Gesang

    Gut, wenn man als Drummer ein geschultes Gehör hat und die Dissonanzen bemerkt, noch ehe die "Diven" der Band was mitbekommen. :D

    Quinten sind wahrscheinlich auch für Intervalle zwischen Toms "am harmonischsten". So hat das auf mich jedenfalls den Anschein.

    Du sprichst wahrscheinlich von einer 1up1down-Konfiguration? Da klappt ne Quinte gut. Sobald du mehrere Toms spielst, geht das Konzept nicht mehr auf, weil du zwischen Tom 1 und 3 ne None hättest, das klingt seeehr merkwürdig.


    Gleiche Intervalle zwischen ALLEN Toms müssen aber auch gar nicht sein. Wenn ich meine Toms mit Drum Dial auf gleiche Spannung bringe, kommt klanglich irgendwas zwischen Terzen und Quarten raus, und mit Finetuning by Ear bringe ich die Toms dann in eine Reihe, die am ehesten einem Dur- oder Mollakkord entspricht. Je akkurater die "Töne" dabei sind, umso schwerer finde ich es allerdings, unterschiedliche Tonarten zu bedienen, ohne dass es schief klingt. Insofern gehöre ich nicht zur denen, die sich arg für absolute Tonhöhen interessieren. Die Reihe der Toms muss sich halt gut ergänzen, ohne zur Band schief zu klingen.

    also 1. hätte ich so einen Vertrag, aus dem man nicht so leicht rauskommt bzw erst nach einem Jahr (!) garnicht unterschrieben. Das hat ja irgendwie schon was von einem Mobilfunkanbieter.

    Bei Musikschulen nicht unüblich, denn man will und muss ja selbst längerfristig planen (Stundenpläne, Raumbelegung, Finanzen sowieso). Als freier Instrumentallehrer ohne extra Unterrichtsräume kann und sollte man das gerne flexibler handhaben.