Aber fragen wir erst mal andersrum: Wer groovt denn auffällig für dich (damit man weiß, wovon du sprichst)?
KÖNNEN tun die drei genannten es mit Sicherheit, wenn sie müssen. Nach meiner Definition ist ein Groovedrummer halt das Gegenteil vom Frickeldrummer. Jemand, der den Groove ohne Schnörkel und Eskapaden auch mal minutenlang durchzimmert, ohne dass ihm und dem Zuhörer fad wird. Ob du jetzt die alten Motowndrummer wie Zigaboo nimmst oder Frank Beard mit seinen grandiosen Texas Shuffles, ist gar nicht so wichtig. Auch Chad Smith, der in Montreal auf dem Drum Festival einfach mal kommentarlos 5 Minuten ohne Wenn und Aber stoisch nen Groove nagelt, während andere wild solieren.
weil das, was und vor allem wie man es auf der Snare macht imho in der Regel für den Groove etwas wichtiger ist, als was man auf der HH macht. Nur so ein Gedanke ...
Seh ich komplett anders. Was nen Groove ausmacht, ist der gleichmäßige Flow, der ohne Holpern läuft und läuft und läuft. Die Leitplanke für den Groove ist m.E. die unbeirrbare Führhand, während die andere Hand je nach gewünschtem Ausdruck unterstütz (Backbeat) oder kontrastiert (Synkopen). Beides verzeiht gleichermaßen minimale Irritationen der Time eher, als wenn die Führhand zu stolpern beginnt. Wobei man die Führhand nicht von der Bassdrum loslösen sollte, denn von unten kommt ganz wesentlich der Puls.
Wie machen Kinder es? Die sind immer ein guter Indikator, was wirklich natürlich ist. Wenn ein Kind zum ersten Mal an einem Schlagzeug sitzt - wohin schlägt es intuitiv mit welcher Hand?
Bin mir nicht sicher, ob man das so pauschal postulieren kann. Nicht immer ist das, was intuitiv geschieht, auch am effektivsten. Dazu fällt mir immer ein Freund ein, der lange Zeit aktiver Kendoka war, ich glaube zweiter oder dritter Dan. Er hat mir mal erklärt, dass die meisten Anfänger intuitiv ihr Schwert mit der starken Hand greifen und mit der schwächeren führen wollen. Der Kendoka lernt aber, es genau umgekehrt zu tun, da die "starke" Hand vor allem feinmotorisch überlegen ist (Zielgenauigkeit), wohingegen die schwache Hand durchaus die erforderliche Kraft für den Schlag aufbringen kann (Impuls).
Übertragen aufs Drumming muss m.E. die Führhand dynamisch viel facettenreicher agieren als die "sekundäre" Hand auf der Snare, die im Grunde mit zwei Dynamikstufen innerhalb eines Beats gut bedient ist. Laut für alle Akzente, leise für dazwischen liegende Ghostnotes. Natürlich bedarf es etwas Übung, die Ghosts auch wirklich leise, fast unhörbar, zu spielen. Und selbstverständlich sollte man den jeweiligen Groove in unterschiedlichen Dynamikabstufungen spielen können. Vielen Freizeitdrummern fällt es schwer, auch leise zu grooven, weil sie genau das nie wirklich geübt haben.