Beiträge von trommla

    Wusste nicht, dass dieses Thema do emotional ist!

    Ich glaube, damit bringst du im Grunde die Thematik auf den Punkt. Man kann historisch erklären, wie es zu den verschiedenen Techniken kam, was aber die "richtige" Technik" als heutiger Drummer ist, lässt sich im Grunde logisch nicht erklären. Bis in die 60er dachte man nicht groß drüber nach, und die meisten spielten Traditional-Grip. Unter anderem durch Ringo als Multiplikator sah plötzlich die Drummerwelt, dass es ja auch anders geht. Inzwischen nutzen die meisten Schlagzeuger wohl Matched-Grip, weil es sich am Drumset besser anfühlt. Die Entscheidung für oder gegen Trad--Grip fällt mit Sicherheit aufgrund emotionaler Aspekte, sei es weil z.B. das große Idol XY so spielt, oder weil man nicht im Mainstream mitschwimmen möchte. Aber ist deshalb Traditional überflüssig oder gar falsch? Ich glaube nicht.

    Wenn ja, würde ich jetzt polemisieren, ist nicht Schlagzeugspielen an sich überflüssig? In Zeiten von Telefon und Internet fällt mir kein rationaler Grund ein, noch weiter zu trommeln ;)


    Wichtig ist glaube ich nur, die Technik, die man nutzt, ordentlich zu üben, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Wer die Zeit für Traditional aufbringen möchte, darf das gerne tun, wer es für überflüssig hält oder einfach keinen "emotionalen Bezug" dazu findet, lässt es halt weg. So einfach ist's letztendlich.

    Wer mit matched keine Dynamik, kein feel hinbekommt, sollte mehr üben. Ja, ist böse und überheblich

    ...und intolerant und ziemlicher Quatsch. Warum sollte jemand, der mit Trad. gut klar kommt, auf Teufel komm raus umschulen?

    Ich verstehe natürlich, was du meinst, aber ich fühle mich im Jazz einfach mit traditional Grip meist wohler. Ist so, war so, wird vermutlich so bleiben.

    Um auf die Frage zurückzukommen, es spricht nichts dagegen, wenn du matched spielst, es gibt ja genügend Beispiele von Drummern, die im matched Grip hervorragend jazzen. Und sicher genauso viele, auch große, denen auf die eine oder andere Art das Feeling für Jazz fehlt

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    das feeling kommt doch eh aus der rechten hand? zum swingen, oder nicht?

    Eher nicht, bzw. beide Hände haben unterschiedliche Rollen. Während rechts das typische Swingpattern durchläuft, muss die linke mit viel Feingefühl akzentuieren und Solisten begleiten. Das sog. Comping. Und das fühlt sich bei mir im trad. Grip besser an. Den Punch eines soliden Backbeats schaffe ich damit leider nicht. Letzten Endes Übungssache, hat sich bei mir halt so entwickelt

    Siehe #130

    Tony Williams bringt es für mich auf den Punkt. Ich nutze beides, und ich brauche beides. Klassischen Jazz spiele ich nur Traditional, weil ich matched das Feeling nicht habe. Bei Rock spiele ich nur matched, weil mir sonst die Power fehlt.

    keine Zeit für Fragen. Das ist innerhalb von Minuten weg

    Die Erfahrung musste ich vor ein paar Tagen auch machen, als in München ein Satz Aveden für 300 Euro VB angeboten wurden. Statt sofort ins Auto zu springen, verhandelte ich über Anspielen/Abholen gegen Ende der Woche. Eigentlich dachte ich, wir seien uns einig. Der Verkäufer hatte allerdings bei der Masse der Interessenten schnell den Überblick verloren und sie versehentlich wem anders gegeben. Da hilft dann auch nicht, dass er sich dafür entschuldigt hat :(

    Leider ist das. was er ab min. 42 über die Gratung sagt sachlich falsch. Form, Winkel und Biegeradius der Gratung bedingen die resultierende Kontaktfläche zwischen Fell und Kessel.

    Ich glaube, dann hast du ihn falsch verstanden. Er bezog sich nur bei scharfer Gratung (rund bzw. verrundet kam gar nicht zur Sprache) auf die darunter liegende Schräge der Gratung ohne direkten Kontakt zum Fell. Und da glaube ich ihm durchaus, dass es keinen hörbaren Unterschied macht, ob nun 30 oder 45° geschnitten sind. Auch wenn er mehr so der Praktiker ist, der es möglicherweise nicht rechnerisch beweisen könnte ;)


    Ich gebe dir aber Recht, manches kam mir auch etwas substanzlos vor, und dieses Rumreiten auf dem Begriff "Tuning" vs. "Tensioning" würde einer Sekte zur Ehre gereichen, ist aber für Schlagzeuger m.E. völlig überflüssig. Buddy Rich hin oder her, seine Sets klangen eher nicht so berauschend und taugen für mich nicht als Referenz. Btw. das was Ronn Dunnett da lustlos an Sound in sein Tom reingeschraubt hat, find ich auch nicht so dolle.


    Trotzdem eine nette, sympathische Gesprächsrunde mit einigen netten Gedanken zu unserem Instrument.

    Und Ronn im Santa-Look hat was :D

    Becken 18/22 oder 16/20?

    Wie kommst du denn auf diese Festlegungen? Ich schrieb von 18/20, nirgendwo steht geschrieben, dass der Größenunterschied 4 Zoll betragen muss. Ich spiele häufig 20/21, selbst die beiden vertragen sich ohne Streit.

    Der Drummer in Video crasht beispielsweise sein Crash durch, das klingt mit nem 16er einfach dünn.

    Ist das eine 22er bassdrum?

    Dürfte ne 20er sein.

    Will einfach die möglichkeit haben auch mal Jazz zu spielen, ohne dabei ein neues Drumset zu brauchen!

    Ich hab mit jedem meiner Sets schon so ziemlich alle Stile gespielt, die ich bedienen kann. Keine Sorge, das geht. Stilistisch war bei mir in den letzten Jahren so einiges dabei, z.B. Country, Deutschrock, Reggae, Jazz, Klezmer, Latin, Rockabilly, Classic Rock, Bigband, Gospelchöre, Musiktheater. Vielleicht nicht immer der "klassische" Sound für die jeweilige Musik, aber nicht unpassend. Wenn nötig, wird halt etwas umgestimmt.

    Oder haben die Leute mich nur aus Höflichkeit nicht drauf angesprochen, wie bescheiden das Set zur Musik passt? ;)

    KKKDahlem

    Na dann herzlichen Glückwunsch und lange Freude mit dem neuen "Spielzeug". Das mit den Werksfellen hab ich kommen sehen. Ist aber überhaupt kein Beinbruch, denn wenn man richtig einsteigt, wird man sowieso bald auch mit verschiedenen Fellen experimentieren wollen. Dass die Snare euch beiden gut gefällt, freut mich, denn das ist bei diesen "Beipack-Snares" eher günstiger Sets leider keine Selbstverständlichkeit. Da sparen auch renommierte Hersteller gerne an Qualität. Kann man zwar mit Fellen und Teppich in Grenzen verbessern, aber ne schlechte Abhebung oder ein lieblos gefrästes Snarebed zu korrigieren, bedeutet dann schon nen Aufwand, der dem Preis nicht mehr gerecht wird.

    Ich muss mich mal wieder als Pragmatiker outen. Klar hört man einen Unterschied, und ich höre auch, dass das SM57 für mich etwas besser, "runder" klingt. Andererseits finde ich die klanglichen Unterschiede gering genug, um zu glauben, dass man mit sehr begrenztem Budget eben doch auch vorzeigbare Aufnahmen machen kann. Die Frage ist halt immer, wie lange muss man am Signal noch rumschrauben, bis es vorzeigbar klingt. Wenn ich aber einen Rough Mix mit deiner Aufnahme vom MB75 zu hören bekäme, würde ich mit absoluter Sicherheit nicht bemerken, dass ein Budget-SM57-Clone an der Snare stand. Vor allem nicht mit Band drumrum. Insgesamt paart sich bei der Klangbeurteilung von Mikros manchmal Geschmack mit etwas Voodoo, ist mein Eindruck.

    Ok, dann bleibt aber immer noch die Frage des Budgets. "Ein Set für's Leben" sagt ja darüber nur bedingt was aus. Wenn man sein Instrument ganz doll lieb hat und es entsprechend behandelt, dann hält auch ein stinknormales Mittelklasseset z.B. Yamaha Stage Custom ein Leben lang. Das Holz mag es gerne, nicht zu feucht und nicht zu trocken gelagert zu werden, und ständige Schwankungen der Luftfeuchtigkeit mag es überhaupt nicht. Die Metallteile mögen's feucht auch nicht, ansonsten kann man mit gelegentlicher Nutzung von Polierlappen schon ne Menge Glanz erhalten. Die Funktion meiner Hardwarekomponenten ist auch nach Jahrzehnten (ja, manche Teil sind so alt) noch bestens. Und Felle sind Verschleißartikel, die man von Zeit zu Zeit eh wechselt.


    Der Rest ist Geschmackssache, m.E. mehr optisch als akustisch. Der Klang eines ordentlichen Sets lässt sich nämlich in jede Richtung formen durch Felle und Stimmung. Das hatte ich ja bereits geschrieben. Im mittleren- bis höheren Preisbereich nehmen sich die Hersteller gegenseitig nicht viel qualitativ, vor allem unterscheiden sie sich hinsichtlich der Optik und des Images.


    Du solltest dich vor der konkreten Modellauswahl erst mal tiefer in die Materie einlesen, um dann auch zielführende Fragen stellen zu können. Das gilt ebenso für Becken, deine Vorauswahl verrät nämlich auch nicht unbedingt viel Ahnung. Nicht dass Paiste 2002 schlecht wären, aber diese eigentümliche Standardkonfiguration vieler Beckensets mit 16er Crash und 20er Ride, die uns die Industrie seit Jahrzehnten aufschwatzen will, ist völlig praxisfern und findet nur Anwendung bei völligen Newbies. Gute Becken in ungeeigneten Größen zu kaufen, finde ich echte Geldverschwendung. Und insbesondere ein 16er Crash ist als alleiniges Crash zu klein, wenn's mal was anderes als die örtliche Blasmusik wird. Aber ihr macht ja glaube ich eher Rock bis Hardrock.


    Nachtrag: schau dir mal an, was der Kollege m_tree mit seinem Set so abliefert. Er spielt wirklich kein überragendes Equipment, kann aber trommeln und weiß, wie man Drums stimmt und aufnimmt. Man braucht absolut nicht die Königsklasse an Gear, um gut zu klingen.

    flowison

    Hab zunächst gedacht, du wärst ein Newbie. Wer seit 7 Jahren mitliest und in ner Band spielt, sollte eigentlich schon wissen, wie der Hase läuft. Wenn man dir erst den Unterschied zwischen Drumset und Hardware erklären muss, kann ich eigentlich nur raten, kauf was dein Budget hergibt, es wird allemal für dich reichen. Bei günstigen Sets solltest du noch Geld für neue Markenfelle einplanen, zumindest Schlagfelle. Und dann noch googlen, wie man seine Hardware richtig stimmt. Äh, ach nein, du suchst ja Trommeln :wacko:


    Apropos Hardware: bei Hardware (das sind die ganzen Ständer und Pedale aus Metall) ist man bei Tama und Yamaha eigentlich immer auf der richtigen Seite. Da taugen selbst die günstigen Serien schon ne Menge.

    Hä? Brauchst du Hardware oder ein Set? Oder beides?


    Ansonsten: geh in den Laden testen. Rock können alle Sets. Jazz auch. Alles ne Frage von Befellung und Stimmung. Böse Zungen behaupten, es läge auch am Bedienpersonal.


    Falls du hier zielführenden Rat möchtest, solltest du weiterhin ein paar Worte verlieren über dein Budget, Neu- oder Gebrauchtkauf und sonstige Kriterien.


    Im Moment scheint mir das eher wieder so ne typische "hab keine Zeit zum selber suchen, frag ich einfach mal das DF"- Geschichte. Da hab ich keine Zeit dafür. ;)

    Ich glaub ja langsam, philosophisch betrachten kann man eh nur Paiste. Zumindest hat sich hier seit ner Weile ne echte Fanszene etabliert. Der Apfel unter den Beckenschmieden sozusagen. Der Hersteller mit Lifestyle-Faktor. Der Leuchtturm im Bronze-Ozean.


    Meine Beckenphilosophie ist recht einfach. Ich versuche nur zu kaufen, was mir wirklich fehlt, Affekt- und Gelegenheitskäufe überlasse ich anderen. Mannomann, bin ich ein Langweiler...

    Ich würde meinem Lehrer die 50€ geben und mich auf den Spaß konzentrieren

    Trommeln stimmen MACHT Spaß, wenn man sich die Zeit nimmt, es zu lernen. ;)

    Über die 50 Euro freut sich dein Lehrer sicher ebenso wie du, also weshalb nicht? Spätestens beim ersten Fellwechsel würde ich dann aber empfehlen, selbst Hand anzulegen.