Die Anatolian Baris waren damals die Basis-Serie in einer eher professionell ausgerichteten Produktpalette, würde ich sagen. Diesen ganzen - entschuldigung - "Wie können wir schon die unerfahrensten Joungsters früh an unsere Marke binden"-Billigdeckel hat Anatolian nicht hergestellt, sondern alle Serien waren durchaus stimmige und gut klingende Becken, vergleichbar den Masterwork Troy, Sonor Armoni etc. Gute und günstige, aber nicht billige Becken aus "guter" B20-Bronze.
Rock und Metal heißt in dem Zusammenhang nicht, dass nicht auch andere Stile damit zu bedienen wären. Der Klangcharakter ist im Gegensatz zu beispielsweise Jazzbecken eher klar, hell und durchsetzungsfähig statt dunkel, verwaschen und vielschichtig. Der Rest ist Marketingsprech.
Den Vergleich zwischen Sabian XS20 und Anatolian Baris gewinnt m.E. Anatolian. Die XS20 wiederum sind aber besser als ZBT, MCS oder 201. Beide Taye-Sets würde ich persönlich als geeignet bezeichnen.
Das erste, von mir verlinkte, sieht hübscher aus und hat zwei Floortoms und einen Teppich dabei, vermutlich auch den Throne. Der Mehrpreis passt halbwegs zum größeren "Lieferumfang".
Das zweite ist langweilig schwarz, hat nur ein Floortom und keinen Teppich, dafür etwas bessere Becken. Hocker vermutlich auch dabei.
Fellqualität sieht auf den Fotos recht vergleichbar aus, beide wohl nicht sehr intensiv bespielt.
Wenn du auf größtmögliche Klanggüte achtest, nimm Set 2. Wenn du ordentlichen Klang gepaart mit hübschem Äußeren vorziehst, wär's für mich eher Set 1. Der Rest ist pragmatisch ne Frage des Aufwandes. Welches Set ist besser erreichbar? Welcher Verkäufer ist unkomplizerter?
Ergänzung: es wurde als Gegenargument genannt, dass Taye nicht mehr produziert. Ich würde mir da gar keine Sorgen machen. Ein ordentlich konstruiertes Set ist bei guter Pflege geeignet, Jahrzehnte gute Dienste zu leisten. Stimmschrauben von Zeit zu Zeit schmieren und Metallteile auch mal zu polieren, kann Wunder wirken. Und dann sein Set nicht unbedingt im feuchten Keller halten, wo schon das Kondenswasser von der Decke tropft. Die heute unter Fans sehr gefragten Vintage-Drums waren sicher oft nicht halb so solide gebaut wie heutige Mittelklasse und werden auch 50 Jahre später noch gespielt.