Beiträge von trommla

    Leider ist das. was er ab min. 42 über die Gratung sagt sachlich falsch. Form, Winkel und Biegeradius der Gratung bedingen die resultierende Kontaktfläche zwischen Fell und Kessel.

    Ich glaube, dann hast du ihn falsch verstanden. Er bezog sich nur bei scharfer Gratung (rund bzw. verrundet kam gar nicht zur Sprache) auf die darunter liegende Schräge der Gratung ohne direkten Kontakt zum Fell. Und da glaube ich ihm durchaus, dass es keinen hörbaren Unterschied macht, ob nun 30 oder 45° geschnitten sind. Auch wenn er mehr so der Praktiker ist, der es möglicherweise nicht rechnerisch beweisen könnte ;)


    Ich gebe dir aber Recht, manches kam mir auch etwas substanzlos vor, und dieses Rumreiten auf dem Begriff "Tuning" vs. "Tensioning" würde einer Sekte zur Ehre gereichen, ist aber für Schlagzeuger m.E. völlig überflüssig. Buddy Rich hin oder her, seine Sets klangen eher nicht so berauschend und taugen für mich nicht als Referenz. Btw. das was Ronn Dunnett da lustlos an Sound in sein Tom reingeschraubt hat, find ich auch nicht so dolle.


    Trotzdem eine nette, sympathische Gesprächsrunde mit einigen netten Gedanken zu unserem Instrument.

    Und Ronn im Santa-Look hat was :D

    Becken 18/22 oder 16/20?

    Wie kommst du denn auf diese Festlegungen? Ich schrieb von 18/20, nirgendwo steht geschrieben, dass der Größenunterschied 4 Zoll betragen muss. Ich spiele häufig 20/21, selbst die beiden vertragen sich ohne Streit.

    Der Drummer in Video crasht beispielsweise sein Crash durch, das klingt mit nem 16er einfach dünn.

    Ist das eine 22er bassdrum?

    Dürfte ne 20er sein.

    Will einfach die möglichkeit haben auch mal Jazz zu spielen, ohne dabei ein neues Drumset zu brauchen!

    Ich hab mit jedem meiner Sets schon so ziemlich alle Stile gespielt, die ich bedienen kann. Keine Sorge, das geht. Stilistisch war bei mir in den letzten Jahren so einiges dabei, z.B. Country, Deutschrock, Reggae, Jazz, Klezmer, Latin, Rockabilly, Classic Rock, Bigband, Gospelchöre, Musiktheater. Vielleicht nicht immer der "klassische" Sound für die jeweilige Musik, aber nicht unpassend. Wenn nötig, wird halt etwas umgestimmt.

    Oder haben die Leute mich nur aus Höflichkeit nicht drauf angesprochen, wie bescheiden das Set zur Musik passt? ;)

    KKKDahlem

    Na dann herzlichen Glückwunsch und lange Freude mit dem neuen "Spielzeug". Das mit den Werksfellen hab ich kommen sehen. Ist aber überhaupt kein Beinbruch, denn wenn man richtig einsteigt, wird man sowieso bald auch mit verschiedenen Fellen experimentieren wollen. Dass die Snare euch beiden gut gefällt, freut mich, denn das ist bei diesen "Beipack-Snares" eher günstiger Sets leider keine Selbstverständlichkeit. Da sparen auch renommierte Hersteller gerne an Qualität. Kann man zwar mit Fellen und Teppich in Grenzen verbessern, aber ne schlechte Abhebung oder ein lieblos gefrästes Snarebed zu korrigieren, bedeutet dann schon nen Aufwand, der dem Preis nicht mehr gerecht wird.

    Ich muss mich mal wieder als Pragmatiker outen. Klar hört man einen Unterschied, und ich höre auch, dass das SM57 für mich etwas besser, "runder" klingt. Andererseits finde ich die klanglichen Unterschiede gering genug, um zu glauben, dass man mit sehr begrenztem Budget eben doch auch vorzeigbare Aufnahmen machen kann. Die Frage ist halt immer, wie lange muss man am Signal noch rumschrauben, bis es vorzeigbar klingt. Wenn ich aber einen Rough Mix mit deiner Aufnahme vom MB75 zu hören bekäme, würde ich mit absoluter Sicherheit nicht bemerken, dass ein Budget-SM57-Clone an der Snare stand. Vor allem nicht mit Band drumrum. Insgesamt paart sich bei der Klangbeurteilung von Mikros manchmal Geschmack mit etwas Voodoo, ist mein Eindruck.

    Ok, dann bleibt aber immer noch die Frage des Budgets. "Ein Set für's Leben" sagt ja darüber nur bedingt was aus. Wenn man sein Instrument ganz doll lieb hat und es entsprechend behandelt, dann hält auch ein stinknormales Mittelklasseset z.B. Yamaha Stage Custom ein Leben lang. Das Holz mag es gerne, nicht zu feucht und nicht zu trocken gelagert zu werden, und ständige Schwankungen der Luftfeuchtigkeit mag es überhaupt nicht. Die Metallteile mögen's feucht auch nicht, ansonsten kann man mit gelegentlicher Nutzung von Polierlappen schon ne Menge Glanz erhalten. Die Funktion meiner Hardwarekomponenten ist auch nach Jahrzehnten (ja, manche Teil sind so alt) noch bestens. Und Felle sind Verschleißartikel, die man von Zeit zu Zeit eh wechselt.


    Der Rest ist Geschmackssache, m.E. mehr optisch als akustisch. Der Klang eines ordentlichen Sets lässt sich nämlich in jede Richtung formen durch Felle und Stimmung. Das hatte ich ja bereits geschrieben. Im mittleren- bis höheren Preisbereich nehmen sich die Hersteller gegenseitig nicht viel qualitativ, vor allem unterscheiden sie sich hinsichtlich der Optik und des Images.


    Du solltest dich vor der konkreten Modellauswahl erst mal tiefer in die Materie einlesen, um dann auch zielführende Fragen stellen zu können. Das gilt ebenso für Becken, deine Vorauswahl verrät nämlich auch nicht unbedingt viel Ahnung. Nicht dass Paiste 2002 schlecht wären, aber diese eigentümliche Standardkonfiguration vieler Beckensets mit 16er Crash und 20er Ride, die uns die Industrie seit Jahrzehnten aufschwatzen will, ist völlig praxisfern und findet nur Anwendung bei völligen Newbies. Gute Becken in ungeeigneten Größen zu kaufen, finde ich echte Geldverschwendung. Und insbesondere ein 16er Crash ist als alleiniges Crash zu klein, wenn's mal was anderes als die örtliche Blasmusik wird. Aber ihr macht ja glaube ich eher Rock bis Hardrock.


    Nachtrag: schau dir mal an, was der Kollege m_tree mit seinem Set so abliefert. Er spielt wirklich kein überragendes Equipment, kann aber trommeln und weiß, wie man Drums stimmt und aufnimmt. Man braucht absolut nicht die Königsklasse an Gear, um gut zu klingen.

    flowison

    Hab zunächst gedacht, du wärst ein Newbie. Wer seit 7 Jahren mitliest und in ner Band spielt, sollte eigentlich schon wissen, wie der Hase läuft. Wenn man dir erst den Unterschied zwischen Drumset und Hardware erklären muss, kann ich eigentlich nur raten, kauf was dein Budget hergibt, es wird allemal für dich reichen. Bei günstigen Sets solltest du noch Geld für neue Markenfelle einplanen, zumindest Schlagfelle. Und dann noch googlen, wie man seine Hardware richtig stimmt. Äh, ach nein, du suchst ja Trommeln :wacko:


    Apropos Hardware: bei Hardware (das sind die ganzen Ständer und Pedale aus Metall) ist man bei Tama und Yamaha eigentlich immer auf der richtigen Seite. Da taugen selbst die günstigen Serien schon ne Menge.

    Hä? Brauchst du Hardware oder ein Set? Oder beides?


    Ansonsten: geh in den Laden testen. Rock können alle Sets. Jazz auch. Alles ne Frage von Befellung und Stimmung. Böse Zungen behaupten, es läge auch am Bedienpersonal.


    Falls du hier zielführenden Rat möchtest, solltest du weiterhin ein paar Worte verlieren über dein Budget, Neu- oder Gebrauchtkauf und sonstige Kriterien.


    Im Moment scheint mir das eher wieder so ne typische "hab keine Zeit zum selber suchen, frag ich einfach mal das DF"- Geschichte. Da hab ich keine Zeit dafür. ;)

    Ich glaub ja langsam, philosophisch betrachten kann man eh nur Paiste. Zumindest hat sich hier seit ner Weile ne echte Fanszene etabliert. Der Apfel unter den Beckenschmieden sozusagen. Der Hersteller mit Lifestyle-Faktor. Der Leuchtturm im Bronze-Ozean.


    Meine Beckenphilosophie ist recht einfach. Ich versuche nur zu kaufen, was mir wirklich fehlt, Affekt- und Gelegenheitskäufe überlasse ich anderen. Mannomann, bin ich ein Langweiler...

    Ich würde meinem Lehrer die 50€ geben und mich auf den Spaß konzentrieren

    Trommeln stimmen MACHT Spaß, wenn man sich die Zeit nimmt, es zu lernen. ;)

    Über die 50 Euro freut sich dein Lehrer sicher ebenso wie du, also weshalb nicht? Spätestens beim ersten Fellwechsel würde ich dann aber empfehlen, selbst Hand anzulegen.

    Ich habe lange nur gespielt und nicht gestimmt, da mich niemand angeleitet hat. Hat mich regelmäßig an die Grenzen meiner Motivation gebracht, weil ich mal wieder euphorisch neue Felle gekauft hatte und das Set danach immer noch schei**e klang. Gaffa war da noch erlaubt, hat aber auch nicht geholfen.


    Früher war eben nicht alles besser, man wusste nur manches nicht besser. In Zeiten von YT und Co. fällt mir manches auf, was ich gerne früher gewusst hätte.


    Gaffa nutze ich tatsächlich heute gar nicht mehr auf Fellen, da es so hässliche Klebereste hinterlässt. Moongel ist mir lieber.


    Edit: wer Gitarre lernt, lernt zu Beginn, sein Instrument zu stimmen. Und Klavier-Eleven würde ich auch nicht erst mal ein schlampig gestimmtes Klavier hinstellen, nur weil der Klavierstimmer zu teuer ist und ich es selbst nicht kann ;)

    Wir Drummer werden manchmal als Musiker nicht ganz ernst genommen. Aussagen wie deine, Schmatzi80, passen möglicherweise ins Bild. Trotzdem teile ich zumindest den Teil deiner Message nur zu sehr, nicht aus allem ne Wissenschaft zu machen, sondern zu spielen.

    Würde das vorherig genannte und empfohlene Mapex nochmal in die Runde werden

    Ich gebe zu, ich kenne weder das Set noch die Becken. Die Becken scheinen ok zu sein, würde sie in die Liga Sabian XS20 einsortieren. Das Mapex Horizon sieht auf den Fotos sehr einfach aus, im Gegensatz zum Pearl und den beiden Tayes ein echtes Einsteigerkit. Die Toms scheinen Powertoms zu sein, also im Verhältnis zum Durchmesser eher tief, wie es mal in den 90ern Mode war. Das ist erst mal kein Nachteil, kann aber den Aufbau erschweren, wenn man eher flache Tomaufbauten bevorzugt. Ich selbst möchte keine Powertoms mehr spielen, denn mehr Power als klassische Maße haben sie nicht wirklich ;)

    Und irgendwelche Sticker auf den Kesseln, die man möglicherweise nicht ohne Rückstände abbekommt, geht mal gar nicht.


    Insgesamt rein vom ersten Eindruck her ist das Mapex kein Angebot, für das ich 100 oder mehr Kilometer fahren würde. Mit etwas Geduld, und falls die anderen Angebote alle nicht klappen, findet sich da besseres. Wie gesagt, eine Einschätzung aus dem Bauch heraus aufgrund langer Erfahrung als Drummer, ohne die Serien zu kennen.

    wer billig kauft, kauft zwei Mal.

    Nun ja, der Spruch ist falsch.

    Und zwar gründlich, wenn man ihn phrasenhaft ohne den jeweiligen Kontext verwendet ;)


    Ich habe mir vor etwa 10 Jahren mein Catalina Jazz neu gekauft, welches nun wirklich nicht im Verdacht steht, teuer zu sein. Bis heute ist es wohl mein meistgespieltes Set, mit gutem Sound und keinerlei Ermüdungserscheinung. Ein hochpreisiges Set hätte mir keinerlei Vorteile geboten. Die Anschaffung wäre teurer gewesen und der Wertverlust bei Wiederverkauf hätte den Wert meines Catalina wohl überschritten. Optisch erkennt man die Preisklasse aus der Nähe, auf der Bühne verspielt sich das.


    Ein Anfänger darf m.E. andere Ansprüche stellen als ein "Alter Hase", ein Gefühl für Klang stellt sich sowieso erst mit der Zeit ein. Und an der Aussage, ein taugliches Gesamtpaket zu suchen, das preiswert und trotzdem geeignet ist, gibt es nichts auszusetzen. Dass man für ein unbekanntes Hobby nicht gleich den Partner fürs Leben sucht, finde ich nachvollziehbar und richtig.

    Die Anatolian Baris waren damals die Basis-Serie in einer eher professionell ausgerichteten Produktpalette, würde ich sagen. Diesen ganzen - entschuldigung - "Wie können wir schon die unerfahrensten Joungsters früh an unsere Marke binden"-Billigdeckel hat Anatolian nicht hergestellt, sondern alle Serien waren durchaus stimmige und gut klingende Becken, vergleichbar den Masterwork Troy, Sonor Armoni etc. Gute und günstige, aber nicht billige Becken aus "guter" B20-Bronze.

    Rock und Metal heißt in dem Zusammenhang nicht, dass nicht auch andere Stile damit zu bedienen wären. Der Klangcharakter ist im Gegensatz zu beispielsweise Jazzbecken eher klar, hell und durchsetzungsfähig statt dunkel, verwaschen und vielschichtig. Der Rest ist Marketingsprech.


    Den Vergleich zwischen Sabian XS20 und Anatolian Baris gewinnt m.E. Anatolian. Die XS20 wiederum sind aber besser als ZBT, MCS oder 201. Beide Taye-Sets würde ich persönlich als geeignet bezeichnen.


    Das erste, von mir verlinkte, sieht hübscher aus und hat zwei Floortoms und einen Teppich dabei, vermutlich auch den Throne. Der Mehrpreis passt halbwegs zum größeren "Lieferumfang".

    Das zweite ist langweilig schwarz, hat nur ein Floortom und keinen Teppich, dafür etwas bessere Becken. Hocker vermutlich auch dabei.

    Fellqualität sieht auf den Fotos recht vergleichbar aus, beide wohl nicht sehr intensiv bespielt.


    Wenn du auf größtmögliche Klanggüte achtest, nimm Set 2. Wenn du ordentlichen Klang gepaart mit hübschem Äußeren vorziehst, wär's für mich eher Set 1. Der Rest ist pragmatisch ne Frage des Aufwandes. Welches Set ist besser erreichbar? Welcher Verkäufer ist unkomplizerter?


    Ergänzung: es wurde als Gegenargument genannt, dass Taye nicht mehr produziert. Ich würde mir da gar keine Sorgen machen. Ein ordentlich konstruiertes Set ist bei guter Pflege geeignet, Jahrzehnte gute Dienste zu leisten. Stimmschrauben von Zeit zu Zeit schmieren und Metallteile auch mal zu polieren, kann Wunder wirken. Und dann sein Set nicht unbedingt im feuchten Keller halten, wo schon das Kondenswasser von der Decke tropft. Die heute unter Fans sehr gefragten Vintage-Drums waren sicher oft nicht halb so solide gebaut wie heutige Mittelklasse und werden auch 50 Jahre später noch gespielt.