Beiträge von trommla

    Ehe hier für oder wider Heavy Hitting diskutiert wird: Randy Cooke zeigt es eigentlich sehr deutlich, wie man ohne Verlust der spielerischen Attitüde die Lärmbelästigung reduziert. Meist liegt es bei den "zu" lauten Vertretern unserer Spezies doch daran, dass alles gleichermaßen laut gebashed wird. Ein solider Backbeat reicht für den richtigen Ausdruck, klingt mit dezent gespielter rechter Hand um Klassen besser und wirkt unaufdringlich. Der Rest vom Mulm ist in den meisten Rockbands (zumindest bei vielen Amateuren) dem Pegel der Saitenfraktion geschuldet, und wenn schon der Sänger knapp an der Feedbackgrenze singt, weißte eigentlich, was Sache ist.

    Dass es unter Profidrummern Leute wie Dave Grohl gibt, bei denen Dreschen zur Kunstform erhoben wird, sollte btw. nicht der Maßstab sein. Der darf das halt.

    In den meisten Bands und Projekten wird dir das eher wenig Freunde einbringen.

    Bei einem Doublestroke Roll kann der Dauemn ja nicht obenauf (wie beim French Grip) liegen, weil dadurch der rebound zu kurz kommt, oder?

    Wieder nein, das hängt nur davon ab, wie fest der Daumen auf dem Stick liegt. Und das ist bei "relativen Anfängern" vermutlich zu fest. Aber French und Rebound haben wenig bis nix miteinander zu tun. Bei jeder Technik sollte man mit der Zeit lernen, den Stick gaaaanz locker, und trotzdem kontrolliert führen zu können. Dann klappt's auch mit dem Rebound.

    diddles, die bei allem was ich gelernt hab, doch ein bissi anders sind als doubles

    Wie leider (glücklicherweise?) so oft, ist das glaube ich nicht klar definiert. Letztendlich sind wir Drummer doch mehr Künstler als Wissenschaftler. Auch wenn hier mancher nen Hang hat, Drumming nen Tacken zu verkopft systematisieren zu wollen ;)


    Mir ist der Diddle als Synonym für Double absolut geläufig, dazu fällt mir spontan Dorothea Taylors Paradiddle-Lesson bei Drumeo ein. "Put the Diddle in the Middle", falls es wer gesehen hat.

    Der erklärts genau richtig für mich!

    Das freut mich. So, und nun ans Pad oder Set und üben, üben, üben. Ich trommle schon recht lange und diddele seit über 40 Jahren vor mich hin. Auch nach so langer Zeit merke ich, dass ich nach intensiven Übephasen immer noch Fortschritte mache.

    Zu glauben, man könne das in ein paar Wochen hinbekommen, ist verlockend, klappt aber nicht, leider. Schneller als bei mir könnte es mit etwas mehr Disziplin aber gehen ;)

    „verlieren“ sie ihn beim ersten Stroke gänzlich, weil sie sich strecken?

    Nein. Also zumindest bei mir nicht. Die Fingersollen ja den Rebound des Sticks kontrollieren, das wäre mit einer Streckung kaum möglich. Ich führe die Schläge im Wesentlichen aus dem Handgelenk aus, die Finger umschließen dabei locker den Stick. Eine Bewegung, wie wenn man einen Basketball auf den Boden tippt.

    Sind sie nicht ;) Aber soweit bist du ja mittlerweile auch, mehr oder minder.


    Wenn es für dich selbst leiser klingen soll: Gehörschutz

    Wenn es für alle in der Band leiser klingen soll: komplette Schlagzeugabnahme und IEM, dann ist Lautstärke dosierbar.

    Wenn es ohne deutliche Investition für alle leiser klingen soll: leiser mit Sticks spielen lernen.


    Klingt komisch, is aber so. Und da sind wir eben doch beim Benzinvergleich. Zwischen manchen Dingen besteht nun mal ein eindeutiger kausaler Zusammenhang, ob man es akzeptiert oder nicht.

    Hallo Leute,

    Ich möchte im proberaum die Lautstärke des drums reduzieren.


    Einfach mit normalen sticks und so leiser spielen ist keine Option. Wenns mich packt hau ich drauf

    Hallo Leute,

    ich möchte gerne den Benzinverbrauch meines Autos sowie den Verschleiß an Reifen und Bremsen reduzieren. Habt ihr Tipps für mich? Langsamer fahren ist keine Option, wenn ich hinter dem Steuer sitze packts mich einfach.


    Wenn man ohne drastische Soundeinbußen leiser klingen will, muss man üben, leiser zu SPIELEN. Alles andere halte ich für Humbug. Deine MItmusiker werden es dir ebenfalls danken.

    Gute Drummer erkennt man daran, dass sie ihre Lautstärke spielerisch im Griff haben und an Situationen anpassen können, ohne deshalb lasch zu klingen. Schau dir mal bekannte Rockdrummer an. Die klingen mit PA natürlich riesig und fett, aber die allermeisten trommeln sehr entspannt, weil sie wissen, dass mehr Power gar nicht nötig ist.


    Ergänzung: wenn ich leise Musik spielen muss, kann das mit 7A klappen. Wenn ich "laute" Musik leise spielen soll, nehme ich schwerere Sticks, denn die klingen auch leise gespielt voller als so leichte Zahnstocher. Das müssen keine Baumstämme sein, schon der Wechsel zu 5A und mehr noch 5B ist hörbar.

    Generell schreibst du, du suchst eher nicht zu helle schneidende Becken und wirfst dann AAX ins Rennen, die genau das sind

    Findest du? Ich war mal beim Kauf eines AAX-Beckensatzes dabei (gezahlt hat ein anderer) und wirklich überrascht, wie warm und rund die klangen. Natürlich "eher" auf der hellen Seite, aber ziemlich flexibel einsetzbar. Ein absolut stimmiger Satz.

    Ich geh ins Musikgeschäft, sag was ich mir vorstelle und der/die VerkäuferIn gibts mir dann.

    Das heißt, der/die VerkäuferIn muss die Eigenschaften kennen.

    Wenn du dem guten Fachverkäufer (zum Glück gibt's das bei Instrumenten noch) mal nicht zuviel abverlangt. Der Beckenmarkt ist heute so unübersichtlich, gleichzeitig ist Beckengeschmack so individuell, dass das nix werden kann. Sonst könnte man ja auch wie in der Apotheke am Tresen Becken holen. Im Laden findest du Beckendisplays, die du durchtesten kannst. Dort lässt sich dein Geschmack eingrenzen, und anhand dessen könntest du den Verkäufer fragen: "Mir gefällt XY recht gut. Was könntest du denn noch ähnliches empfehlen? Vielleicht ne Spur weniger ... , aber so die Richtung."

    Ums Anspielen und selbst für gut befinden führt leider (eigentlich ja zum Glück) kein weg herum.

    So ganz verstehe ich gerade deinen beinahe missionarischen Eifer nicht ;)

    Lass die Leute doch so, wie sie wollen. Hier hat ja niemand behauptet, Anfänger müssten TG spielen, selbst die Traditionalisten haben nur erzählt, dass sie selbst eine gewisse emotionale Verbundenheit dazu haben, ohne das aber zu verallgemeinern.

    Eine Pronation und Supination und die Schwerkraft kann nicht so gut mit einbezogen werden.

    Doch, das geht. Allerdings ist genau die Begrenzung der Supination mein Problem, weshalb ich mich im TG mit kräftigen Backbeats schwerer tue. Eine Pronation bis zum Bewegungsmaximum findet ja gar nicht statt, sondern bei typischem Aufbau findet der Fellkontakt des Sticks etwa bei Neutralstellung statt (Daumen nach oben, Handfläche nach medial). D.h. der Weg, den die Stockspitze bei der Supination zurücklegt, ist gar nicht so weit, sofern man nicht den ganzen Unterarm anhebt. Beim MG ist die Bewegung viel weniger limitiert, gleichzeitig kann man viel mehr aus dem Handgelenk machen und den Unterarm unterstützend viel dosierter heben.


    Insofern bin ich eigentlich bei dir, dass MG unter dem Blickwinkel der Ergonomie am Set Vorteile bietet. Aber TG schaut halt cool aus, und wenn man sich individuell auch noch gut damit fühlt, ist das finde ich schon ein Votum dafür, es zu machen. Ich finde das Thema tatsächlich der Frage nach Open Handed Playing nicht unähnlich. Da ist m.E. OH eindeutig unergonomischer, da einerseits die schwächere Hand die häufig anspruchsvolleren Parts übernehmen muss, andererseits der Arm bei Stadardaufbau so eng am Körper geführt werden muss, dass man sich damit bewegungsmäßig limitiert. Anderseits eröffnet es dem Drummer alternative Möglichkeiten, seinen Drumpart zu orchestrieren (z.B. nen Backbeat auf den Toms o.ä.). Wer das gerne in sein Spiel einbaut, sollte sich schon mit OH vertraut machen, ehe man sich unrettbar verknotet. Wer wirklich nur "normale" Rockgrooves abfeuert, kann aber durchaus sorglos überkreuz spielen, da bringt OH nix.

    Die kompromissloseste und klanglich fetteste Lösung wäre auch die teuerste: Set mikrofonieren, sauber abmischen und mit guten Kopfhörern bzw. Ohrhörern auf die Ohren geben, wahlweise auch mit zusätzlichem Gehörschutz. Zusätzlich noch den Raum optimieren... ;)

    Die vernünftigste und kostengünstigste Lösung hingegen wäre, die eigenen Ansprüche zu hinterfragen.

    Die "alten Säcke" werden sich erinnern: früher hat man sich gefreut, überhaupt zur Musik spielen zu können und hat sich irgendwelche Kopfhörer an irgendein Tapedeck gehängt. Dass weder das Playback noch der akustisch wahrgenommene Drumsound besonders hochwertig klangen, hat man einfach hingenommen und mangels Alternativen gar nicht hinterfragt. Das war halt so.

    Mir hilft das heute, nicht jeden Hype mitzumachen und nen Haufen Geld verbrennen zu müssen, nur weil es für fast alles technische Lösungen auf dem Markt gibt. Üben mit Kopfhörer und Monitormix, ja geht's eigentlich noch??? ;)


    Früher war sicher vieles gar nicht besser als heute, aber als Drummer konnte man viel schneller mit dem Spielen anfangen, da man sich nicht im Ansatz so viele Gedanken über Equipment machen konnte/musste. Heute fragt man gefühlte tausend Leute, was denn die beste Investition/Schlagtechnik/Selbstorganisation für angehende Drummer ist, da hatte wir damals schon die ersten 5 Bands hinter uns, sicher nicht optimiert und effizient, aber leider geil :D

    Sag mal, verstehe ich es richtig, dass du ein Akustik-Set ohne Mikrofonierung spielst und nur einen Zuspieler für Playbacks brauchst? Dann suchst du die eierlegende Wollmilchsau, die es m.E. nicht gibt. Entweder guter Gehörschutz oder geiler Drumsound, beides zusammen wäre mir nicht bekannt, sofern man das Set nicht abgenommen und gemischt über den Kopfhörer aufs Ohr kriegt. Je geschlossener ein Kopfhörer, umso dumpfer der Natursond. Deshalb habe ich für dieses Szenario immer halboffene KH verwendet. Hält Druckspitzen vom Akustikset fern, lässt aber noch erträglichen Drumsound an mein Ohr. Die Wiedergabe des Playbacks ist ebenfalls ok, definitiv besser als von den meisten Ohrstöpseln. Zu diesem Zweck reicht mir auch ein einfaches älteres Superluxmodell vom T., Typenbezeichnung müsste ich nachschauen.

    Wusste nicht, dass dieses Thema do emotional ist!

    Ich glaube, damit bringst du im Grunde die Thematik auf den Punkt. Man kann historisch erklären, wie es zu den verschiedenen Techniken kam, was aber die "richtige" Technik" als heutiger Drummer ist, lässt sich im Grunde logisch nicht erklären. Bis in die 60er dachte man nicht groß drüber nach, und die meisten spielten Traditional-Grip. Unter anderem durch Ringo als Multiplikator sah plötzlich die Drummerwelt, dass es ja auch anders geht. Inzwischen nutzen die meisten Schlagzeuger wohl Matched-Grip, weil es sich am Drumset besser anfühlt. Die Entscheidung für oder gegen Trad--Grip fällt mit Sicherheit aufgrund emotionaler Aspekte, sei es weil z.B. das große Idol XY so spielt, oder weil man nicht im Mainstream mitschwimmen möchte. Aber ist deshalb Traditional überflüssig oder gar falsch? Ich glaube nicht.

    Wenn ja, würde ich jetzt polemisieren, ist nicht Schlagzeugspielen an sich überflüssig? In Zeiten von Telefon und Internet fällt mir kein rationaler Grund ein, noch weiter zu trommeln ;)


    Wichtig ist glaube ich nur, die Technik, die man nutzt, ordentlich zu üben, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Wer die Zeit für Traditional aufbringen möchte, darf das gerne tun, wer es für überflüssig hält oder einfach keinen "emotionalen Bezug" dazu findet, lässt es halt weg. So einfach ist's letztendlich.

    Wer mit matched keine Dynamik, kein feel hinbekommt, sollte mehr üben. Ja, ist böse und überheblich

    ...und intolerant und ziemlicher Quatsch. Warum sollte jemand, der mit Trad. gut klar kommt, auf Teufel komm raus umschulen?

    Ich verstehe natürlich, was du meinst, aber ich fühle mich im Jazz einfach mit traditional Grip meist wohler. Ist so, war so, wird vermutlich so bleiben.

    Um auf die Frage zurückzukommen, es spricht nichts dagegen, wenn du matched spielst, es gibt ja genügend Beispiele von Drummern, die im matched Grip hervorragend jazzen. Und sicher genauso viele, auch große, denen auf die eine oder andere Art das Feeling für Jazz fehlt

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    das feeling kommt doch eh aus der rechten hand? zum swingen, oder nicht?

    Eher nicht, bzw. beide Hände haben unterschiedliche Rollen. Während rechts das typische Swingpattern durchläuft, muss die linke mit viel Feingefühl akzentuieren und Solisten begleiten. Das sog. Comping. Und das fühlt sich bei mir im trad. Grip besser an. Den Punch eines soliden Backbeats schaffe ich damit leider nicht. Letzten Endes Übungssache, hat sich bei mir halt so entwickelt

    Siehe #130

    Tony Williams bringt es für mich auf den Punkt. Ich nutze beides, und ich brauche beides. Klassischen Jazz spiele ich nur Traditional, weil ich matched das Feeling nicht habe. Bei Rock spiele ich nur matched, weil mir sonst die Power fehlt.

    keine Zeit für Fragen. Das ist innerhalb von Minuten weg

    Die Erfahrung musste ich vor ein paar Tagen auch machen, als in München ein Satz Aveden für 300 Euro VB angeboten wurden. Statt sofort ins Auto zu springen, verhandelte ich über Anspielen/Abholen gegen Ende der Woche. Eigentlich dachte ich, wir seien uns einig. Der Verkäufer hatte allerdings bei der Masse der Interessenten schnell den Überblick verloren und sie versehentlich wem anders gegeben. Da hilft dann auch nicht, dass er sich dafür entschuldigt hat :(