Beiträge von trommla

    Offiziell, also mit Erwähnung in der Literatur, gibt's diese Haltung nicht. Zumindest hab ich noch nie davon gelesen oder in Videos was davon bemerkt. Allerdings ist das genau die Handhaltung, die Anfänger spontan selbst finden, wenn sie den Traditional Grip imitieren. Vielleicht eine Art "instinktiver" Trad. Grip, den in eurer Region seit Generationen nie ein ausgebildeter Schlagzeuger korrigiert hat, und der dadurch fest zu eurem Kulturgut gehört?

    Es ist bestimmt richtig, dass man in einer Band am besten lernt.

    Aber einem Tennisschüler sage ich auch nicht, dass er nur noch mit dem Vereinsmeister spielen sollte, weil er davon am meisten profitiert.

    Denn der Vereinsmeister hat da gar keinen Bock drauf.

    Wenn denn alle Bands auf Meisterniveau spielen würden ;)

    Nein, darum geht es am wenigsten bei der Sache. Ne Band erlaubt dir, eigene Lösungen zu finden, die sich mehr an deinen individuellen Fähigkeiten ausrichten lassen als an Tutorials. Da muss man als Anfänger zwangsweise vereinfachen lernen, um das gewünschte Feeling zu erreichen, statt durch zu viele Noten durchzustolpern. Klar sollte die Qualität der Band mit deinem eigenen Horizont harmonieren. Keine Sorge, es gibt genügend Hobbybands mit eher überschaubaren Skills unter dem Himmelszelt.

    Wie kommst du darauf?

    Persönliche Erfahrung ;)

    Ich meine ,du ūbst einzelne Songs\Beats ganz speziell mit Noten ziemlich kurz\zūgig und gehst zum nāchsten scheint mir.Ich vermute das ist nicht nachhaltig.

    Das ist heutzutage ja immer die Verlockung, für alles ne vorgekaute Lösung finden zu können und keine eigenen Lösungsstrategien mehr zu trainieren.

    Ich glaube, am besten ist es nach wie vor, gemeinsam mit anderen in ner Band zu lernen. Mitmusiker lassen einen ganz schnell wissen, ob die antrainierten Etüden im Zusammenhang funktionieren. Drumming wie einen Wettkampfsport zu trainieren, wie es einzelne hier im DF zu tun scheinen, ist nur ein Teil der Wahrheit.

    So, ich muss mich outen, ich höre wie Drum Bee eine Bass Drum auf 3+ zeitgleich mit dem zusätzlichen Snareakzent, und zwar in allen Varianten, ob nun Originalversion, "Live"-Fassung bei Ilja (eh Playback ;) ) oder bei Mike Barnes. Nun frage ich mich aber, wozu du das Ding übst. Um den Song zu begleiten, würde es völlig reichen, an der Stelle entweder einen Snare-Akzent ODER eine Bass Drum zu spielen. Wichtig ist dieses angeshuffelte Feel in Verbindung mit den Synkopen im jeweils zweiten Takt, und je weniger du koordinativ gefordert bist, umso schneller bekommst du die Nummer zum Laufen. Alternativ gäbe es noch die Variante "Four on the Floor" mit den Snareakzenten deines ersten Notenbeispiels, welche ebenso zum Erfolg führt. Aber es ist und bleibt ein geshuffelter Trainbeat, und allein das ist für uns "marschmusikalisch" sozialisierte Deutsche eine Herausforderung.


    P.S. das von dir angehängte Notenbeispiel kommt übrigens tatsächlich auch vor, und zwar beispielsweise in den Takten nach 0:45


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    Hab ja nur "Unfug" geschrieben, nicht "Grober Unfug". ;)

    Aber lasst uns nicht über meine sprachlichen Entgleisungen diskutieren, hab einfach sehr subjektiv meine spontane Assoziation kund getan.


    Auf jeden Fall führt diese Notation m.E. nicht dazu, den Song mit dem richtigen Feel zu trommeln, selbst wenn man es lange übt. So notiert, hätte der fahrende Zug eher nen Achsschaden, als dass alles rund liefe.

    Die Notation hat jemand erstellt, der sich ausgiebig mit dem Stück beschäftigt hat und auch ein YouTube-Video dazu zur Verfügung stellt.

    Das heißt meiner Erfahrung nach nicht sonderlich viel. Auf Youtube kann jeder irgendein Tutorial verfassen, ob die Interpretation nun stimmt oder nicht. Zumindest würde ich YT-Videos ebenso wenig als Referenz heranziehen wie Transkriptionen in Fachzeitschriften oder im Netz. Habe überall schon eindeutig falsche Notationen gefunden. Da ich selbst häufig transkribiere, weiß ich allerdings auch, dass man durchaus vereinfacht, um einen Auftrag fertig zu bekommen, wohl wissend, dass kaum ein Drummer jede Note exakt nachtrommelt. Da wird aus einem beliebigen Fill schon auch mal ein "Fill ad lib."

    Klar, wenn ich In The Air Tonight transkribieren müsste, würde ich natürlich schon auf Exaktheit Wert legen.

    Man muss aber auch bedenken, dass ein guter Musiker nicht automatisch auch ein gutes analytisches Gehört hat. Das kann man zwar trainieren, ist aber durchaus auch Veranlagung.

    Danke. Das dachte ich mir auch die ganze Zeit. Wer notiert so nen Unfug? Es wäre völlig ausreichend und deutlich grooviger, die zusätzlichen Akzente ENTWEDER auf der Snare ODER der Bassdrum zu spielen und das jeweils andere gerade durchzuspielen. Zumindest vom musikalischen Standpunkt her. Um die Koordination zu trainieren, kann man das aber schon mal machen.

    Unbek.Pferd

    Entscheidend ist ja, dass es für alle funktioniert. Trotzdem stelle ich mal in den Raum, das is ne Notlösung. Keiner außer dem Drummer ist so richtig temposicher, und statt dass alle üben, verlässt man sich drauf: der Drummer wird's schon richten. In einer guten/sicheren Band kann jede(r) das Tempo halten, und man trägt sich gegenseitig. Während bei guten Musikern bildlich gesprochen der Schwerpunkt in der Mitte zwischen allen Musikern liegt, ist er bei euch am Schlagzeug, und alle versuchen sich dran festzuhalten. Welches Gebilde klingt stabiler? ;)

    Am Ende wird man nie sagen können, dass eins von beiden "besser" ist, aber mehr Freiheit bietet die Sichheit, es solide ohne Click zu beherrschen. Daher schadet es sicher keiner Band, aktiv gemeinsam (mit Click ;) ) zu üben, damit man lernt, es ohne zu können.

    Ich benutze immer ein Click um das exakt vorher geimeinsam bestimmte Tempo vorzugeben,

    Das mache ich häufig, denn es gibt Nummern, die sich für mich zu langsam anfühlen, die aber keinesfalls schneller sein dürfen, weil sonst den Bläsern die Puste ausgeht oder Sänger nur noch Buchstabenkauderwelsch rausbringen. Nach dem Einzahlen wird dann aber auch ohne Fangnetz gespielt.

    Unsere Karnevalsauftritte sind oft sehr strikt getimed.

    Na sag doch, dass ihr ne Karnevalstruppe seid. Da geht's ja schließlich drum, komische Sachen zu machen :D


    Klar, wer drauf steht, soll das machen. Gibt auch Menschen, die sich in Gebäude verlieben und sie heiraten wollen. Ich glaube aber trotzdem, dass es als Standardlösung nicht dazu führen wird, dass ne Band live eher überzeugt. Perfekte Time als Selbstzweck ist nicht das, was gute Musik ausmacht. Selbst im Studio, wo Click als Referenz zweifelsohne hilfreich sein kann, gab es schon Sessions, die von nem gemeinsam live ohne Click eingespielten Basistrack profitiert hätten.

    Da wir keine Samples oder Loops oder Ähnliches haben, geht das eigentlich sehr gut.

    Warum braucht man dann überhaupt nen Click?

    Da ist eine kurze Ansage von mir auch unauffälliger als wenn alle den Blickkontakt suchen

    Irgendwie hab ich das Gefühl, bei euch wird versucht, Probleme technisch zu lösen, statt zu üben, miteinander Musik zu machen. Aber so muss das wohl heute in Zeiten, in denen nur noch Einheitsbrei in Perfektion zählt.

    Wenn man dann ein Sinfonieorchester sieht, ich meine, da sitzen zig Leute

    Glaube nicht, dass sich das vergleichen lässt. Bei Recording Sessions kommen Musiker zusammen, um etwas neues zu schaffen. Mal ausnotiert, mal nicht, mal gibt/gab es nicht mal eine exakte Vorgabe, was zu spielen ist. Klar, früher konnte man ja nicht in der DAW alles vorproduzieren, und viele Stars der jeweils modernen Musik konnten wohl eher keine Partituren aus der Vorstellung schreiben. Zumal auch nicht jeder große Musiker im Rock und Jazz perfekt Noten las.


    Orchester reproduzieren meist Werke anderer, die komplett notiert und schon häufig aufgeführt wurden. Ein Orchestermusiker hat also so manches schon im Repertoire und kann den Rest mit Noten und Aufnahmen vorbereiten. Das Feintuning kommt dann vom Dirigenten. Nicht zu vergessen, die meisten Stimmen sind mehrfach besetzt.

    Ich vermisse vor allem das Gefühl bei Durchblättern alter Kataloge. fwdrums hat es auf den Punkt gebracht.

    Vieles daran war genau diese Träumerei, was man sich leisten würde, wenn man es sich als Schüler leisten könnte. Heute säße ich vor Katalogen, würde sie ähnlich zielgerichtet durchblättern, wie ich Internetseiten durchclicke, und würde mich möglicherweise schmunzelnd an meine jugendlichen Träumereien erinnern. Alleine dafür brauche ich heute keine Kataloge mehr, Informationen finde ich im Netz deutlich schneller. Der letzte Versandhauskatalog bei mir war der eines großen Segelzubehörversenders. Lag tatsächlich noch jahrelang irgendwo rum, während ich längst auf der Homepage stöberte und bestellte.


    Alleine die Preisgestaltung ist heutzutage einer so hohen Dynamik unterworfen, dass ein Katalog, der ja früher notwendigerweise eine Preisbindung einschloss, heute als obsolet angesehen werden kann. Zumindest soweit es Consumerprodukte betrifft. Mal ne Gegenfrage: würde heute noch wer die guten alten Falkpläne kaufen, ehe er in Urlaub fährt? Ich bin froh, dass Navis heute selbstverständlich sind und Google Maps dir sogar weltweit den Weg weist.

    genauso gut spielen wie einer der ganz großen.

    Und auch das ist ja eine sehr weitläufige Definition. Charlie Watts zählt sicher zu den ganz Großen, aber heißt das, dass ich deshalb der schlechtere Drummer bin? Gerade die nicht so sehr technisch orientierten Banddrummer sind oder waren oftmals ja keine Cracks, trotzdem haben sie mir ihrer Art zu trommeln gemeinsam mit ihrer jeweiligen Band das Genre beeinflusst oder gar verändert. Und das hat sie eben groß gemacht, wozu vor allem das Glück gehört, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Was vermutlich in den 60ern und 70ern noch leichter war als heute., weil es eben nicht so sauviele herausragende Drummer gab wie heute, auch dank der neuen Medien.

    Die einen würden einen nach Hause schicken, die anderen nicht.

    Klar, es muss zum musikalischen Anspruch der Band passen, und bei vielen guten Bands würde man vermutlich freiwillig schon nach kurzer Zeit gehen, weil man erkennt, das ist ne andere Liga. Aber Anfänger ist für mich jemand, der noch gar keinen Plan hat, wie man welches Handwerkszeug einsetzt. Als Bandmusikerin musst du den schon haben, auch wenn du selbstredend noch viel, viel lernen wirst. Aber wer nicht? ;)


    Ich finde ehrlich gesagt diese Nomenklatur wenig hilfreich bis ausgesprochen unnütz. Meist wird eh meinem Eindruck nach der Begriff "Anfänger" gerne von den so genannten "Alten Hasen" gebraucht, um damit ihr eigenes Können zu betonen . Helfen tut das aber weder dem Anfänger noch dem Profi. Wenn ich mit einer neuen Sache beginne, würde ich mich eher mit den Worten beschreiben "ich lerne noch", das bezieht nämlich den Fortschritt mit ein, während der Anfänger ein statischer Begriff ist. Lernen ist aber alles, nur nicht statisch. Ok, manche Menschen mögen da ne Ausnahme sein... :D

    Es ist wohl einfach die große Differenz zwischen ihm und mir, nicht die Zeit, aber das unterschiedlich schnelle Lernen und Können.

    Das scheint mir bisher die treffendste Analyse. Solche Naturtalente sind oft etwas schwierig in der Zusammenarbeit, wenn gleichzeitig die Erfahrung fehlt. Nach 7 Jahren hat man noch so viele Flausen im Kopf, da kann es gar nicht perfekt genug sein ;) Abgesehen davon ist es mega doof, auf die wichtigste Komponente guter Songs verzichten zu müssen, das ist nun mal die Gesangsmelodie und der Text. Da muss man als Musiker mit hohem Anspruch ja unzufrieden werden und sich nach Alternativen umschauen.

    Seit wann kämpft ihr euch denn schon ohne Vocals durchs Notendickicht?


    Bei mir persönlich wäre da wahrscheinlich schnell die Luft raus, und ich würde selbst zickig werden. Mal ne Probe ohne Gesang mag funktionieren, aber ständig ohne hätte ich wirklich keine Lust drauf, sofern man nicht Instrumentalmusik macht. Wie ist denn eure Strategie aus der Misere raus?

    Schuldzuweisungen Auf der Bühne sind peinlich und helfen in dem Moment herzlich wenig.

    Finde, das gilt auch für danach. Beim Abbau lauthals über Fehler beschweren führt nur dazu, dass jeder genervt ist und mit schlechter Laune heim fährt. Und auch beim gemeinsamen Abschlußbier sich gegenseitig ankacken sollte man sein lassen. Lieber nur kurz anmerken, dass diese oder jene Situation auf der Bühne unklar war und man gemeinsam bei der nächsten Probe nochmal dran geht.


    Ich hab mir angewöhnt, Fehler auf der Bühne (meine eigenen oder andere) mit Humor zu nehmen statt mit angespannter Miene. Je lockerer man bleibt, umso einfacher findet man gleich wieder zusammen, ist meine Erfahrung. Fehler passieren, sind sympathisch und keinesfalls peinlich. Also nicht damit aufhalten, sonst verkrampfen sich alle, was wiederum neue Fehler mit sich bringt.

    Wenn ich zum Thema DB-Drumming was schreibe, ist das ein wenig, wie wenn der Papst über die besten Stellungen beim Sex erzählt. Aber wenn du mit der Speed Cobra limitiert bist, kann ich mir nicht vorstellen, dass Gear das Problem ist.

    Gene Hoglan spielt ja auch nicht gerade Bluesrock, und er kann sein Zeug auf alten Camcos mit Springerstiefeln abliefern.

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    Auch wenns schwerfällt, hier ist wohl einfach (noch) mehr und vielleicht effektiveres Üben angesagt.


    Ach ja, ich kenn mich in der Terminologie nicht so aus. Wenn du von 200 Bpm sprichst, meinst du dann 8tel oder 16tel?