Beiträge von trommla

    Der Groove am Anfang des ersten Videos erinnert mich an das hier:

    Haha, da hast du jetzt nen Song mit Swing und Shuffle rausgesucht. Das Intro/Zwischenspiel ist ein Swingpattern, der Rest ein Shuffle.

    Ähnlich hier

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    Na klar geht das. Aber nur hören, was der Drummer macht, erfordert mehr Erfahrung, als wenn man noch das Bild dazu bekommt. Ob nun live oder Video. Ging jedenfalls mir früher so. Heute höre ich vieles auch ohne Bild, aber ich hab 40 Jahre Übung darin. Und wenn ich nicht genau höre, was passiert, hilft mir immer noch das Ansehen.

    Ich hab immer am meisten mitgenommen, wenn ich Konzerte besucht habe und den Drummern ein wenig auf die Finger schauen konnte. Da hört man nen coolen Groove, versucht sich auf die Schnelle an der Tischkante klar zu machen, was passiert, und dann übt man daheim, was man glaubte gehört zu haben.

    Früher gabs dafür diverse Musikkneipen mit unterschiedlichen Genres, heute muss Youtube das wohl ersetzen. Aber nicht unbedingt irgendwelche Tutorials, sondern Livemitschnitte. Denn entscheidend ist die Erkenntnis, was zur Musik passt Und wie soll man das ohne Musik nur am Set begreifen?

    Meine Frage wird in Posting #3 deutlich. Hat der Drummer andere Rhythmen zu spielen, oder entsteht der Stil mehr durch Gesang und die übrige Instrumentierung?

    Sowohl, als auch.


    Korkis Darstellung bezieht sich auf das Grundfeeling. Im Swing wird das meistens von der führenden Hand definiert, also Ride oder Hihat. Hinzu kommen typischerweise die getretene Hihat auf 2 und 4, sowie je nach gewünschtem Ausdruck die Snare als Backbeat oder in typischer Comping-Maniert mit synkopierten Einwürfen. Kann aber auch mal mit Sidestick oder auf den höheren Toms passieren.

    Im Shuffle kann das Grundfeeling zwar auch nur auf Hihat oder Ride mit Backbeat gespielt werden, aber ebenso häufig findet man Double- oder Texas-Shuffle, wo die linke Hand den Shuffle synchron auf der Snare spielt, oder die Rechte Hand Viertel oder sogar ein Swingpattern spielt. Oder die Hihat spielt Viertel, die Snare den Backbeat, und nur die Bassdrum shuffelt.

    Du siehst vielleicht schon, um die Stilistik begleiten zu können, benötigst du einen Fundus an verschiedenen Rhythmen. Ein einziger geht zur Not auch, aber dann hört es sich halt auch nach Notlösung an.


    Aber natürlich muss auch die restliche Band die richtigen Dinge spielen, damit der Stil rüberkommt. Ich helfe gelegentlich in einer Bigband aus, die leidenschaftlich irgendwelche Latin-Nummern ins Programm nimmt. Nur gibt es so ziemlich keinen in der Band, der das nötige Gefühl dafür hat, deshalb hört sich alles Sch**** an. Zwar haben die Bläser alles vor sich in den Noten, aber wie so oft sind halt die Dinge die wichtigsten, die nicht in den Noten stehen.


    Nachtrag: nicht unwesentlich ist natürlich auch dein persönliches Ziel dabei. Falls du als Anfänger nur nen Haken dahinter machen willst, kannst du wie Lexi dran gehen, weil im Vordergrund nur deine persönlichen Skills stehen. Um Mitmusiker zu überzeugen und bandtauglich zu spielen, braucht's schon mehr Auseinandersetzung mit der Stilistik als "Gesamtkunstwerk". Ne ungeübte Band mag wiederum schneller zufrieden gestellt sein als Routiniers oder gar Profis, wo man dann schon wirklich einsteigen muss, wie Two es beschreibt.

    Vielleicht reden wir aber auch aneinander vorbei, wenn wir Stilistiken und Rhythmen gleichstellen. Swing und Shuffle sind nicht nur Rhythmen, sondern Stile. Handsätze für bestimmte Grooves mag man auf der Tischkante üben, Stile eher nicht. Denn dazu gehört die Gesamtheit aller Elemente, nicht nur der Part des Drummers. Swing klingt erst nach Swing, wenn ihn alle Musiker eines Ensembles begriffen haben. Deshalb klingen manche Amateurbands besser, manche schlechter ;) Selbiges gilt für Shuffle, Latin, Reggae oder was auch immer. Jede dieser Richtungen hat charakteristische Bestandteile auch am Schlagzeug, aber mit einem einzigen Rhythmus kann man es eben nicht erfassen.

    Auf den ersten Blick ist das für mich etwas verwirrend.

    Für mich auch ;)

    Die Übungen mögen hilfreich sein, um die technischen Grundlagen ternärer Musikstile zu erarbeiten. Würde mir aber beim Verständnis der Stilistik nicht wirklich weiterhelfen. Vielleicht schließe ich da jetzt aber auch zu sehr von mir auf andere. Verschiedene Stile begreife ich durch Hören und Verstehen des jew. Genres, nicht durch isolierte Drumparts.

    Dann mit Worten?

    Ich hatte ähnliches im Sinn, wie Korki es beschrieb. Vielleicht noch ergänzend, Swing ist etwas "fließender" mit mehr Gewicht auf den Vierteln, also 1 2 3 4. Shuffle hebt mehr die Offbeats dazwischen hervor und dadurch etwas "hüpfender".

    Hier gabs vor langer Zeit schon mal nen Fred dazu.

    Triplet-Feel ist nur der Amerikanismus für "triolisch" und impliziert im Gegensatz zu den beiden anderen Feels keinen Musikstil. Wärend man durchaus nen mitreißenden Swing hört oder einen coolen Shuffle, habe ich noch nie irgendwo nen "Triplet" gehört. Deshalb funktioniert Korkis Ansatz für mich gut, Triplet-Feel als durchgehende Triplets abzugrenzen.

    Wirklich eindeutige Definitionen gibt es eh nicht...

    Hallo,Antwort auf deine Frage.Da gibt es keinen Unterschied.

    Ich gehe davon aus, dass die Antwort bewusst provokativ (und wenig zielführend) formuliert ist. Das ist so natürlich nicht richtig.

    Ich glaube die meist gestellte Frage dazu ist. Ist Swing ternär oder binär?

    Komisch, das hab ich mich noch nie gefragt :rolleyes:

    Ich denke schon, dass man Swing grundsätzlich eher als ternär bezeichnen würde. Schließlich findet sich in vielen Noten der entsprechenden Hinweis, dass notierte (gerade) Achtel triolisch zu interpretieren sind. Allerdings ist der Spielraum recht groß und geht tatsächlich insbesondere bei Uptempo-Swing mehr in Richtung gerade.


    Ich vermute, statt sich über die Interpretationen diverser Drummer dem ganzen nähern zu wollen, wäre es zielführender, sich in die Genres einzuhören, zu verstehen, was Band und Drummer da so machen, und dann mitzuspielen. Das hört sich zunächst wahrscheinlich noch nicht richtig "echt" an, wird aber mit der Zeit hoffentlich immer besser. Etwa so wie dein Beispiel mit Bluegrass. Irgendwann legt's nen Schalter um, und du verstehst, "what it is all about".

    die Legenden kann man heutzutage nicht mehr bewundern

    Lebende Legenden sind halt deutlich seltener als verstorbene ;)

    Übrigens gab es mehrere Legenden, die mich live nicht wirklich berührten. Miles Davis z.B. auf seiner letzten D-Tour fand ich so schlecht, dass ich schon überlegt hatte, zu gehen. Wäre ich nicht von einem väterlichen Freund eingeladen worden, hätt ich's wohl auch getan. Aber insgesamt schon oft sehr beeindruckend, die alten Meister zu hören. Dizzy hab ich in ner Turn-/Mehrzweckhalle gehört, und er hat es geschafft, mich dieses unpassende Ambiente völlig vergessen zu lassen.

    Als ich weiter fuhr, verstand ich plötzlich Bluegrass. Es lag in der Luft.

    Wenn man außen vor lässt, dass "alle Zeit der Welt" auch mit einer gewissen Perspektivlosigkeit mancher Regionen in den USA zusammenhängt, hast du Recht. Ich oute mich, Ich mag Bluegrass, bin mir aber manchmal unsicher, ob das nicht auch häufig verklärt wird. Trotzdem cooler Sound.

    Dann behalt‘s für dich. Sorry, nur mein persönliches Empfinden.

    Ich dachte, wir leben noch in einer Demokratie, wo man sagen darf, was man denkt? Sun Ra als anstrengend zu empfinden, ist doch völlig legitim, selbst Wikipedia nennt ihn "umstritten". Hab ihn mal live gehört und fand ihn damals auch nicht wirklich beeindruckend, von seiner Erscheinung auf der Bühne abgesehen.


    Ich versteh noch net ganz, auf welche Einspielung du dich stützt. Was ich in YT finden konnte, ist abgesehen vom dem Piano völlig anders. Einerseits deutlich schneller, andererseits aber auch völlig anders getrommelt, und vor allem: kein Swing-Pattern. Klär uns auf ;)

    Bei Neuerwerb würde ich bei einem Budget von 300 gebraucht kaufen.

    Da nennst du dann aber schon einen exklusiven Anspruch dein Eigen. ;)

    Ich kenne hervorragende Snares für ca. 300 Euro. Gebraucht für's gleiche Geld wird nicht zwingend besser, aber natürlich "deutscher" (alte Sonor) oder "amerikanischer" (alte Ludwig u.a.). Wenn dann beim Anspielen der Rost rieselt, war's eben Sternenstaub.

    Naja, aber dann passt es ja nicht mehr zum Play Along, oder habe ich einen Denkfehler?

    Nein du denkst völlig korrekt. Ohne ein Tool, mit dem man auch das Playalong runterregeln kann, gibt es keinen "Umrechnungsfaktor". Wie schon jemand sagte, könntest du zunächst nur die Viertel durchnageln. Allerdings glaube ich, dass man als Anfänger dann schnell den Shuffle opfert. Meiner Einschätzung nach ist es nämlich noch viel schwieriger, die Bass Drum alleine überzeugend zu shuffeln. Ehe du dich versiehst, bist du in einem straighten Viertelfeeling.

    Wenn es dir um die Begleitung exakt dieser Nummer geht, würde ich eher eine Art Train Beat mit Wechselschlägen auf der Snare vorschlagen. Allerdings sind Shuffles mit 180bpm von Haus aus schon eher sportlich für Anfänger. Ich würde mir Stücke suchen, auf die o.g. Groove passt, die aber d e u t l i c h langsamer sind. Medium Rock Shuffle zum Lernen des Feelings, und wenn der sich gut anfühlt, peu a peu steigern. Irgendwann klappen dann auch schnelle Shuffles.

    Es wird immer bizarrer, welche Preise auf dem Gebrauchtmarkt aufgerufen werden

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    Völlig egal, in dieser Standardgröße gibt es so unendlich viele Modelle, dass jeder Drummer vermutlich ein anderes Modell empfehlen würde. Dass dich das deiner Entscheidung irgendwie näher bringt, bezweifle ich. Ich bin sicher, dass jede Snare in der anvisierten Preisklasse perfekt für deinen Sound präparierbar ist. Fellwahl und Stimmung sind die Schlüsselwörter. Ich würde mir als erstes über die gewünschten Komponenten klar werden. Welche Hoops ziehst du vor? Welche Strainer-Bauform oder konkretes Modell gefällt dir? Welche Form der Lugs magst du besonders? Gibt es sonst Features, die relevant sein könnten.


    Anhand dessen kannst du die Auswahl deutlich eingrenzen und dann noch bei den verfügbaren Finishes Präferenzen einfließen lassen. Bei mir blieben danach schon nicht mehr viele Optionen, und wenn du uns diese dann präsentierst, könnten wir vielleicht konkretere Vor-und Nachteile benennen.


    Allerdings würde ich für dein Genre ja eher 6.5er Modelle anschauen. Die klingen einfach oft fetter, die geringfügig schlechtere Ansprache konnte ich (als überwiegend Jazzer) noch nicht als relevant erkennen. Damit spiele ich eigentlich alles. Sehr hoch gelobte Modelle (in 5 und 6.5) sind die Pearl Special Reserve für 300 Euro, die ich allerdings noch nicht unter den Sticks hatte.

    Bis auf ganz wenige Ausnahmen, der deutschen Teilnehmer in den letzten 25 Jahren, haben die Künstler sich wohl eher keinen Gefallen getan, dort aufzutreten. Karrieremäßig ging es da eher Berg ab, als Berg auf.

    Ganz im Gegenteil. Da die Interpreten ja eigentlich nur die Verkäufer dessen sind, um was beim ESC Komponisten, Texter und Produzenten wetteifern, kann sich doch jede Hupfdohle auf dieser imposanten ESC-Bühne freuen, einmal im Leben dort zu stehen, wovon die meisten nicht mal träumen.

    Wenn man sich vor Augen führt, dass der ESC wohl der größte Wettbewerb für Komponisten/Texter weltweit sein dürfte (korrigier mich wer, falls ich mich irre), kann man eigentlich nur heulen, wie dominant der Kommerz gegenüber musikalischem Anspruch ist. An sich nix neues, aber früher hab ich mir gedacht, kommerziell erfolgreiche Musik spricht zumindest bei vielen ein Gefühl an, aber dieser Einheitsbrei ist ja völlig seelenlos. Eine Armee musikalischer Zombies!

    Einmal kurz ins Video gezappt und direkt Simon Phillips gesehen.

    Hat er dort nen Hausmeisterjob angenommen? Hab nur durchgezappt, aber ich kann mir nicht recht vorstellen, was es für einen international bekannten Drummer auf solch einer Veranstaltung zu tun gäbe.