Find ich völlig normal, dass man Abläufe, die man eigentlich sicher zu beherrschen glaubte, plötzlich versemmelt. Mir geht das regelmäßig bei Bandarrangement so, man übt und bereitet sich zuhause darauf vor, und beim ersten Zusammenspiel klappt plötzlich nichts mehr wie erwartet. Ich kann mir das nur so erklären, dass neben der akustisch neuen Situation (Band statt Click) die Konzentration auf andere Dinge gelenkt ist. Während ich mich daheim komplett darauf konzentriere, meine Bewegungsabläufe auf den Click zu synchronisieren, muss ich plötzlich darauf achten, die Temposchwankungen der Band mitzugehen und sie gleichzeitig einzufangen, die passende Lautstärke zu "bedienen", und gleichzeitig noch auf den Sänger, Dirigenten oder Solisten zu achten. Für die Kontrolle meiner Muskulatur bleibt plötzlich nicht mehr viel "Hirnschmalz" übrig. Ähnlich stelle ich es mir bei deiner Situation vor. Du bist konzentrationsmäßig noch sehr vom neuen Pattern gefangen, gleichzeitig vielleicht auch leicht euphorisiert über den vorangegangenen Übefortschritt, was deine Konzentration ablenkt. Und das führt dann dazu, dass du dem alten, vermeintlich sicheren Pattern plötzlich nicht mehr die Konzentration widmest, die er immer noch braucht. Da hilft nur weiter üben, bis sich alles so gesetzt hat, dass es sogar weiter läuft, während du über den nächsten Urlaub oder die letzte Nacht mit deiner Frau nachdenkst.
Insofern wäre der nächste logische Schritt eigentlich, bewusst die Konzentration auf andere Dinge zu lenken, während du deine Patterns weiter übst. Dazu könntest du statt strengem Click passende Musikstücke "begleiten". Sowas mache ich auch mal gerne daheim im Wohnzimmer am Pad, um mich während des Übens bewusst etwas ablenken zu lassen. Und der Erfolg richtet sich dann weniger an der akustischen Präzision als am völlig fließenden Körpergefühl aus. Training der Propriozeption statt der akustischen Rückkopplung quasi.