Beiträge von trommla

    Wenn du Beschreibungen vertrauen willst, kannst du auch Produktbeschreibungen der Hersteller lesen. Wie sich eine Maschine tatsächlich anfühlt, ist immer ein Zusammenwirken der Pedalkonstruktion, deiner individuellen Technik, der vorgenommenen Einstellungen und der zu bedienenden Trommel selbst.


    Klar, jeder wird dir sagen, ein Direct Drive Pedal überträgt die Kraft besonders direkt, was bei einer starren Verbindung einerseits erwartbar ist und zweitens auch nicht unbedingt intellektuelle Höchstleistungen erfordert, wenn es schon im Namen drin steckt.


    Mir persönlich ist die Art der Kraftübertragung ziemlich wurscht, ich komme mit allem klar, sofern die Maschine nicht wackelt, quietscht oder sonstwie unrund läuft. Ich habe auf einer Speedking gelernt, dann kamen mit Camco die konzentrischen Kettenantriebe, die sich seitdem für lange Zeit als Quasi-Standard hielten, und die ich meistens spielte. Aber diverse Proberaumsets hatten auch Straps oder Direct Drive.

    Ich merke aber ehrlich gesagt größere Unterschiede aufgrund ungewohnter Einstellung als durch die Art der Kraftübertragung. Eher relevant ist meinem Gefühl nach z.B., ob die Kraftübertragung linear oder nicht-linear ist.

    Eine Bassdrum wird oft so stark gedämpft, dass da gar nichts mehr schwingen kann.

    Da hast du schon recht, klingt aber auch sch...

    Dann macht ein Hydraulik also im Vergleich nix besser 8o


    Aber ohne diese Grundsatzdiskussion fortführen zu wollen, es redet niemand das Hydraulik schlecht. Es ist ja nicht ohne Grund seit Jahrzehnten auf dem Markt. Nur unmikrofoniert für Akustikgigs ist es relativ schlecht geeignet. Das können andere - auch vorgedämpfte - Felle deutlich besser.

    Ich hab auf meiner 20"er Evans Hydraulik drauf

    Ich hatte noch nie eins auf der Bass Drum, fand aber auf Toms Hydrauliks immer viiiiel zu gedämpft und durchsetzungsschwach. Hydrauliks gehen meines Erachtens nur abgenommen, alles andere halte ich im Bandkontext für Murks. Klar, alleine geht vieles, auch der berühmte Pizzakarton ;)

    Muss es eigentlich unbedingt ein Bassdrumfell sein?

    Meines Wissens haben die Bassdrumfelle einen anderen Fellkragen und Ring, damit der Holzreifen gut darauf sitzen kann. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre mein Vorschlag "Versuch macht kluch", so eher nicht.

    eher so im Akustikbereich mit Contrabass und unpluged Gitarre

    Meiner Erfahrung nach tönt da eine nicht zu trockene Bassdrum mit Bauch und etwas Ton im Abgang im Zusammenspiel deutlich besser, weil man sie auch leise getreten fühlen kann. Ne 18er nehme ich eh nur noch für sehr kleine Bühnen mit, weil mir der Bauch fehlt. 22" rulez.

    Darum soll die BD auch leise trocken klingen

    s.o. eine trockene Bassdrum geht leise eher unter als eine "nasse", sofern wir nicht von der Schwimmfähigkeit im Ententeich reden.

    Gitarristen müssen im Lied ja auch immer mal zum Bodentreter, um den Sound umzuschalten.

    Richtig, aber Gitarristen spielen auch nur mit 2 Extremitäten und haben 2 zum Umschalten übrig ;)

    Also ich bin mir nicht sicher, ob man nicht einfach mit den Möglichkeiten des Drumsets zufrieden sein sollte, wie sie sich seit Generationen für alle erdenklichen Musikstile bewährt haben. Das richtig zu beherrschen, finde ich oft schon Herausforderung genug.


    Verschiedene Snaresounds mögen unter Studiobedingungen nett sein, aber den wenigsten Musikstücken dürfte was wesentliches fehlen, wenn nur 1 Snaresound verfügbar ist.

    Möchte gar nicht wissen wieviele Lkws kommen wenn man noch die ganzen Pa-Anlagen,

    Gerüstbau (Bühne), Lichteffekte und wat weiß ich alles dazu zählt. Das müssen ja ganze Konvois sein und dann noch die ganze Planung, Organisation

    für so ne Tour.

    Ich erinnere mich an Pink Floyd 1994, da waren es glaube ich 12 Sattelzüge je Bühne, und das gesamte Ding ging dreimal durch Europa. Während am Ort A die Show lief, wurde für Ort B gerade aufgebaut, während an Ort C der Abbau lief. Zusätzlich 24 Sattelzüge Produktion, also Licht, Ton, Backline und ggf. Bühnendeko. Das leisten natürlich nicht viele Verleiher, und die auch nur unter Zuhilfenahme anderer Anbieter am Markt. Schon beeindruckend.

    Hab gerade in einem Anfall von Nostalgie dieses Video gefunden und daraufhin die Zahlen aktualisiert. Man bekommt einen ganz guten Eindruck von Produktionen dieser Größenordnung, selbst wenn diese Tour schon fast 30 Jahre zurück liegt.


    Wenn man die im Video genannten Summen für eine solche Produktion hört, wird klar, dass das Drumset in der Gesamtschau nicht wesentlich größeren Stellenwert besitzen dürfte als die Schrauben zum Verbinden einzelner Trusselemente. Wenn es nach der Tour hinüber ist, wird es als Betriebsmittel abgeschrieben, und gut ist. Die Kosten für eine "werterhaltende" Weiterverwendung, also Anzeigen schalten, Abnehmer finden, Transfer etc. übersteigen wahrscheinlich den zu erzielenden Verkaufserlös. Könnte mir vorstellen, dass vor der finalen Entsorgung im Team rumgefragt wird, ob jemand Interesse am Kauf hat, danach dürfte es Glückssache sein, was wo ggf. irgendwann wieder auftaucht.

    Wegen möglicher mechanischer Schäden wäre ich relativ entspannt, ich gehöre aber auch nicht zu denen, die ihr Set unter Decken "schützend verhüllen" oder jeden Dritten autoritär von jedweder Berührung abhalten.


    Im Alltag des gewöhnlichen Banddrummers fällt mir aber nach über 40 Jahren keine Situation ein, in der ich ein solches Ungetüm in der Snare vermisst hätte. Eine Zweitsnare liegt immer irgendwo herum, Donuts etc. zum Auflegen aufs Fell bieten schnell und unkompliziert zusätzliche Soundvarianten, und wer nicht ein Faible für Klangcollagen und andere experimentelle Musik hat, braucht selten mehr als 2 verschiedene akustische Snaresounds.


    Ehrlich gesagt finde ich die von Cody demonstrierten Sounds auch deutlich eingeschränkt im Gegensatz zu einzelnen Snares. Insbesondere empfinde ich sie als in sich nicht stimmig. Die Obertöne der 14er Snare sind mir zu dominant, die 12er und 10er hingegen klingen regelrecht "pappig". Zwar sollte eine Dämpfung am Fellrand sich bei den kleineren "Kesseln" nicht auswirken, aber ob das dann wirklich so ist?


    Abgesehen davon ist mir eine Kontrolle der Stickposition in Bezug auf Fellmitte und -rand auf diese Art zwar nicht unmöglich, aber sicher erschwert. Und beim Rimshot hätte ich tatsächlich Angst, die innere Gratung zu beschädigen. Also fällt meine Einschätzung bezogen auf deine Ausgangsfrage ziemlich eindeutig aus: unnötiges Gadget ;)

    Ich glaube, ich hatte was überlesen. Du schreibst von Snare-Shuffle, der dann aufs Ride wechselt, oder? Was macht denn die Snare dann im B-Teil/Chorus? Nur noch den Backbeat? Dann könnte ich mir vorstellen, dass die Band davon irritiert ist. Versuch doch mal, was passiert, wenn du beim Wechsel aufs Ride nen Texas Shuffle (Double Shuffle) spielst. Also dass die Snarehand weiter shuffelt, zusammen mit der rechten Hand. Damit erhältst du die Energie des Snareshuffles trotz Ridepattern.

    Ach du meine Güte, nehmt doch nicht alles so ernst ;)


    Wer mit einem Paradiddle ala M.M. zufrieden ist, ist doch deshalb kein schlechter Mensch. Zumal ich den Ansatz ja gar nicht falsch finde, mir ist nur bei all dem wichtig, wie das Ergebnis KLINGT, nicht wie schnell es ist.


    Dass du, liebe Pauline, mit deinem Ansinnen glücklich bist, ist am Ende die Hauptsache. Für mich ist Merlini dennoch nichts anderes als ein mittelalterlicher Fahrensmann, der dem einfachen Volk irgendwelche Wundermittelchen anpreist, von denen am Ende nur einer profitiert, nämlich der Quacksalber selbst.


    Musikalisch ist der Kram völlig irrelevant, beeindruckt aber natürlich, vor allem wenn man noch nicht so viel Ahnung hat.

    Ich bin gerade etwas geschockt, dass das zuletzt verlinkte Video offensichtlich von manchen als Referenz für Paradiddles gesehen wird. Ich habe ehrlich gesagt im professionellen Kontext selten so unsaubere und holprige Paradiddles gehört =O Musik ist mehr als Speed!


    (Sollte ich mich gerade der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben, möge man mir verzeihen, ich kenne den Typen nicht)

    Jetzt mal ganz ernsthaft, ich finde es überhaupt nicht abwegig, ein oder mehrere Sets verpackt im Keller zu lagern, selbst wenn man keinen Platz zum Aufbauen hat. Erstens weiß man nie, wann einem die Zweitband über den Weg läuft, zweitens musiziert man ja (hoffentlich) länger als nur ein paar Jahre, und wenn sich in dieser Zeit das musikalische Spektrum erweitert, ist ein zweites, komplett anders gestimmt Set plötzlich ne echte Option.

    Die - eh schon recht unzuverlässige - Einteilung in irgendwelche Klassen vom Produktionsland abhängig zu machen, sollte in meinen Augen inzwischen ausgedient haben. Dazu sind zu viele Produkte aus ehemaligen Niedriglohnländern auch in gehobenen Marktsegmenten fest etabliert.


    Allerdings hatte ich bei meiner Aussage die Serie aus Unkenntnis auch falsch eingeordnet. Selbst in der (oberen) Mittelklasse behaupten ich und andere ja gerne, könne man jedes Set amtlich stimmen. Auch deshalb finde ich deine Kapitulation interessant.

    irgendwie war mir der Verlauf schon klar, als der TS im Eingangspost seine echt gute Band erwähnte 😉


    Die - leider viel zu kurze - Hisorie der Drumcraft-Drums ist echt bedauerlich, und wer heute zum schmalen Kurs ein 5er/6er/7er/8er bekommt, macht mit Sicherheit keinen Fehler. Meins geb ich aber nicht her, hehe :D

    günstige und gute Sets mit Retro-Sound

    Ich halte das für ziemlich zu vernachlässigen. Ob ein Drummer retro klingt, liegt primär an der Spielweise. Ein Retro-Set hilft eher der authentischen Optik auf der Bühne. Wer in seinem Leben nicht ausschließt, auch noch andere Musikstile zu bedienen, kann durchaus ein einigermaßen modernes Set kaufen.


    Mit dem Preisrahmen für ein taugliches Shellset hast du natürlich trotzdem völlig Recht. Mit etwas Glück gibt es sogar für das Geld geeignete Komplettangebote, auf denen man "echt gute Musik" machen kann. Apropos, der TS hat immer noch kein Budget genannt...


    schon eine wirkliche Bass Drum

    eine wie deine muss man aber auch erst mal finden. Bin immer noch begeistert von dem Mördersound ^^

    Bezahlbar ist natürlich recht individuell. Manche(r) macht sich keine rechte Vorstellung, was ein bandtaugliches Set kosten SOLLTE und wo der Luxus beginnt. Da gibt es dann Leute, die gerade mal 300 Euro erübrigen wollen/können. Anderen hat irgendwer den Floh ins Ohr gesetzt, dass es schon mindestens ein Tama Starclassic sein muss, um im Bandkontext gut zu klingen. Und an ordentliche Becken denkt man erst mal gar nicht, die machen eh nur Zisch ;)


    Wie hoch soll denn dein Budget sein? Und was ist ggf. bei deinem Sammelsurium schon vorhanden, was du weiterverwenden würdest?

    Grundsätzlich stelle ich hier mal die (gar nicht sehr kühne) Behauptung auf, dass selbst ein günstiges Set mit guten Fellen gut klingen wird, wenn man stimmen kann und das Set nicht defekt ist. Die Spreu trennt sich vom Weizen eher bei der Hardware, als da wären: hakelige Stimmschrauben, wackelige Stative, dysfunktionale Snareabhebungen etc. Und wie oben schon geschrieben, werden Becken häufig übersehen. Da siehst du dann tolle Sets, an denen immer noch teilweise die Messingteller der Erstausstattung hängen.


    Als ganz grobe Orientierung scheint mir, dass Baureihne, die auch als Shellsets angeboten werden (also ohne Hardware) in der Regel eine ausreichende Qualität mitbringen, um auch ernsthaftes Musizieren zu ermöglichen. Was nur als Komplettpaket angeboten wird, richtet sich hingegen typischerweise an ahnungslose Anfänger, die ein Rundum-Sorglos-Paket wollen. Dem ambitionierten Drummer bereitet so etwas hingegen meist echte Sorgen, weil nix so richtig funktioniert ;)