Ich versuche das Ganze selbst zu erlernen (bis auf paar Stunden die ich wegen der Stockhaltung hatte) und weiß auch, dass es dadurch mit Sicherheit langwieriger ist und das es dadurch bestimmt zu Fehlern in der Technik etc. kommen wird.
Mit diesem Statement ist eigentlich alles gesagt, denn ein Lehrer ist genau dafür da, das zu leisten, was wir hier nicht leisten können. Es gibt zu viele Beispiele hervorragender Drummer, die überwiegend autodidaktisch gelernt haben, als dass man immer nur mit erhobenem Zeigefinger zum Lehrer mahnen sollte. Und mit Social Media Angeboten haben wir heute eine Fülle an Chancen, nahezu unendlich vielen Drummern auf die Finger zu schauen, mit uns zu vergleichen und davon zu lernen.
Die eigenen Bewegungsabläufe zu erspüren, zu analysieren und zu optimieren, ist jedoch ein Prozess, den man erlernen muss, und dabei kann ein guter Lehrer helfen. Ich finde ein optisches Feedback hilfreich, z.B. Spiegel oder Video, um meinen Spielfluss zu bewerten. Manches fühlt sich nämlich flüssig an, und erst im Video sehe - und höre - ich die Verkrampfungen. Teilweise erfreulicherweise auch umgekehrt, dass man sich noch unsicher fühlt, die Bewegungen jedoch schon flüssig aussehen. Dann weiß man wenigstens, man ist auf dem richtigen Weg.
Bei deinen Problemen bin auch ich der Meinung, nur langsam kommt man schnell zum Ziel. Alle noch nicht sicheren Abläufe sollten nicht nur gerade so langsam begonnen werden, wie man es eben noch sicher beherrscht, sonder wirklich langsam in einer absoluten Wohlfühlzone, oder sogar bewusst auch mal extrem langsam. Es ist überhaupt nicht entscheidend, sich zum Ziel zu setzen, alle soundsoviele Zyklen das Tempo steigern zu können. Man mag zwar am Ende des Tages messbare 30 bpm "Fortschritt" erzielt haben, das sagt aber nichts über die Verbesserung deiner Bewegungsabläufe aus.
Stattdessen kann ich mich in einem langsamen Tempo wunderbar stundenlang bei einem Pattern aufhalten und die Betonungen wandern lassen, oder die gleiche Übung dynamisch ausgestalten, also laut - leise - laut - decrecendo - crescendo usw.
All das trainiert die Kontrolle über deine Muskulatur weit mehr, als ständig auf Geschwindigkeit zu üben, und trotzdem wirst du mit der Zeit merken, dass auch die Schnelligkeit zunimmt.
Und ob du jetzt moellerst, gladstonest, finger controlst, svivelst, heel-toest oder sonstwas, ergibt sich möglicherweise dabei relativ natürlich, weil dein Körper Zeit hat, selbst zu bemerken, was sich am besten anfühlt. Ich bin z.B. auf's Moellern gekommen, lange bevor ich wusste, dass Stanford Moeller diese Technik beschrieben hat, einfach weil es sich bei mir gut angefühlt hat. Der einzige Input war eine alte Dave Weckl VHS, bei dem diese Bewegung so beeindruckend flüssig aussah. Moeller wachte ja auch nicht eines Morgens auf und nahm sich vor "heute könnte ich mal moellern" 