Was sich für eine Band eignet, hängt von so vielen Faktoren ab, das lässt sich glaube ich gar nicht so pauschal sagen. Eine Karnevals- und Partyband, die in jeglicher Lautstärke und ohne langen Soundcheck "Studio"sound möchte, ist mit E-Drum vermutlich gut bedient. Aufbauen, Einstecken, richtigen Sound wählen, und ab geht die Luzie. Kein Stimmen, nach dem Gusto des Tontechnikers abkleben oder sonstwas nötig, und keiner sagt "Spiel mal leiser".
Allerdings birgt halt Elektronik in der Regel mehr Gefahr für technische Defekte mit teils aufwändiger Fehlersuche. Ein A-Set ist krisensicherer, und dass ausgerechnet beim Gig mehr als der Verlust eines Beckenfilzes zu beklagen ist oder ein Stick bricht, ist mir in 40 Jahren nie passiert. Immer vorausgesetzt, man hält sein Gerät in Schuss, was auch bedeutet, es spielen nicht ständig wildfremde Leute im öffentlichen Probenraum drauf rum.
Sobald es mehr in Richtung handgemachter Musik gehen darf, finde ich Akustiksets nach wie vor, auch von der Spielfreude her, weit überlegen. Erstens sieht es auf jeder Bühne gut aus (Beim E meist nur "würg"), zweitens spüre ich mein Instrument beim Spielen, weil es Schall abstrahlt. Die viel breitere Dynamik macht das Spiel intensiver, weil ich von (brutal) laut bis extrem leise alles ad hoc bedienen kann. Ein echtes Pianissimo klingt halt auch komplett anders als ein runtergeregeltes elektronisches Signal.
Andererseits ist ein E-Set oft transportfreundlicher, und wenn der Bandbus nur noch wenig Luft hat, mag das von Vorteil sein.
Ein völlig subjektiver Aspekt könnte sein, dass ich einen Drummer, der sich nur als E-Drummer bei einer Band bewirbt, gefühlsmäßig als Musiker nicht für voll nehmen würde, weil ihm die Basis seines Instruments fehlt. Ich weiß, das lässt sich überhaupt nicht sachlich begründen, aber in meinen Augen muss ein ernsthafter Drummer einfach Akustikset beherrschen. Was er dann de facto nutzt, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.