Du verstehst es immer noch nicht
Schwierige Aussage, was soll man denn in so einer "weichen" Definition wie der eines Künstlers richtig oder falsch verstehen?
Was auch immer jemand tut und damit Erfolg hat, muss man doch immer eines im Gedächtnis behalten. Meist sind es nicht die messbaren, objektivierbaren Fähigkeiten, sondern der Fleiß und die Hartnäckigkeit, mit der jemand seine Ziele verfolgt. Am Ende steht - manchmal - der große Erfolg und damit auch die große Projektionsfläche für Neider und Besserwisser aller Couleur. Wie oft hat unsereins schon gedacht "was der kann, kann ich doch schon lange" oder "klar, technisch herausragend, aber langweilig-uninspiriert"?
Das geht einem als Angestellten bei manchem Chef so, bei Politikern, und eben auch bei Musikern/Künstlern, würde ich meinen. Wer nicht grundlegend talentfrei und zusätzlich vom Pech verfolgt ist, kann meines Erachtens bei entsprechendem Fleiß immer ansehnlichen Erfolg erzielen. Was wir als persönlichen Stil verschwurbeln, ist im Grunde lediglich die Aussage "gefällt mir". Als ambitionierter Schlagzeuger versucht man sich seinen Vorbildern durch "Kartierung" ihrer Spielweise zu nähern und nennt das deren "Stil". Ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen will.
In jedem anderen Job sprechen wir von Routine, beim Künstler verstehe ich es aber exakt genauso, wenn er seinen Job intensiv ausübt und logischerweise mit der Zeit sein Handwerkszeug perfekt beherrscht. Hätte Buddy Rich irgendwas anderes als Swing spielen müssen, wäre das Resultat möglicherweise nicht viel musikalischer gewesen als bei jedem von uns, weil ihm da die Routine fehlte. Zum Glück schützte ihn seine Arroganz, alles andere als sein Metier für unter seiner Würde zu betrachten, vor großen Peinlichkeiten. 