Beiträge von trommla

    Nochmal zur "Geiz-ist-Geil-Mentalität":


    Es ist halt immer ne Kosten-Nutzen-Abwägung, und da bin ich eher bei Beeble. Solche Clinics sind je nach Künstler nett, kurzweilig und inspirierend, aber das Attribut "lehrreich" fällt mir zu keiner bisher besuchten Clinic ein. Sollte das ausgerechnet bei Simon Phillips anders sein?


    Der Mehrwert für 2 Stunden netten Zeitvertreib ist im Vergleich zum Konsum diverser Youtube-Videos doch zu gering, als dass mir das 50 Euro plus Verpflegung wert wäre. Nein, halt, ich lüge, auf einer dieser Clinics bekam ich von Mark Schulman ein Paar Sticks geschenkt, weil ich als erster einen 5/4 korrekt identifizierte ;)


    Ansonsten ist, soweit es mich betrifft, Schlagzeug für sich alleine meist ziemlich langweilig, da gehe ich lieber auf Konzerte mit Band, Lightshow und Jedöns.


    Trotzdem toll, dass es Menschen gibt, die solche Veranstaltungen organisieren für diejenigen, die mehr damit anfangen können als ich. Viel Erfolg!!!

    Hi Konstantin,


    schön, mal wieder was von dir hier präsentiert zu bekommen. Die Erfahrung, in solch einem Studio aufzunehmen, ist sicher beeindruckend. Habt ihr das regulär bezahlen müssen, oder konntest du bestehende Kontakte nutzen?


    Zur Musik kann ich wenig sagen, ist nicht mein Genre. Faszinierend auf jeden Fall, dass so junge Burschen in dieser Stilistik unterwegs sind.


    Was mir nach wie vor auffällt, du hast beim Spielen stellenweise eine Ausstrahlung, wie wenn du gar keine große Lust zu spielen hättest. Das ist für meinen Geschmack deine derzeit größte Baustelle, denn einen guten Musiker, dem die Leute gerne zuhören, macht auch eine gewisse Präsenz und gute Laune beim Spielen aus.


    Ich übertreibe mal absichtlich, bitte nicht auf euch beziehen: langweilige Musik von geilen Entertainern reißt mich im Zweifel mehr mit als hochspannende Musik von ein paar Trantüten dargeboten.

    Am Ende des Tages - sorry - thats what it costs (inkl. Raummiete, Anlage, GEMA, etc. etc.) und ist für den gebotenen Rahmen SEHR günstig. Wer billig will, bleibt bitte zu Hause und schaut Youtube Videos - an den richtet sich die Veranstaltung NICHT.


    Sorry, wollte dein Konzept keinesfalls schlecht reden. Die Clinics, die ich bisher besucht hatte, waren alle mit Sponsoring und entsprechend deutlich günstiger bis gratis. Aber du hast völlig recht, wenn man alles selbst organisiert und finanziert, möchte man auf seinen Kosten nicht hängen bleiben. Die Glocke ist ne gute Location mit - nach meinen bisherigen Erfahrungen - gutem Sound und guten Technikern, das geht nicht umsonst her.


    Daher wünsche ich dir natürlich gutes Gelingen, wenngleich die Veranstaltung ohne mich stattfinden wird.

    Naja,Craig Lauritsen zum Beispiel (und mittlerweile ja auch die renommierten wie Zildjian und Agop) imitieren ja mittlerweile auch bei ihren neu produzierten Becken eine Patina, teilweise in sehr aufwändigen Verfahren. Ob der KLang nun "besser" wird, liegt im Ohr des Zuhörers.


    Solche Ansätze gehören für mich ebenso wie viele audiophilen Auswüchse (Kabel für mehrere Tsd Euro je Meter) ins Reich der Psychoakustik, man könnte es wohl auch Hokuspokus nennen. Mir schien, nachdem ich mal wieder ein Blech gewienert hatte, der Klang auch immer plötzlich um Nuancen heller/schärfer. Spätestens im Zusammenhang mit dem ganzen Set gespielt, habe dann nicht mal ich selbst mehr einen Unterschied feststellen können.


    In einem übersättigten Markt schaffen solche Ideen Begehrlichkeiten, die das langfristige Überleben der Unternehmen sichern. Und der Glaube versetzt bekanntlich nicht nur bei uns Drummern Berge.

    Ne, als ich mal auf nem DDrum Dios mit Frostet EC2 spielen musste, ging sie fast unter :D


    Nicht mal mein magischer Stimmschlüssel mit einem Kern aus Einhornhaar bekam auf die Schnelle einen annehmbaren Sound aus den Dingern. Lag aber vermutlich am Besitzer des Sets, der vom Stimmen ähnlich viel Ahnung zu haben schien wie ich von Raumfahrttechnik.
    Klangattribut: Butterbrotpapier

    EC2 sind - etwas subjektiv gefärbt - die Felle, die ich nicht mal auf meine Toms aufziehen würde, wenn ich damit die Welt retten könnte.
    Hatte da mal ne traumatische Erfahrung :D


    Allerdings habe ich schon technisch unterschiedlichere Felle gehört, die doch erschreckend ähnlich klangen. Daher würde ich mir wegen dem "S" keine allzu großen Sorgen machen wegen relevanter Klangunterschiede. Wenn's ganz blöd läuft, hörst du im direkten Vergleich - erfahrene Ohren vorausgesetzt - in Nuancen minimale Unterschiede. Spätestens im Kontext eines kompletten Sets wirst du beides nicht mehr voneinander unterscheiden können.


    Trotzdem verstehe ich natürlich dein Bedürfnis, nicht die Katze im Sack kaufen zu wollen :)

    oder kickport???


    Ehe ich mir - auf ne Jazz-BD - ein Kickport baue, kaufe ich mir für wenig mehr Geld ein neues Reso ohne Loch.
    Habe selbst keine Erfahrung, allerdings habe ich über den Kickport durchaus schon Rezensionen gelesen, dass das Teil wenig bis gar nichts bringt.


    Edit: der Aufwand, nach Bedarf das Reso zu tauschen, hält sich meiner Erfahrung nach absolut in Grenzen bzw. ist in ein paar Minuten erledigt.

    Indem man den Durchmesser der Trommel vergrössert


    :thumbup:
    Meine 18er Catalina spiele ich mit weißen PS3 vorne und hinten. Frontfell mit einem 4" Loch nahe am Rand, Schlagfell natürlich ohne Loch ;)
    Keinerlei Dämpfung im Inneren, Fronfell mit deutlich Ton gestimmt, Schlagfell eher tief, aber nicht labberig. Gerade für leisere Musik reicht mir der Bass, wenn's mehr sein soll, nehm ich ne größere Trommel.
    Allerdings habe ich - gerade bei der Vintage Series - auch schon die Erfahrung gemacht, dass die BD vom Fahrersitz aus dünner klingt, als sie im Raum zu hören ist.

    Wow, eure Musik ist ja ne echte Zeitreise. Klanglich hört es sich über meine Laptop-Quäken an, als ob der Sound gerne noch ne Spur dreckiger sein dürfte, aber insgesamt finde ich es schön gemacht. Klasse auch euer Chorgesang.


    Gut, der Bandname steht hier nicht zur Debatte, aber mein erster Gedanke: pubertär-peinlich.
    Überlagert bei mir leider den sonst sehr guten Gesamteindruck.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass Big Band Mukke nicht so meins ist


    Mag jetzt doof klingen, aber ich bin noch nicht mal ein echter Jazzfan.
    Was ist so toll dran, wenn der Ablauf im Gunde immer daraus besteht:
    Thema A - Thema B - Thema A - Thema B - so viele Soli, bis keiner mehr Bock hat - Thema A - Thema B - Schluss 8|


    Wieviel geiler ist da gut gemachte Rockmusik, wo die Band von vorne bis hinten einrastet und man als Zuhörer einfach mitzappeln kann! Dachte ich wenigstens, bis mir beim Big Band spielen klar wurde, dass das die Partybands der damaligen Zeit waren, zu deren Sound 1000 Leute abfeierten.


    Erst seit ich über diesen Umweg regelmäßig auch in kleinen Besetzungen jazze, fühle ich mich spielerisch in diesem Genre wohl, denn inzwischen habe ich ein bisschen Gehör dafür entwickelt und genieße es, nicht mehr nur ellenlang einstudierte Programme zu spielen, sondern sich dank vieler Standards auch spontan zusammenzufinden und vor Publikum zu spielen. Da ist Jazz für einen selbst in meinen Augen anscheinend die flexiblere Musik im Vergleich zu "modernerem" Zeug. Oder sind einfach die Musiker flexibler? Oder das Publikum? ;)


    Insofern kann ich dich nur ermutigen, dich trotz geringer Affinität mal näher mit dem Thema Big Band zu beschäftigen. Der zeitliche Aufwand ist nicht wesentlich höher als die regelmäßige Unterrichtsstunde, die dir gerade fehlt, und im Gegensatz zum Unterricht kostet dich ne Big Band Probe noch nicht einmal Geld, ist aber vermutlich eine der effektivsten Varianten, sein Jazz-Drumming zu verbessern.

    Ich hatte zwar schon etliche Jahre immer wieder etwas Jazz gespielt, bin aber vermutlich wie du lange Zeit etwas zu verspielt rangegangen, statt eine gewisse Klarheit zu entwickeln. Was mir - aus heutiger Sicht - am meisten geholfen hat, ein Jazzdrummer zu werden, mit dem die Leute anscheinend ganz gerne spielen, war häufiges Big Band spielen, vor allem in den letzten 5 Jahren.


    Zunächst bekam ich vom Musikalischen Leiter ähnliche Rückmeldung wie du von uns in den letzten Tagen. Mit der Zeit klappte es immer besser, sich auf's Wesentliche zu reduzieren und zu wissen, wann die Band welche Kicks braucht. Erst letztens erhielt ich von einer Saxofonistin eine tolle Bestätigung, indem sie sagte, sie hätte das Gefühl, dass ich durch meine Spielweise die ganze Band auf ein höheres Niveau heben würde. Das ist natürlich für einen Drummer das geilste Kompliment überhaupt, wenn man zu denen gehört, die es für die Aufgabe des Drummers halten, die Band gut klingen zu lassen. Von wem stammt doch gleich die Aussage? Habs vergessen :(


    Na wie auch immer, Big Band braucht halt maximale Klarheit, damit jeder sich daran orientieren kann. Und das funktioniert in kleinen Besetzungen auch, wenngleich man da etwas freier werden darf.

    Du schreibst von "Backings"..ist damit gemeint, eine Paraphrasierung NACH der Paraphrasierung zu kopieren an den Drums


    Nein, Backings bezeichnet üblicherweise den Teil des Arrangements (in einer Bigband), mit dem ein Teil der Bläser ein Solo oder eine Melodie rhythmisch-harmonisch unterlegt. In Bezug auf eure Aufnahmen bezog es sich allgemein auf den harmonischen Unterbau von Klavier und Gitarre und deren Phrasierungen. Diese würde ich gezielt, aber sparsam akzentuieren, also eher mitspielen als daran vorbei.


    Im Moment spielt jeder in der Rhythmusgruppe für sich, und das Ziel wäre, aufeinander zu hören und miteinander so zu akzentuieren, dass alle zusammen "einrasten".
    Von Steve Houghton gibt es noch diverse andere Videos, lohnt sich mit Sicherheit, da mal genauer hinzuhören.

    Hoppla, nach Anfängern hört sich das wirklich nicht an.


    Viele Anregungen meiner Vorschreiber würde ich unterschreiben. Ergänzend vielleicht noch zum Comping mit der linken Hand (jaja, ich weiß schon...). Man kann natürlich den Solisten begleiten. Effektiver finde ich es meist, die Backings zu compen. Das kann in eurem Fall das Piano mit seinen Synkopen sein, oder Backings der Horns, oder eine hübsche Gitarrenbegleitung. Euer Pianist gibt ja einiges an schönen Phrasierungen mit dazu, und mit der Zeit entwickelst du sicher ein Gefühl dafür, wo er seine Kicks setzt.


    Hör mal hier rein, das finde ich recht aufschlussreich:


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    Wie immer fettes Kompliment an alle, die hier das Ergebnis ihrer kreativen Arbeiten präsentieren, auch an dich und deine Band.


    Offen gestanden klingt dieser Song für meinen Geschmack noch nicht fertig. Insbesondere der Chorus hört sich an, als ob ihr beim Mastern ein paar Spuren versehentlich gemutet hättet. Da fehlt einfach was. Harmonisch bewegt ihr euch im Refrain ja in ziemlich klassischen Four Chord Gefilden, da sollten dann - für mein Empfinden - auch Harmonien hörbar sein, statt die Gesangslinie nur von einem Unisono begleiten zu lassen. Da gehört einfach mehr "Kleber" rein, falls das verständlich ist.


    So, wie es jetzt ist, verliert der Chorus gegenüber der Strophe an Intensität, und das ist ja eigentlich falsch herum.