Beiträge von trommla

    Ich denke allerdings, manche Freizeitmusiker machen den Fehler, zu glauben, dass Oberklasse etwas über die Qualität aussagt. Vergleichen wir es mal mit der Deutschen liebstem Hobby, dem Auto. Mit jedem Fahrzeug der unteren Mittelklasse (z.B. Golf) kann man ohne Probleme auch weitere Strecken angenehm fahren. Sie verfügen über alle notwendigen Features, damit die Fahrt nicht zum Horrortrip wird und man auch kritische Situationen möglichst unbeschadet übersteht. Inzwischen gehören auch früher als luxuriös geltende Merkmale wie Klima, elektrische Fensterheber und ähnliches meist zur Serienausstattung. Typische Oberklassefahrzeuge heben sich durch riesiges Platzangebot, hochwertigeres Interieur, modernste elektronische Helferlein und anderen Schnickschnack davon ab. Eben purer Luxus.


    Müssen oder wollen wir deshalb alle S-Klassen oder gar Maybachs fahren? Ich nehme an, die meisten haben mit ihrem Golf nicht halb so viele Bauchschmerzen, wie sie anderen Forenusern mit ihren Behauptungen verursachen, gescheite Schlagzeuge bekäme man sowieso garnicht unter dem Modell xxx des Herstellers yyy.

    Autsch, das ist ja doch wie bei IKEA. Erst mal den Inbus-Schlüssel suchen ;)


    Die Feder gehört zwischen die beiden Teile mit den gezackten Rändern, das ergibt (irgendwann) den Schrägsteller des Snareständers. Der Bolzen mit dem flachen Kopf verbindet dann die beiden Teile, auf die Gegenseite schraubst du die (fehlende) Flügelmutter. Solche Muttern gibt es in schöner auch im Fachhandel (z.B. Thomann), dazu musst du nur wissen, welches Gewinde der Bolzen hat. Das kannst du aber vermutlich auch gleich bei Thomann erfragen, da der Ständer vermutlich ebenfalls ein Millennium ist.
    Ganz angezogen hält er beide Hälften zusammen in Position, etwas gelockert kannst du die Neigung des Snarekorbes justieren.


    Die übrigen Teile kann ich nicht alle zuordnen. Die Schrauben mit Vierkant-Kopf sind Stimmschrauben (bis auf die ganz kurzen, das könnte eher an die Snare-Abhebung oder Memory-Locks bei den Toms passen). Das Lochblech könnte das Buttend der Snare sein, paßt auch zu den beiden kleinen Schrauben (das ist die Gegenseite der Saitenabhebung der Snare, wo der Snareteppich befestigt wird)
    Die ganz kleinen Unterlegscheiben gehörten vermutlich zu den Stimmschrauben, die größeren kann ich nicht zuordnen. Das Teil auf der im Bild rechten großen Unterlegscheibe müßte ein Ersatzgewinde für Stimmböckchen sein. Hab ich was vergessen?

    Hat eigentlich von euch jemand ein Set zum üben und eins zum auftreten oder habt ihr da schon die Qual der Wahl ;), ganz im Sinne von GAS


    Ich könnte mir vorstellen, dass es Kollegen gibt, die das so handhaben, wäre aber für mich unlogisch. Meine Sets (derzeit nur 2) decken unterschiedliche Stile ab. Mit dem einen mache ich überwiegend Jazz/Funk/Acoustic, das andere ist eher für die rockigere Ecke gedacht. Dazu gibt es noch ein Proberaumset, das aber nicht mir gehört. Ich bin da recht pragmatisch und sehe das Instrument als Werkzeug. Es macht ja auch wenig Sinn, einen Hammer für daheim und einen für Arbeiten bei Bekannten zu kaufen. Da hat man halt auch einen kleinen, einen großen, vielleicht einen Zimmermannshammer etc., den man einsetzt, wie es gerade nötig ist.


    Die Qual der Wahl, ob ich zum nächsten Gig nun das Rockset in "pink-clouds-over-deep-red-carpet" oder "yellow-bricks-under-the-blue-sky" mitnehme, brauche ich nun eher nicht, bzw. das gibt das Budget nicht her.

    Hallo Bouley,


    gerade am Samstag hatte ich einen Gig mit einer Saxofonistin, die erst mit Ende 30 angefangen hat, Sax zu spielen. Anscheinend hat sie die Zeit seither gut und intensiv genutzt, auf jeden Fall konnte sie mit ihrem Instrument umgehen ;)


    Entscheidend ist nur, ob du selbst das Gefühl hast, dich musikalisch weiter zu entwickeln, und das kannst du nur rausfinden, indem du es versuchst.


    Das persönliche Ziel muss ja nicht immer Profimusiker sein. Ich hatte einen Schüler, der mit Ende 30 begonnen hatte, eher wenig talentiert war, aber für sich selbst erkannt hatte, dass das Trommeln für ihn ein Weg zu mehr Körperbewusstsein war. Und für sich selbst machte er deutliche Fortschritte, selbst wenn er nie in Bands gespielt hat.


    Grüße,
    Jan

    Marcus
    Vielleicht hängt das auch vom Blickwinkel des Anwenders ab. Für jayjay und mich mag es korinthenkackerisch klingen, ein anderer hat aber vielleicht Spaß an diesen klanglichen Nuancen, die ich gar nicht abstreiten möchte. Soundtüftelei um ihrer selbst Willen ist ja nichts Verwerfliches.
    Aber für die meisten Schlagzeuger halte ich das für weit weniger relevant, als von Herstellern und Fachpresse angepriesen. Und im Bandkontext verspielt sich das wenige dann restlos.


    ParadeDrummer
    Bist du vom Fach? Dann bitte mal eine kurze Einführung in die genannten Varianten und deren Unterschiede ;)

    @TheDoc
    Und ein bisserl Spinner darf man ja auch sein in unserem Geschäft, man sollte nur wissen, dass man es ist ;)


    jayjay
    Hab gerade einen Blick in deinen Vorstellungsthread geworfen. Ich finde das eine sehr gute Herangehensweise, nur noch Mittelklasse-Sets zu spielen und dabei auf etwas Beifall seitens der GAS-Fraktion zu verzichten. Und das Geld reicht dann für mehrere Sets ;)

    Diesbezüglich gefällt mir z.B. Nussbaum deutlich besser, als Birke (der Sound hat subjektiv viel mehr "Bauch" und weniger Höhen)


    1.) Hörst du diesen Unterschied auch blind mit zwei dir nicht näher bekannten Trommeln unter den Stöcken eines anderen Trommlers?
    2.) Vergleiche mal deine Formulierungen mit denen bekannter Testmagazine. Kann es sein, dass du hörst, was du zu hören erwartest?


    Ich glaube, wir unterschätzen meist die Aspekte der Wahrnehmungspsychologie. Unsere Erwartung sagt uns, dass die teuerste Trommel mit dem schönsten Finish und dem größten Namen am besten klingen muss, also tut sie das in unseren Ohren, besonders wenn wir selbst dafür bezahlt haben. Und dass uns das Produkt, das unsere Vorbilder spielen, denen ein Stück näher zu bringen scheint, wenn wir es selbst spielen, ist ein Grundgedanke der Werbung.


    Grüße,
    Jan

    Auf jeden Fall schaffen es die Marketingstrategen und die von ihnen abhängigen Drummagazine regelmäßig, mein physikalisches Grundverständnis aufzumischen ;)
    Soll nun ein Kessel frei schwingen? Ein schwingender Kessel absorbiert mehr Energie als ein starrer, andererseits soll durch Schlagen des Schlagfells das Reso mit angeregt werden, was am besten durch eine recht starre Übertragung ohne Energieverlust geschieht (vgl. das berühmte "Managerspiel").


    Ich gehöre sicher nicht zu den Soundtüftlern hier im Forum und höre ganz sicher nicht das Gras wachsen. Wenn ich zwei von den Abmessungen gleiche Snares völlig unterschiedlicher Kesselmaterialien nebeneinander stelle, höre ich bei der besten und identischsten mir möglichen Stimmung geringe Unterschiede durch die Fellwahl. Wahrnehmbar bemerkbar macht sich der verwendete Teppich. Auch Stahl- oder Gußreifen verändern den Klang einer Trommel.
    Wirklich interessant wird es bei unterschiedlichen Kesseldurchmessern und -tiefen.
    Dass ich unterschiedliche Snares verwende, hat einzig und alleine den Grund, dass ich für unterschiedliche Stile nicht ständig umstimmen möchte, sondern einfach unkompliziert die entsprechend "präparierte" Snare aus dem Case nehme.


    Unterschiede, die bei verschiedenen Trommeln teils massiv ins Gewicht fallen, sind dagegen schlecht laufende Stimmschrauben, unpräzise, laute oder hakelige Abhebungen, wackelige Tomhalterungen und dergleichen mehr. Eine gute Drumcompany muß sich vor allem in dieser Disziplin gut schlagen, alles andere halte ich im Wesentlichen für Hokuspokus. Aber klappern gehört ja bekanntlich zum Handwerk.
    Welcher Hersteller möchte schon das Set fürs Leben verkaufen, wenn er weiß, dass dann der Markt in relativ kurzer Zeit erschöpft wäre. Da es im Gegensatz zur Elektronikbranche bei Kesseln schwer ist, eine geplante Obsoleszenz einzubauen, muss man halt mit edlen Designs gepaart mit vollmundigen Versprechungen den Markt am Leben halten.


    Als ich vergangenen Samstag einen Gig auf einer fremden DW-Snare gespielt habe, blieb jedenfalls wieder einmal die Erleuchtung aus.

    Kürzlich jammte ich auf einem Catalina Club Jazz eines Kollegen - klang wirklich nicht schlecht -
    gibt es ja auch in der Rock-Variante. Die bauen ja heute auch in Fernost kaum noch schlecht klingende Sets
    und einen Versuch wäre es wohl wert.


    Auch wenn der TS sich schon entschieden zu haben scheint, kann ich Ol'Pete nur zustimmen. Das Gretsch CCJ ist natürlich kein Oberklasse-Set, aber für 500,-€ habe ich den Versuch selbst gewagt, nicht bereut und war beinahe erstaunt, dass man es mit einem ernsthaften Instrument zu tun hat. Mit richtigen Fellen auf jeden Fall ein günstiges, gut klingendes Kit, das man auch bei ernsthaften Ambitionen ohne schlechtes Gefühl einsetzen kann.


    Grüße Jan

    Interessiert dich nur der Sound deiner Videos? Gutes Drumming entsteht zunächst mal durch nen guten Groove, solide Technik und präzises Timing. Alles Dinge, die ich bei dir noch deutlich ausbaufähig finde.
    Wärest du Neueinsteiger nach 1 Jahr Üben, fände ich deine Leistung beachtlich, nach 5 Jahren hättest du da sicher schon mehr rausholen können. Zumindest reicht so etwas wie in dem Video nicht, um eine Band gut klingen zu lassen. Selbst mit High-End-Drumsound nicht.


    Wäre ich an deiner Stelle, würde ich zunächst mal - abgesehen vom Drumtuning - alle Soundfragen (inkl. "Videoproduktionen") außen vor lassen und mir wirklich gewissenhaft die Basics draufschaffen, bis ich den Eindruck hätte, dass mein Spiel solide ist. Talent hast du nämlich anscheinend schon und könntest glaube ich mehr daraus machen.


    Oder geht dein Interesse primär in Richtung Tontechnik? Dann will ich nichts gesagt haben ;)


    LG,
    Jan

    Hallo Lui,


    wenn ich deinen Thread hier so verfolge, frage ich mich, wie du eigentlich später mal dein Leben ohne fremde Hilfe meistern willst.*kopfschüttel*


    Ein Schlagzeug ist doch kein Ikea-Regal. Sofern dein Kumpel nicht ALLES demontiert hat und jede Spannschraube einzeln daher kommt, probier' doch einfach aus, was wohin passt. Ein Forum wie dieses ist toll, wenn man an einem bestimmten Punkt trotz großer Eigenleistung einem Problem nicht auf die Schliche kommt, aber kaputt machen kannst du beim Aufbau nichts (außer vielleicht durch Gewaltanwendung), und durch Experimentieren lernst du viel mehr, als wenn du ständig minmalste geistige Eigenleistung vermeidest und sofort die Fachleute fragst.
    Als nächstes kommt dann wohl die Frage "muss mein Hintern beim Spielen dann auf die Sitzfläche des Hockers?"


    Sei bitte nicht böse über mein Unverständnis, ich denke nur, dass dir etwas mehr Eigeninitiative, Experimentier- und Entschlussfreudigkeit gut täten.


    Grüße,
    Jan

    Im Proberaum in Hanau nutze ich die Tama-Kabelmaschine so ein bisschen, allerdings fast ausschließlich im geschlossenen Zustand.


    Also du hast eine Yamaha und eine Tama? Solltest du die Tama mal loswerden wollen, dann denk mal an mich ;)


    Zum Thema: ich stand vor der gleichen Entscheidung und habe mich aus Budgetgründen für die X-Hat entschieden. Für meine 10er Deckel reicht sogar die vom Thomann locker aus, hält bombenfest und bietet ausreichend Flexibilität. Dass man den "Andruck" nicht justieren kann, kann ich verschmerzen, das läßt sich über die Clutch ausreichend dosieren, wenn man wie ich einen etwas washigen Sound mit wenig Druck möchte.

    Hab letztens einen Gig auf so einem Kit gespielt. Schien ganz solide zu sein. Allerdings kann ich zum Sound wenig sagen, weil Pinstripe drauf waren, und die sind nicht so mein Ding.


    Für kleines Geld würde ich es vermutlich kaufen, wenn ich Bedarf hätte. Der Preis scheint ok zu sein.

    Hallo Phil,


    ich habe mich inzwischen von dem Gedanken verabschiedet, eine Lösung zu finden, die auch nur annähernd einem A-Set gleichkommt. Ein E-Set, auch mit Meshheads und guten Sounds, hat ja immer nur endliche Dynamikstufen und Spielzonen sowie aufnahmetechnisch optimierter Drumsounds, und ich staune an solchen Sets immer, wie geil ich plötzlich spiele ;) Die Feinheiten einer realen Snare bringen mich schnell wieder auf den Boden zurück.


    Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich nun auf einem E-Set oder - wie in meinem Fall - oft auf einem A-Set mit Gummimatten in Kombination mit einem Fußpad von HQ übe, außer natürlich die höhere Spielfreude mit guten Sounds. Da aber Rudiments oder Koordinationsübungen an sich nicht den Gipfel der Spielfreude darstellen, ist mir das egal.
    Jede dieser Übehilfen ist m.E. für diese Dinge ausreichend und in Ergänzung zum A-Set zu verstehen. Ein Vorteil von Pads ist für mich der wesentlich geringere Kostenfaktor, und das BD-Pad hat weiterhin den Vorteil, dass es wesentlich strenger zu mir ist ;)


    Aber mal eine andere Frage: kann es denn sein, dass in einem Einfamilienhaus kein Kellerraum mit Tür zur Verfügung steht, den man zum Proberaum umbauen könnte? Bei ernsthaften und realistischen Profiambitionen halte ich es für unabdingbar, eine Übemöglichkeit für akustische Instrumente zu schaffen. Hast du darüber mit deinen Eltern mal gesprochen?


    Grüße,
    Jan

    GigaGoldi:


    Das hängt wesentlich davon ab, ob
    a) der Raum trocken und temperiert ist
    und
    b) noch andere Bands/Drummer regelmäßig auf dem Set spielen.


    In einen Gemeinschaftsproberaum würde ich auch eher was günstiges stellen, da ich leider immer wieder die Erfahrung mache, dass nicht alle Kollegen pfleglich mit dem Instrument umgehen. Hat mich in meiner relativen Anfangszeit mal ein original altes K-Crash gekostet :(


    Für mich alleine unter "kontrollierten" Bedingungen sehe ich es wie HOHK und du.