Beiträge von trommla

    ja es gibt Musikrichtungen in denen es durchaus angebracht ist etwas härter drauf zu kloppen


    Um der Erwartung des Publikums gerecht zu werden, ganz sicher. Aber wenn ich mir nachmittags im Büro Gedanken mache, wie ich abends meine Freundin glücklich machen kann, muß ich ja auch nicht schon am Schreibtisch kommen. Sorry, dass mir spontan gerade kein anderes Beispiel eingefallen ist, aber vielleicht verstehst du, was ich damit sagen will.


    Wie auch immer, überzeugen werden wir uns gegenseitig wohl nicht, und das macht ja auch gar nix. Vielleicht reden wir in 20 Jahren nochmal ;)


    Grüße
    Jan

    Ich hatte meine Gedanken dazu an sich schon einige Post vorher ausgeführt. Aber ich fasse es gerne noch mal zusammen. Wie schon geschrieben, beschreibt das lediglich meine persönlichen Erfahrungen.


    a.) um die musikalische Ausführung zu erarbeiten bzw. auszuwerten, differenzieren unsere Ohren bei geringerer bzw. mäßiger Lautstärke besser. Natürlich muß man sich hierzu die finale Soundqualität, welche ein technisches Merkmal ist, im Kopf ein wenig vorstellen können.


    b.) die konkrete Vorbereitung auf Livesituationen erfordert natürlich am besten Originaltechnik, Originalsetting und Originalsound. Das ist aber dann wiederum keine musikalische, sondern eine technische Probe, und m.E. steht das, wenn überhaupt möglich, erst am Ende einer Reihe der Probenphase.


    c.) klingt doof, aber ich lasse mir von einem Mitmusiker doch nicht aufoktroieren, laute Proben mit Monitoring fahren zu müssen, nur weil einer nicht professionell und diszipliniert genug leise spielen kann. Da denke ich dann genauso egoistisch wie du ;)


    Bislang habe ich durchwegs positives Feedback bekommen, Aussagen (von Musikern, Tonis und Produzenten) wie "...leider wissen viele Drummer nicht, wie man leise spielt..." bestärken mich durchaus darin, dass meine Herangehensweise nicht ganz falsch ist.
    Und was sagt man einem Rockgitarristen, der im Proberaum ständig jammert, dass er sich nicht hört? "Dann dreh dich leiser" Klingt vielleicht für manche paradox, ist aber meistens wirklich so, weil die Frequenzen sich nicht so aufschaukeln und aus dem Brei plötzlich Sound wird. Zumindest habe ich meine Bands damit (fast) immer überzeugen können.


    Aber letztendlich sollte man sich in der Band glaube ich vor allem einig sein, wie man probieren will. Wenn alle zufrieden sind, machts allen Spaß :)

    Hallo Drumex,


    da hab ich wohl in die "Ratschläge" des Vaters zu viel Kompetenz reininterpretiert. Er scheint ja wirklich total ahnungslos zu sein.
    "Jetzt zeigt euch Papa mal, wie man richtig Musik macht..." (ohne Worte :( ).


    Auch wenn ich im Gegensatz zu vielen Usern der Meinung bin, dass man erst Bühnenbedingungen und -lautstärke braucht, wenn die musikalischen Feinheiten wirklich stehen und nur noch das Bühnensetting fehlt (das sind dann im Gegensatz zu musikalischen im Grunde technische Proben), erscheint auch mir vor allem eure Bandkostellation bzw. Kommunikation schwierig. Da gibts auf Dauer nur 2 Lösungen: wenn alle Instrumentalisten mit der Sängerin unzufrieden sind, dann trennt euch von ihr. Aber das scheint ja nicht gegeben zu sein wenn ichs richtig verstanden habe.


    Wenn die restliche Band es anders sieht als du, dann kannst nur du gehen und dir was besseres suchen. Wäre vielleicht die beste Lösung. Zumindest hier in München werden für deine Richtung immer Drummer gesucht, und warum sollte das im Pott anders sein? Dann hältst du einfach den Ball flach, bis du was neues hast, und dann Tschö.


    Grüße
    Jan

    @ Holzhacker:
    Bei deiner Aussage bin ich froh, dass in meinen Bands der Schlagzeugstuhl immer schon von mir besetzt war. Musiker, die denken wie du, gibt es im Hobbysektor zwar reichlich, trotzdem halte ich eine solche Arbeitsweise für wenig hilfreich.


    @Drumex
    Die Aussagen des Vaters des Gitarristen finde ich zwar, falls sie wortwörtlich zitiert sind, etwas einseitig, aber die Intention, die ich aus diesen Aussagen lese, trifft es doch im Wesentlichen.


    Ich kommentiere die 4 Punkte mal aus meiner Erfahrung:


    1.) Natürlich klingt ein Set leise gespielt anders als laut, allerdings läßt sich auch leise gespielt ordentlich dampf machen. Weshalb wir Drummer und unsere Mitmusiker das oft anders wahrnehmen, liegt daran, dass die meisten Drummer keine Übung darin haben, ihre Parts leise zu spielen. Somit entstehen beim Spielen Unsicherheiten, die man dann hören kann (z.B. unfreiwillig laid back oder "unrund"). Deshalb sollte man als Drummer m.E. genau das intensiv trainieren.


    2.) Unter Dynamik verstehen manche Hobbymusiker auch laut und lauter (vor allem kommt das wohl bei Gitarristen vor ;) ) Mischen von Laut und Leise ist da schon mal kein schlechter Ansatz. Allerdings besteht Dynamik nicht nur aus (arrangierten) Wechseln von Laut und Leise, sondern individuell bei jeder (Intrumental)Stimme aus dem "Spielfluß", der dynamische Wechsel viel subtiler einbindet und zumindest bei guten Musikern Teil ihrer "Erzählweise" ist. Das ist dann nicht mehr Teil des Arrangements, sondern künstlerische Interpretation. Sozusagen die persönliche Note im Spiel. Da hat man bei moderater Lautstärke einfach mehr Spiel nach oben, ohne nach unten viel einzubüßen.


    3.)Ich habe immer Gehörschutz am Mann, brauche ihn aber selten, weil ich in meinen Bands und Projekten selten allzu lauter Musik ausgesetzt bin. Live hat man natürlich manchmal Räume, die auf der Bühne gräßlich laut mulmen, aber auch hier kann man meist Abhilfe schaffen (z.B. alle Amps so leise pegeln, wie es GERADE NOCH geht, und dann über Abnahme nur das FOH-Signal hochfahren und die Bühnenlautstärke auf "Wohnzimmerlautstärke" lassen. Aber das müssen Gitarristen und Basser erst mal mitmachen.


    4.) Für einen transparenten Gesamtsound ist eine niedrigere Lautstärke eher gut als schlecht. Unter anderem ist das physiologisch einfach zu erklären, da das menschliche Gehör bei hohen Lautstärken viel schlechter in der Lage ist, Feinheiten zu differenzieren. Das trifft aufs Publikum ebenso zu wie auf Musiker, Live wie im Studio/Proberaum. Bei der Probe musikalische Feinheiten zu erarbeiten, geht bei geringer Lautstärke logischerweise deutlich besser, als wenn man ein Brett fährt.


    Die häufig anzutreffende Aussage von Musikern, (Rock)Musik klänge nur bei höherer Lautstärke gut, ist vielleicht ein ähnlicher Trugschluss, wie der "Traumsound" eines Drumsets, den ich verzweifelt durch Stimmen erzielen will, um zu klingen wie die Aufnahme XY meines Idols Z. Verstehst du was ich meine? Wir kennen unsere Heroes meist von großen Bühnen, bei denen natürlich eine hohe Gesamtlautstärke gefahren wird. Und weil uns das so beeindruckt, denken wir, dass diese Musik laut sein muß. Dass aber evtl. auch bei den Topacts auf der Bühne "Zimmerlautstärke" herrscht, bekommen wir nicht mit.


    Der letzte Punkt meiner Ausführung ist allerdings etwas spekulativ, ich stehe nämlich eher selten mit Topacts auf der Stadionbühne ;)


    Wenn eine Sängerin so wenig Stimme hat, wie du das beschreibst, würde ich mir die Frage stellen, ob das auf Dauer funktionieren kann. Ist sie live auch so zurückhaltend oder gibt sie da richtig Gas?


    Grüße
    Jan

    Hey, schön groovig und tight gespielt. Aber das schrub schon einer vor mir, oder?


    Wie habt ihr aufgenommen? Track by track, oder alles live? Bleibt die Nummer instrumental, oder darf man sich noch auf eine Veredelung mit (weiblicher) Gesangsstimme einstellen? Die Nummer schreit ja buchstäblich danach.
    In diesem Sinne dann auch meine (vorsichtige) Kritik: Für eine 100% überzeugende Instrumentalnummer sind mir persönlich im Moment noch zu wenig Ecken und Kanten (im positive Sinne) drin, eher erinnert mich das an die berühmte "Fahrstuhlmusik". Aber auch das muss man können. Der geile Kontrabass entschädigt fast schon wieder dafür.


    Und dass die Nummer vom Gitarristen ist, hört man irgendwie ;)

    Bei immer wieder den gleichen Fragen kann man schon mal den Überblick verlieren. ;)


    Ich denke aber, dass der Post tatsächlich nicht an dich war, denn das AKG ist zwar kein Spitzenklasse-Set, aber sicher eine völlig ausreichende Lösung.
    Mit 7x Murks sind wohl eher die Koffer für 159,- mit der oft versprochenen "Profi-Qualität" gemeint.

    phil


    Entschuldige, wenn mein Kommentar etwas boshaft war, ich wollte damit nicht deinen autodidaktischen Ansatz pauschal schlechtreden. Ich setze mich selbst auch oft hin und analysiere das Spiel anderer, nicht unbedingt nur weltbekannter Drummer und lasse mich davon inspirieren, wie das wohl jeder ernsthafte Schlagzeuger macht. Und wenn nun gerade ein m.E. völlig irrelevanter Schlagzeuger wie Cobus Potgieter dich inspiriert, ist das auch völlig o.k.


    Trotzdem freue ich mich jeden Tag riesig, dass ich irgendwann mal die Basics gelernt und geübt habe (mit guten Lehrern!), um heute wenigstens im Ansatz die Dinge spielen zu können, die ich möchte, auch wenn aus mir kein Colaiuta oder Weckl mehr wird. Ohne Lehrer limitiert man sich selbst mehr als nötig, und das fand ich nie besonders prickelnd.

    Und Außerdem bedeutet sich Einflüsse holen ja nicht immer kopieren...zum Beispiel habe ich mir Kram bei Cobus abgeguckt, meine Art und Weise das zu interpretieren am Set ist aber ne ganz andere


    Den Satz lasse ich mir gerade auf der Zunge zergehen. Ein überzeugter Autodidakt mit zweijähriger Spielpraxis "interpretiert" das Werk eines anderen Autodidakten, der seinerseits, soweit mir bekannt, nur durch gut inszenierte Drumcovers bei Youtube bekannt geworden ist.

    Dann isser doch U87, sogar U20.


    Aber zur Frage. Wenn, wie ich vermute, das Geld noch eine wesentliche Rolle spielt, dann kommt hier der Standard-Rat, der schon oft in gefühlten 1000 Threads zum Thema genannt worden ist. Fang mit nem ausreichend guten BD-Mic und zwei guten Overheads an. Das kostet zwar genauso viel wie ein Mikrofonset, hält aber dafür auch gehobeneren Ansprüchen stand.

    Langsam habe ich das Gefühl, hier diskutiert die Prä-Youtube-Ära mit der Youtube-Generation :) Wenn ich mir manche YT-Phänomene anschaue, ist eine gründliche Ausbildung wohl tatsächlich nicht mehr zwingend erforderlich, und was man kann bzw. geübt hat, ist wurscht, solange man oft genug angeklickt wird. (Ach du sch..., ich hör mich ja schon an wie ein alter Sack).


    Aber vielleicht sollten wir dem Threadstarter mal seinen Thread zurückgeben, den wir für eine sicher interessante Diskussion gerade ein bischen annektiert haben.


    Grüße
    Jan

    Mit Rudiments lernt man nicht, sich durch das Schlagzeug auszudrücken, seinen Stil zu finden. Es geht - wie schon gesagt - nur um Grundlagen: Technik und Unabhängigkeit.


    Ich glaube, wir sehen Rudiments einfach anders. Klar, 3 Stunden 'nen blöden Paradiddle zu quälen, bis er sich mir unterordnet, ist ne Geschmackssache. Interessant wird er erst dann musikalisch, wenn man z.B. das ganze auf dem ganzen Set orchestriert und verschiedenste Kombinationen austestet. Steve Gadd kann man den sehr eigenen Stil schwerlich absprechen, und der baut z.B. viele Grooves auf Rudiments auf. Ich würde die Rudiments tatsächlich etwas mehr wertschätzen, aber das kommt vielleicht noch, wenn du nach neuem Vokabular suchst.


    Grüße
    Jan

    Am Ende gehts auch darum, was man übt. Meiner Meinung nach bringen z.B. Rudiments nur in sehr begrenztem Maß was


    Ja ne is klar. Und Leute wie Colaiuta, Lang etc. haben weder besonders lange noch Rudiments geübt, das erkennt man an ihrem Spiel ja sofort.


    Wenn das für dich funktioniert, weil deine Musik es nicht erfordert und du eh immer nur Freizeitmucker sein wolltest, ist das eine Sache. Aber verallgemeinern läßt sich das nicht. Mit gutem Lehrer wärst du vielleicht in der Lage, etwas mehr über deinen Tellerrand zu blicken ;)

    Erst mal natürlich ein "Herzlich Willkommen" an dich.


    Hach, ist das schön, auch mal was anderes hier zu hören als Metal. :)


    Eure Songauswahl ist natürlich teilweise schon hohe Schule, für die man lange üben muss, um näher an die Originale heranzukommen. Das man euren Aufnahmen daher (noch) eine gewisse "Unbedarftheit" anhört, finde ich normal.


    Was mir bei deinem Drumming auffällt, ist eine Tendenz, zu sehr hinter dem Beat zu spielen. Also nicht gewollt/gekonnt "laid back", sondern einfach hinterher. Vermutlich ist das ein Ergebnis des Versuches, jazz-konform locker und leise zu spielen. Den umgekehrten Fall hört man ebenfalls oft bei rockigen Uptempo-Nummern, nur da gehts ab nach vorne, besonders in Fills. Da hilft imho am besten, die Dinger alleine oder gemeinsam zum Click zu üben, bis die Nummern zu fliessen beginnen.


    Wäre ich in so einer Band, würde ich vermutlich vorschlagen, mehr auf Klasse statt Masse zu achten, sprich ein bis zwei Nummern mit realistischem Anspruch auszuwählen und diese zu perfektionieren, statt jede Probe neue Songs auszuprobieren. Das bringt euch vermutlich auf Dauer in eurem Zusammenspiel deutlich weiter.


    Allerdings hängt das wesentlich vom eigenen Anspruch ab, und vielen Hobbybands geht es ja eher darum, gemeinsam eine Kiste Bier leerzuproben, statt bei der Frau auf der Couch zu sitzen ;)


    Viel Spaß weiterhin,


    Grüße
    Jan

    Literatur hierzu: "A brief introduction on Moeller's feet for combats"


    Mann, die Füße haben seine Vorbilder doch noch zum Marschieren gebraucht !!!

    Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich ja um einen Contest und keine Aufnahmeprüfung, die Auswahl des/der Stücke scheint euch ebenfalls freigestellt. Somit dürfte das Ziel darin bestehen, die Jury zu beeindrucken, ohne dass besonderer Wert auf (subjektiv) "richtig" oder "falsch" gelegt wird. Daher würde ich persönlich versuchen, den Unterschied zwischen beiden subtil herauszuarbeiten. Ob dieser dann genau der Intention des Komponisten entspricht, erscheint mir zweitrangig,


    Steve
    Bei den lesbaren Ausschnitten handelt es sich durchgehend um eine 2/4 Takt. Vielleicht doch noch mal die Basics nachholen? ;)

    Das ist ungefähr, als wie wenn man zwei Achtel Noten durch vier Sechzehntel Noten ersetzen würde

    Hallo Steve Miller,


    du gibst dir die Antwort auf deine (falsche) Aussage selbst. Wenn du 8tel durch 16tel ersetzt, sind diese natürlich doppelt so schnell. Ebenso ist das auch bei Triolen und Sextolen. Du kannst eine 8tel Triole durch eine 16tel Sextole ersetzen, welche dann natürlich doppelt so schnell gespielt wird.


    EINE 16tel Triole kannst du aber nicht durch EINE 16tel Sextole ersetzen, weil die Bezugsgröße eine andere ist. Und zwar ersetzt die 16tel Triole ZWEI 16tel, die entsprechende Sextole VIER 16tel. Daher entsprechen rein von der Anzahl der Schläge zwei Triolen einer Sextole bei jeweils gleichen Notenwerten, womit wir wieder bei der Ausgangsfrage nach dem Unterschied wären ;)


    Grüße
    Jan

    Ich habe auch einige Jahre Erfahrung als Schlagzeuger von Schulorchester und Schulbands hinter mir. Wenn sich in den letzten 30 Jahren nicht grundlegend was geändert hat, ist es vermutlich beinahe jedem sch...egal, was mit den Schlaginstrumenten passiert.


    Das richtige Werkzeug und normalen Kraftaufwand voraus gesetzt, kannst du glaube ich nichts kaputt machen. Schlimmstenfalls besteht das Problem weiterhin, und wenn du vorhandenes Material durch Eigeninitiative aufwertest, freuen sich alle (natürlich, ohne dass du jemals ein "Dankeschön" dafür hörst ;) )


    Grüße
    Jan


    Btw, mein damaliger Vorstoß, den verantwortlichen Lehrer zu animieren, das völlig derangierte Drumset gegen ein funktionierendes auszutauschen, wurde zunächst sogar befürwortet. Als ich nach einiger Zeit noch einmal fragte, bekam ich zur Antwort, das wäre ja alles schön und gut, "aber erst müsse man mal ein paar Instrumente kaufen". :wacko: