@ Holzhacker:
Bei deiner Aussage bin ich froh, dass in meinen Bands der Schlagzeugstuhl immer schon von mir besetzt war. Musiker, die denken wie du, gibt es im Hobbysektor zwar reichlich, trotzdem halte ich eine solche Arbeitsweise für wenig hilfreich.
@Drumex
Die Aussagen des Vaters des Gitarristen finde ich zwar, falls sie wortwörtlich zitiert sind, etwas einseitig, aber die Intention, die ich aus diesen Aussagen lese, trifft es doch im Wesentlichen.
Ich kommentiere die 4 Punkte mal aus meiner Erfahrung:
1.) Natürlich klingt ein Set leise gespielt anders als laut, allerdings läßt sich auch leise gespielt ordentlich dampf machen. Weshalb wir Drummer und unsere Mitmusiker das oft anders wahrnehmen, liegt daran, dass die meisten Drummer keine Übung darin haben, ihre Parts leise zu spielen. Somit entstehen beim Spielen Unsicherheiten, die man dann hören kann (z.B. unfreiwillig laid back oder "unrund"). Deshalb sollte man als Drummer m.E. genau das intensiv trainieren.
2.) Unter Dynamik verstehen manche Hobbymusiker auch laut und lauter (vor allem kommt das wohl bei Gitarristen vor
) Mischen von Laut und Leise ist da schon mal kein schlechter Ansatz. Allerdings besteht Dynamik nicht nur aus (arrangierten) Wechseln von Laut und Leise, sondern individuell bei jeder (Intrumental)Stimme aus dem "Spielfluß", der dynamische Wechsel viel subtiler einbindet und zumindest bei guten Musikern Teil ihrer "Erzählweise" ist. Das ist dann nicht mehr Teil des Arrangements, sondern künstlerische Interpretation. Sozusagen die persönliche Note im Spiel. Da hat man bei moderater Lautstärke einfach mehr Spiel nach oben, ohne nach unten viel einzubüßen.
3.)Ich habe immer Gehörschutz am Mann, brauche ihn aber selten, weil ich in meinen Bands und Projekten selten allzu lauter Musik ausgesetzt bin. Live hat man natürlich manchmal Räume, die auf der Bühne gräßlich laut mulmen, aber auch hier kann man meist Abhilfe schaffen (z.B. alle Amps so leise pegeln, wie es GERADE NOCH geht, und dann über Abnahme nur das FOH-Signal hochfahren und die Bühnenlautstärke auf "Wohnzimmerlautstärke" lassen. Aber das müssen Gitarristen und Basser erst mal mitmachen.
4.) Für einen transparenten Gesamtsound ist eine niedrigere Lautstärke eher gut als schlecht. Unter anderem ist das physiologisch einfach zu erklären, da das menschliche Gehör bei hohen Lautstärken viel schlechter in der Lage ist, Feinheiten zu differenzieren. Das trifft aufs Publikum ebenso zu wie auf Musiker, Live wie im Studio/Proberaum. Bei der Probe musikalische Feinheiten zu erarbeiten, geht bei geringer Lautstärke logischerweise deutlich besser, als wenn man ein Brett fährt.
Die häufig anzutreffende Aussage von Musikern, (Rock)Musik klänge nur bei höherer Lautstärke gut, ist vielleicht ein ähnlicher Trugschluss, wie der "Traumsound" eines Drumsets, den ich verzweifelt durch Stimmen erzielen will, um zu klingen wie die Aufnahme XY meines Idols Z. Verstehst du was ich meine? Wir kennen unsere Heroes meist von großen Bühnen, bei denen natürlich eine hohe Gesamtlautstärke gefahren wird. Und weil uns das so beeindruckt, denken wir, dass diese Musik laut sein muß. Dass aber evtl. auch bei den Topacts auf der Bühne "Zimmerlautstärke" herrscht, bekommen wir nicht mit.
Der letzte Punkt meiner Ausführung ist allerdings etwas spekulativ, ich stehe nämlich eher selten mit Topacts auf der Stadionbühne 
Wenn eine Sängerin so wenig Stimme hat, wie du das beschreibst, würde ich mir die Frage stellen, ob das auf Dauer funktionieren kann. Ist sie live auch so zurückhaltend oder gibt sie da richtig Gas?
Grüße
Jan