Der Artikel ist von 2003. Wie ist denn die Lage 2012?
Ich lese 15.03.2012. Hast du versehentlich 15.12.2003 gelesen?
Zum Thema:
Ich habe mich mit der Thematik aktuell noch nicht befasst und werde das wegen bedeutenderer Fragen vermutlich auch nicht tun, daher nur ein paar Gedanken aus dem Bauch raus.
Die Frage ist nicht, ob Orchester eine Daseinsberechtigung haben oder nicht. Wenn sie so erfolgreich und wichtig sind, sollte es kein Problem sein, sie zu privatisieren und damit ein paar Hundert Arbeitsplätze zu erhalten.
In Zeiten leerer öffentlicher Kassen, in denen zudem jährlich Milliarden von Euro sinnlos verschwendet werden, müssten viel mehr Anstrengungen unternommen werden, in allen Bereichen des öffentlich finanzierten Lebens genau zu hinterfragen, welche Einrichtung und welche Personaldecke noch angemessen ist. Das betrifft Ämter und Behörden, aber ebenso auch staatlich finanzierte Kultur. Ich kann mir nicht vorstellen, dass D ins kulturelle Mittelalter zurück fällt, sobald es nur noch die Hälfte an staatlichen Orchestern, Theatern, öffentlich-rechtlichen Sendern etc. gibt.
Wenn die harten Einzelschicksale der zukünftig Arbeitssuchenden die maßgeblichen Faktoren wären, müßten wir bis heute auf Braunkohle setzen, und ein Ausstieg aus der Kernenergie wäre nicht nötig, weil man sie gar nicht zu Lasten der Kumpel hätte ausbauen müssen.
Daher stelle ich mir die Frage, in welchen Bereichen die größten gesellschaftlich relevanten Defizite vorherrschen, und da spielt selbstverliebte "Staatskultur" keine allzu große Rolle.
Wir sprechen ja nicht über eine völlige Abkehr von staatlich finanzierter oder subventionierter Kultur. Obwohl speziell die Qualität der öffentlich-rechtlichen TV-Sender oft auch nicht mehr so über der privaten Konkurrenz steht, dass man daran zwingend festhalten müßte.
Ich für meinen Teil werde diese Petition sicher nicht unterzeichnen.
Grüße
Jan