Beiträge von trommla

    Lieber Wichtelmann,


    um vielleicht noch einmal zum konstruktiveren Teil des ganzen zurückzukehren, auch ich habe mich beim einen oder anderen Post deinerseits ertappt, leicht den Kopf geschüttelt zu haben. Ich kann verstehen, dass man sich als Unwissender der daraus resultierenden Risiken beim Kauf durchaus bewusst ist und diese so weit als möglich minimieren möchte. Was läge da näher, als die Fachleute im Fachforum nach ihrer Einschätzung zu fragen? Nur machst du gerade die leidvolle Erfahrung, dass du in einem Forum bei 10 Diskussionsteilnehmern 12 Meinungen erhältst, die dich natürlich nicht zwingend deinem Ziel näher bringen, sondern stellenweise wohl eher verwirren. Du bist nicht der erste, dem das so geht.


    Ob du für dich seit dem Eröffnen des Threads wirklich Klarheit gewonnen hast, kannst nur du beurteilen, mir scheint das allerdings durchaus fraglich. Daher empfehle ich dir, halte dich nicht mit Masse auf (=viele Stimmen aus dem Forum), sondern suche den Rat eines vertrauenswürdigen Fachmanns (=Schlagzeuglehrer, kann aber prinzipiell natürlich auch ein williger Forist aus der Umgebung sein). Der wird dich vermutlich eher subjektiv beraten, da es aber sowieso bei Soundvorstellungen nie um Objektivität gehen kann, ist das sekundär.


    Und beantworte dir klar die Frage, was dein Ziel ist. Möchtest du
    a) kurzfristig Sohnemann so vieles wie möglich ersetzen oder
    b) mittelfristig das Instumentarium möglichst hochwertig ersetzen?


    Also die altbekannte Frage nach Qualität oder Quantität. Quantität mag es bei deinem Budget geben, Qualität kannst du auf gut deutsch so ziemlich vergessen, wenn du Quantität möchtest. Diesen Widerspruch wirst du über kurz oder lang akzeptieren müssen.

    Das Yamaha und das Basix sehe ich in der gleichen Kathegorie. Beim Yamaha zahlt man den Namen mit und hat vielleicht etwas erprobtere Hardware, sonst nehmen sich die bei guter Befellung nicht viel. Beim Yamaha würde ich zumindest die unsäglichen Brass-HiHats tauschen. Brass als Material für Becken kannst du schlichtweg völlig vergessen, das macht keinen Sinn.


    Die Zultan Ajas kenne ich nur vom Namen, würde aber einen etwas eigenwilligen Klangcharkter erwarten, da diese Serie eher die asiatischen Klänge bedienen soll (zumindest habe ich das so gelesen). Vermutlich nicht so "mainstreamig". Aber wer weiß, muss man testen.


    Da jedoch viele Hobbyisten ihr Augenmerk auf tolle Trommeln legen und das Budget für die Becken eher niedrig ansetzen, macht das vermutlich gar nicht so viel aus. Ich bin schon öfter erschrocken, welche Bleche mancher an seinem Set hängen hat.


    Edit: hat das Stage Custom Powergrößen? Also vergleichsweise tiefe Kessel? Sieht für mich danach aus, und das kann natürlich beim Aufbau einschränken. Also keine flache Tompositionierung möglich und so

    Ich würde es mich dauerhaft nicht trauen, aber ich bin ja sowieso altmodisch und halte diese Art der Montage für eine zeitweilige Modeerscheinung cooler Jungs ohne echten Nutzen. Und 10 cm mehr Abstand zu den Overheads klingt für mich genauso nach "Scheinargument" wie Platzgründe.


    Gerade diejenigen, die diese Mathode der Splashbefestigung populär gemacht haben (gibt's da eigentlich nen Namen dafür), sind mir selten durch besonders große Sets aufgefallen, bei denen nicht noch irgendwo ein kleines Becken ins Setup gepasst hätte. Gewichtsgründe könnte man noch anführen, wenn man sich einen kompletten Beckenständer sparen kann, aber mittels Stacker oder Multiklammer mit Ausleger erreicht man das (fast) genauso.


    Aber im Zweifelsfall kann man diese Betrachtung nur unter Berücksichtigung der individuellen Spielweise anstellen, also hilft vermutlich wieder mal nur ausprobieren und eigene Schlüsse ziehen.


    Rein mechanisch schließe ich mich Geralds Einschätzung an.

    Keine Ahnung, welches Lied das sein könnte. Ich würde spontan alles ganz klassisch spielen, nämlich rechte Hand HH, linke Hand Snare, untenrum sind der Variationsvielfalt eh Grenzen gesetzt. Bei Ermüdungserscheinungen der rechten Hand würde ich vermutlich gelegentlich mogeln und in der zweiten 16tel-Gruppe die mittlere durch ne Ghost auf der Snare ersetzen. Vielleicht sogar generell, das fühlt sich für mich irgendwie "organischer" an.

    danach hab ich gepumpt wie ein Maikäfer


    Entscheidend ist, du hast es durchgehalten, und zwar ohne Ausfallerscheinungen!!! Mir wären möglicherweise schon nach 1:30 die Sticks um die Ohren geflogen, und nach 2:23 hätte man mich von der Bühne tragen müssen :D


    Apropos, am 16.12. spiele ich im Bombig, wäre vielleicht ein Anlass, sich mal wieder zu treffen.

    Der Laden in der Nähe ist wohl Drums Direkt? Kenn ich nicht aus eigener Erfahrung, aber soll ganz gut sein.


    Das Set ist ein Yamaha Stage Custom, das ist solide, aber die Becken würde ich großen Teil zur Altmetallsammlung geben. Messing geht gar nicht, der Rest ist taugliche Einstiegsware, mehr aber auch nicht. Für dein Budget wird ein echtes Gesamtupgrade schwer, ich bleibe dabei. Das ist nur bisserl Kosmetik am Ende.

    Wer nicht weiß, wie man ein Gewinde bestimmt, hat wahrscheinlich auch keine Schublehre :D


    Aber wenn du eine Bohrmaschine hast, besitzt du mit Sicherheit auch Bohrer in 6 und 8 mm, die gibt es nämlich in jedem Standardsatz. Vergleich einfach die Durchmesser der jeweiligen Bohrer mit deinem Beckenstativ, dann weißt du es auch.


    Stacker gibt es btw von Meinl auch mit 6 mm Gewinde.

    In jedem Studio in dem ich mit der Snare war wurde ich auf den geilen Sound angesprochen


    Na ja, ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer ordentlich gestimmten (Marken-)Trommel fast jeder sagt, geiler Sound, wenn man schön drauf spielen kann. Wäre für mich daher kein Kriterium.


    Die schwarzen Leoparden sind tolle Snares, aber ich würde mir wirklich die Zeit nehmen, im gut sortierten Fachhandel mit Stimmschlüssel bewaffnet ohne Scheuklappen queer Beet zu testen. Manchmal sind es neben dem Sound auch andere Aspekte, die eine "Traumsnare" ausmachen z.B. die Abhebe oder der Leichtlauf der Stimmschrauben. Bei 400 Öcken Budget gibt es so viele interessante Alternativen, wenn du den Gebrauchtmarkt mit einbeziehst, noch wesentlich mehr.


    Trotzdem erlaube ich mir noch einen kleinen Hinweis. Oft kann man mit anderer Befellung und Teppich einer Snare einen völlig neuen Charakter geben, die die alte Liebe plötzlich ganz neu entflammen lässt. Siehe auch im fogenden Video. Ich bin mir stellenweise total unsicher, ob die Snare jedes Mal gleich gestimmt ist (nehme es aber an). Wenn man das Video ohne Bild anhört, könnte man glauben, dass hier verschiedenste Snares miteinander verglichen werden.


    https://www.youtube.com/watch?v=RRdi5O4rbQo


    Im Umkehrschluss halte ich es für möglich, dass die "Neue" im direkten Vergleich kaum von der "Alten" zu unterscheiden sein wird, da Fell- und Stimmgewohnheiten oft einfach fortgeführt werden.


    Exakt diese Erfahrung habe ich gemacht, als ich die neu erworbene Supra (Alu) neben meine Slingerland GK Sound King (CoB ) gestellt habe. Im ersten Moment ERSCHRECKEND ähnlich, da ich intuitiv die Supra exakt auf den gleichen Ton gestimmt hatte. Bei einlagig weiß aufgerauten Standardfellen ist der Unterschied zwar letztendlich wahrnehmbar, gerade in unterschiedlichen Dynamikstufen und Anschlagsarten, aber ganz sicher nicht stilprägend.


    Was nicht heißen soll, dass ich dir vom Kauf abrate, denn was Neues erfreut Trommlers Herz doch immer!

    Könntet ihr mir da nochmal helfen?


    Spätestens jetzt sollte der Schlagzeuglehrer ins Spiel kommen. Der ist nämlich der Fachmann vor Ort und kann am besten beurteilen, was am bisherigen Set ok ist, was gerade noch so eben ok ist und was definitiv als erstes getauscht werden sollte. Für einen Hausbesuch würde ich ihm da durchaus auch einen Stundensatz anbieten.


    Weshalb? Weil bei genauerer Betrachtung die Möglichkeit besteht, dass z.B. die Beckenständer für täglichen Roadeinsatz völlig ungeeignet sind, für einen 12jährigen, der noch keine regelmäßigen Gigs spielt, aber durchaus noch einige Jahre reichen. Weil z.B. die HiHat, die auf den ersten Blick solide auf dem Boden steht, trotz Pflege und Justage so schwergängig ist, dass ein sinnvoller Einsatz des linken Fußes kaum möglich ist.


    Nicht jeder Schlagzeuglehrer mag vielleicht so engagiert sein, dich und deinen Sohn zu unterstützen, aber viele gute Lehrer verstehen das durchaus auch unter Kundenbindung, also frag doch einfach mal nach.


    Prinzipiell gäbe es auch die Variante, nach Rücksprache mit dem Lehrer deinem Sohn ein Budget zu nennen (zu Weihnachten nennt sich das dann wohl Gutschein) und ihn selbst entscheiden zu lassen, wo die Prioritäten liegen. Bei wirklich begeisterten Jungs (und Mädels natürlich) hat das u.U. den Charme, dass sie gleich eine andere Einstellung zum Equipmentkauf und damit eine andere Bindung zum Instrument entwickeln. Nur so als Idee, obwohl ich Gutscheine generell eigentlich als fade empfinde.