Ich hab, obwohl selbst teilweise mit Chinakesseln gesegnet, keinen Geheimtipp. Eine Snare, die etwas zu unrecht immer schlechter geredet wird, als sie ist, ist die Gretsch Catalina Club Snare, die ich schon häufig live für die entsprechende Musik eingesetzt habe und die schon mehrfach von kompetenten Kollegen wegen ihres guten Sounds gelobt worden ist. Mehrkosten für besseren Sound waren neue Felle und Teppich, der Rest war Tuning.
Man merkt ihr natürlich die billige Machart vor allem bei der Kesselhardware an, da die Stimmschrauben einfach nicht so butterweich laufen, wie ich das von besseren Snares her kenne. Aber dafür hält sie die Stimmung fast perfekt. Aber für eine Empfehlung als Geheimtipp reichts trotzdem nicht.
Mein günstigstes Schnäppchen war mal für 35,-€ bei Ebay eine Piccolo No Name, vermutlich selbst "assembled", laut Text aus Studiobeständen. Und mit der kann man sich wirklich hören lassen. Optisch zwar schon etwas "used", aber wer hört's, und das kann man ja bei Gelegenheit auch mal angehen. Ach nö, lieber verbringe ich die Zeit mit Spielen.
Wie schon geschrieben wurde, ist es immer eine Frage der persönlichen Ansprüche bzw. der Finanzkraft, aber die heutigen Qualitätsstandards im unteren bis mittleren Preissegment hätte ich mir vor 20 Jahren nicht vorstellen können, und daher glaube ich, dass man auch mit Instumenten dieser Klasse durchaus überzeugend auftreten kann, wenn man weiss, wie.
Der gute Sound kommt doch überwiegend aus Händen und Füßen und erst in zweiter Linie aus dem Instrument. Wie Wolfgang Haffner sagte "...haust schee nei, kommst schee naus..." (so gelesen in einer einschlägigen Fachzeitschrift).
Ich habe übrigens lieber mehrere günstigere Snares als eine sauteure, da meine Snares für unterschiedliche Stilistiken gestimmt sind und ich keine Lust habe, ein und die selbe Snare für jeden Einsatz grundlegend umstimmen zu müssen.
Grüße,
Jan