Hallo sralskyman,
ich finde gut, dass du selbst offen und neugierig mit der Lösung deines "Problems" umgehst. Genau durch diese Herangehensweise wirst du mit der Zeit lernen, immer näher an deinen Traumsound zu kommen.
Ein Standardtip, der in diesem Thread noch fehlt, ist folgender:
Unsere Hörgewohnheiten sind ja meist geprägt von Studio- oder Liveproduktionen, bei denen der Drumsound abgenommen und elektronisch optimiert wird. Auch dein verlinktes Soundbeispiel zeigt ein komplett abgenommenes Set. Löse dich von der Erwartung, dein Set könnte ohne Elektronik und aus Spielerperspektive auch nur annähernd so klingen wie die Sounds, die du vermutlich im Ohr hast.
Fast jede sauber gestimmte Trommel behält in Natura im Gesamtsound Anteile, die im Grunde genommen - bei exakter Analyse - "stören". Nur:
Einerseits verspielt sich das im Gesamtkontext gerade aus Zuhörerperspektive(ebenso wie der gefürchtete Snarebuzz), andererseits kann man mit (guter) Aufnahmetechnik genau diese Frequenzbereiche rausfiltern bzw. absenken, womit der Gesamtsound runder wird.
Um deine Trommeln besser kennen zu lernen, nimm doch einfach mal das 12er Tom und gehe im Raum umher bzw. schlage es mal in anderen Räumen an. Könnte z.B. sein, dass du im großen Wohnzimmer einen ganz anderen Eindruck hast.
Zum Stimmen noch ein Gedanke: ich habe über die Jahre bei mir beobachtet, dass mir lange das Gefühl gefehlt hat, wie stark ich an einer Schraube drehen darf bzw. muss. Oft war es zu viel, manchmal aber auch zu wenig. Vorausgesetzt, du hast schon eine gewisse Sicherheit, die Tonhöhe bzw. Fellspannung an einer Stimmschraube zu erkennen, dann drehe doch mal eine Schraube gaaaaaaanz langsam hoch, schlage sie währenddessen wiederholt an und beobachte und analysiere, wie sich der Sound verändert. Wenn's besser wird, super, wenn nicht, zurück auf Anfang und andere Schraube. Und natürlich immer zunächst die gegenüberliegenden Stimmschrauben vergleichen und quasi paarweise in Stimmung bringen.
Manchmal bin ich mir auch heute noch unsicher, welcher Punkt höher gestimmt ist, dann hilft manchmal ein leichter Druck auf den Fellrand, um die Spannung zu erfühlen. Rudimentäre Tension Watch ![]()
Viel Spaß beim Ausprobieren, Üben und Lernen!
Grüße,
Jan