Ich war vor 2 oder 3 Jahren erstmalig auf der MuMe, leider außerhalb der Fachbesuchertage. Mein Fazit war trotz des überwiegend guten Wetters ziemlich enttäuschend, da
1. ich die Menschenmenge grenzwertig fand, um überhaupt noch alle Produkte aus der Nähe sehen zu können,
2. die Lautstärke so hoch war, dass an Antesten nicht zu denken war,
3. die Produktpalette im Schlagzeugsektor kaum bis keine Innovationen erkennen ließ,
4. die Vielzahl chinesischer/asiatischer Zulieferer eher das Flair eines 08/15 Marktes mit allerlei Tand aufkommen ließ,
5. die Konzerte zwar ok, aber nicht so herausragend waren, dass ich vergleichbares nicht auch auf einem Festival in der Nähe bekommen hätte.
6. man sich über so ziemlich alles auch ohne viel Aufwand/Kosten online informieren kann.
Diese und mehr Gründe führen bei mir zu der Einschätzung, dass (für mich) die MuMe überhaupt kein Verlust darstellt.
Wenn wie ich auch viele andere normale Besucher denken, dann hat die Messe ein konzeptionelles Problem. Eine reine Fachmesse rechtfertigt meines Erachtens aus unternehmerischer Sicht nicht den Aufwand und die Kosten, wenn wir über Produkte reden, die vor allem Endverbraucher ansprechen sollen. Das darf man bei Musikinstrumenten und Zubehör jedoch annehmen. Anders mag es bei Veranstaltungstechnik und partiell bei Studiotechnik aussehen. Eine folgerichtige Ausweitung der "Nichtfachpublikums-Tage" wäre die Lösung. Ich habe keine Vorstellung, wie hoch die Steigerung der Besucherzahlen ausfallen müsste, damit es sich für Aussteller rechnet. Allerdings käme ich gedanklich schnell in einen Teufelskreis, da damit meine eingangs genannten Vorbehalte noch zunähmen. Somit könnte das ganze an fehlender Publikumsresonanz scheitern.
Abgesehen von gewisser emotionaler Verbundenheit (s. Zitat von R. Meinl), wer hätte einen echten Verlust? Am ehesten vielleicht die Künstler, die durch ihre Performances im Idealfall etwas an Bekanntheit gewinnen. Aber das sind wenige. Sag zum Abschied leise Servus...