Beiträge von trommla

    Moigus


    Dann machen wir doch einfach weiter :)


    Ich glaube, wir haben mit unseren Aussagen möglicherweise beide nicht unrecht (wissen es aber beide auch nicht mit Sicherheit).
    Wenn wirklich alles in liebevoller Hingebung bei Mondschein handgearbeitet wäre, wären diese Produkte nicht rentabel. Wenn Sonor immer noch ausschließlich in D produzieren würde, wären schon die Standardsets unerschwinglich.
    Daher kommen meiner Überzeugung nach Fertigungsmethoden und teilweise Bauteile aus den Consumerlinien auch bei High-End-Produktlinien zum Einsatz. Diese werden sicherlich auch teilweise aus Fernost importiert, nur eben nicht Stangenware, sondern unter Lizenz von Sonor in Asien gefertig. Ist ja wurscht, "Made in Germany" heißt ja nicht, dass keine Schraube jemals deutschen Boden verlassen haben darf.


    Natürlich kann es sein, dass einige Hersteller bereit und gezwungen sind, die Feinkostabteilung quer zu subventionieren, denn der Kunde soll ja bis zum maximalen "trommlerischen-sozialen" Aufstieg gebunden werden. Wenn aber alle Hersteller dieses Problem hätten, würde jedes halbwegs wachstums- oder wenigstens überlebenswillige Unternehmen die defizitären Bereiche abstoßen, und der Markt für High-End-Sets würde zusammenbrechen. Soweit jedenfalls meine Vermutung.


    Meiner Meinung nach ist der harte Kampf im Einsteiger- und Mittelklassesektor eher so zu erklären, dass das Markenbewußtsein schon bei jungen Drummern gefestigt werden muß, damit die zahlungskräftigen Erwachsenen später auch das richtige (profitable) Statussymbol kaufen.


    dideldidel
    Ich glaube, du hast mit deinen Thesen gerade die Wissenschaft grundlegend ins Wanken gebracht. Na klar, ein Schlagzeugkessel ist gar kein Membrano-, sondern ein Idiophon.An was hab ich da eigentlich jahrelang geglaubt...? ;)
    Entschuldige, Süffisanz ist nicht fair. Ich glaube, du beschreibst die richtigen Dinge, ziehst aber die falschen Schlüsse daraus. Aber bevor wir nun wieder völlig auf die Spur der Glaubenskrieger einschwenken, mach ich jetzt mal besser Feierabend.

    Um den TS wirklich zu motivieren, spiel ihm besser eine echte Proberaumaufnahme mit Zoom vor. Auf eine Studioproduktion kann ich dank ausgefuchster Nachbearbeitung meine 6jährige Tochter so klingen lassen. Na ja, ein wenig übertrieben vielleicht, aber du verstehst denke ich, was ich meine.


    Übrigens, recht schön produziert :)


    Grüße,
    Jan

    m_tree


    Ganz deiner Meinung, irgendwann kommt der Punkt, an dem ich seeeehr vorsichtig mit meinen Erwartungen wäre. Allerdings, selbst bei diesen Grabbeltisch-Sets hätte ich noch größere Zweifel bei der verbauten Hardware als bei den Billigholzkesseln, vorausgesetzt, diese sind wenigstens rund mit halbwegs sauberer Gratung. Beim Holz hätte ich vor allem Sorge, dass sich die Furniere schon nach ein paar Jahren ablösen.
    Da ich um derartige "Schnäppchen" aber einen weiten Bogen mache, enthalte ich mich einer Beurteilung.


    ChrisJoe
    Hast du eine Quellenangabe? Was die Kesseldicke betrifft, klingt das zwar plausibel, sofern man an Kesselklang glaubt (aber das tun wir doch nicht, oder?;-).
    Das meint dann wohl die Fachpresse mit Projektion.
    Für die Kesseltiefe ist das m.E. schlicht falsch.

    Ich wüßte nicht, wo es das geben könnte, wenn es in die Richtung geht, die ich vermute (Mittelalter?)
    Zwei Möglichkeiten, die mir einfallen:


    entweder anderen Kapellen genau zuhören und auf die Finger schauen
    oder
    die Musikanten zu bitten, dir nicht nur "so nicht" rückzumelden, sondern auch zu zeigen und zu beschreiben, wie sie es gerne hätten.


    Ob das dann die "echte" Spielweise ist, kann doch eh keiner beurteilen, weil die wenigsten das Mittelalter unmittelbar mitbekommen haben, sondern sich Klein Mäxchen die finstere Zeit halt so vorstellt.


    Grüße,
    Jan

    Je größere die Unrundheit des Kessels und die Unplanheit der Gratung ebenso wie die des Spannreifens, desto potenziell schlechter der Klang


    Und genau an diesem Punkt bin ich weiterhin skeptisch. Computergesteuerte Fertigungsverfahren erreichen eine Präzision, die keine menschliche Hand je erreichen könnte. Unter Berücksichtigung ökonomischer Grundlagen gehe ich davon aus, das die Hersteller bei mehr oder weniger den gleichen Rohstofflieferanten beziehen, denn günstig anbieten kann nur der Lieferant, der eine große Abnahme erreicht, und davon wird es vermutlich nur eine beschränkte Anzahl geben, die das auch noch zu vertretbarer Qualität schaffen.


    Viele unterschiedlichen Fabrikate laufen in Asien in den gleichen Werken vom Band, hier gilt sinngemäß das gleiche. Je höher die Produktion einer Fertigung, um so kosteneffizienter läßt sich produzieren. Teure Produkte "Made in Germany" müssen aufgrund deutlich höherer Personalkosten wesentlich teurer kalkuliert werden. Sind sie deshalb zwingend besser? Haben Chinesen serienmäßig zwei linke Hände? (Nein, mir geht es gerade nicht um die moralische Einstellung zu China-Ware!!!)


    Wo also könnte der Unterschied liegen? Meines Erachtens in Rohstoffselektion und Endkontrolle sowie Schulung/Überwachung der Mitarbeiter. Also da, wo Menschen unmittelbar nötig sind, weil keine mir bekannte Maschine derzeit z.B. beurteilen könnte, ob eine Maserung einen schönen Verlauf hat oder ein maschinell für gut befundenes Produkt doch einen Materialfehler aufweist.


    Daraus ergibt sich meiner Einschätzung nach kein allzu wesentlicher Unterschied in der erreichbaren Produktgüte, sondern in der Konstanz, diese auch zu erreichen.


    Auf gut deutsch: das günstige Set läßt deutlich mehr "Montagsprodukte" erwarten als das High-Class-Set. Deshalb gilt für mich im Mittelklasse-Sektor vor allem, nach dem Kauf gründlich jedes Detail zu prüfen und ggf. sofort beim Händler zu reklamieren.


    Ein relativ einfaches Indiz: wenn bei DW auch nur annähernd jeder Euro des Mehrpreises in exquisiteste Qualität wandern würde, könnte sich das Unternehmen dann ein derartig hohes Werbe- und Marketingbudget überhaupt leisten? John Good mag einen Sinn für's Schöne haben, in erster Linie ist er aber Geschäftsmann mit Gewinnstreben, gepaart mit einem hervorragenden Sinn für Marketing. Und es ist bekannt, dass im Bereich der Luxusgüter meist die höchsten Margen zu erzielen sind. Woran das nun wieder liegt? ;)

    Ohne zu wissen, wie viele vergleichbare Threads es möglicherweise schon gibt, finde ich das Thema, mit welchen Features die Industrie wirbt, und was davon zu halten ist, immer wieder interessant, wenngleich meist wenig innovativ. Erinnert mich ein wenig an die berühmten "Kabelklanghörer" ;)
    Aber zu Lieblingsmarken und -modellen gibt es genug Threads, da brauchst du nicht einmal was neues aufmachen.

    Ui ja, die zweite Feder hatte ich wohl übersehen. Aber dass eine davon in das Gelenk sollte, dessen bin ich mir eigentlich sicher. Zumindest kenne ich es bei halbwegs aktueller Hardware nicht anders. Vielleicht ist auch eine davon an anderer Stelle übersehen worden, und er sollte noch einmal alle Tilter kontrollieren.

    Chris


    Hast du dir zum Ziel gesetzt, alle existierenden Forenthemen in einem abzubilden? Oder arbeitest du an einer Studie über deutsche Freizeittrommler?
    In beiden Fällen würde ich empfehlen, die Themen zu splitten oder den Threadtitel umzubenennen. Z.B. "ChrisJoes allgemeiner Diskussionsthread" oder - je nachdem was noch so kommt - "ChrisJoe - Philosophische Aspekte des Drummens".
    Sonst kann man vom Threadtitel schnell nicht mehr auf den Inhalt schliessen.


    Grüße,
    Jan

    Ich denke allerdings, manche Freizeitmusiker machen den Fehler, zu glauben, dass Oberklasse etwas über die Qualität aussagt. Vergleichen wir es mal mit der Deutschen liebstem Hobby, dem Auto. Mit jedem Fahrzeug der unteren Mittelklasse (z.B. Golf) kann man ohne Probleme auch weitere Strecken angenehm fahren. Sie verfügen über alle notwendigen Features, damit die Fahrt nicht zum Horrortrip wird und man auch kritische Situationen möglichst unbeschadet übersteht. Inzwischen gehören auch früher als luxuriös geltende Merkmale wie Klima, elektrische Fensterheber und ähnliches meist zur Serienausstattung. Typische Oberklassefahrzeuge heben sich durch riesiges Platzangebot, hochwertigeres Interieur, modernste elektronische Helferlein und anderen Schnickschnack davon ab. Eben purer Luxus.


    Müssen oder wollen wir deshalb alle S-Klassen oder gar Maybachs fahren? Ich nehme an, die meisten haben mit ihrem Golf nicht halb so viele Bauchschmerzen, wie sie anderen Forenusern mit ihren Behauptungen verursachen, gescheite Schlagzeuge bekäme man sowieso garnicht unter dem Modell xxx des Herstellers yyy.

    Autsch, das ist ja doch wie bei IKEA. Erst mal den Inbus-Schlüssel suchen ;)


    Die Feder gehört zwischen die beiden Teile mit den gezackten Rändern, das ergibt (irgendwann) den Schrägsteller des Snareständers. Der Bolzen mit dem flachen Kopf verbindet dann die beiden Teile, auf die Gegenseite schraubst du die (fehlende) Flügelmutter. Solche Muttern gibt es in schöner auch im Fachhandel (z.B. Thomann), dazu musst du nur wissen, welches Gewinde der Bolzen hat. Das kannst du aber vermutlich auch gleich bei Thomann erfragen, da der Ständer vermutlich ebenfalls ein Millennium ist.
    Ganz angezogen hält er beide Hälften zusammen in Position, etwas gelockert kannst du die Neigung des Snarekorbes justieren.


    Die übrigen Teile kann ich nicht alle zuordnen. Die Schrauben mit Vierkant-Kopf sind Stimmschrauben (bis auf die ganz kurzen, das könnte eher an die Snare-Abhebung oder Memory-Locks bei den Toms passen). Das Lochblech könnte das Buttend der Snare sein, paßt auch zu den beiden kleinen Schrauben (das ist die Gegenseite der Saitenabhebung der Snare, wo der Snareteppich befestigt wird)
    Die ganz kleinen Unterlegscheiben gehörten vermutlich zu den Stimmschrauben, die größeren kann ich nicht zuordnen. Das Teil auf der im Bild rechten großen Unterlegscheibe müßte ein Ersatzgewinde für Stimmböckchen sein. Hab ich was vergessen?

    Hat eigentlich von euch jemand ein Set zum üben und eins zum auftreten oder habt ihr da schon die Qual der Wahl ;), ganz im Sinne von GAS


    Ich könnte mir vorstellen, dass es Kollegen gibt, die das so handhaben, wäre aber für mich unlogisch. Meine Sets (derzeit nur 2) decken unterschiedliche Stile ab. Mit dem einen mache ich überwiegend Jazz/Funk/Acoustic, das andere ist eher für die rockigere Ecke gedacht. Dazu gibt es noch ein Proberaumset, das aber nicht mir gehört. Ich bin da recht pragmatisch und sehe das Instrument als Werkzeug. Es macht ja auch wenig Sinn, einen Hammer für daheim und einen für Arbeiten bei Bekannten zu kaufen. Da hat man halt auch einen kleinen, einen großen, vielleicht einen Zimmermannshammer etc., den man einsetzt, wie es gerade nötig ist.


    Die Qual der Wahl, ob ich zum nächsten Gig nun das Rockset in "pink-clouds-over-deep-red-carpet" oder "yellow-bricks-under-the-blue-sky" mitnehme, brauche ich nun eher nicht, bzw. das gibt das Budget nicht her.

    Hallo Bouley,


    gerade am Samstag hatte ich einen Gig mit einer Saxofonistin, die erst mit Ende 30 angefangen hat, Sax zu spielen. Anscheinend hat sie die Zeit seither gut und intensiv genutzt, auf jeden Fall konnte sie mit ihrem Instrument umgehen ;)


    Entscheidend ist nur, ob du selbst das Gefühl hast, dich musikalisch weiter zu entwickeln, und das kannst du nur rausfinden, indem du es versuchst.


    Das persönliche Ziel muss ja nicht immer Profimusiker sein. Ich hatte einen Schüler, der mit Ende 30 begonnen hatte, eher wenig talentiert war, aber für sich selbst erkannt hatte, dass das Trommeln für ihn ein Weg zu mehr Körperbewusstsein war. Und für sich selbst machte er deutliche Fortschritte, selbst wenn er nie in Bands gespielt hat.


    Grüße,
    Jan

    Marcus
    Vielleicht hängt das auch vom Blickwinkel des Anwenders ab. Für jayjay und mich mag es korinthenkackerisch klingen, ein anderer hat aber vielleicht Spaß an diesen klanglichen Nuancen, die ich gar nicht abstreiten möchte. Soundtüftelei um ihrer selbst Willen ist ja nichts Verwerfliches.
    Aber für die meisten Schlagzeuger halte ich das für weit weniger relevant, als von Herstellern und Fachpresse angepriesen. Und im Bandkontext verspielt sich das wenige dann restlos.


    ParadeDrummer
    Bist du vom Fach? Dann bitte mal eine kurze Einführung in die genannten Varianten und deren Unterschiede ;)

    @TheDoc
    Und ein bisserl Spinner darf man ja auch sein in unserem Geschäft, man sollte nur wissen, dass man es ist ;)


    jayjay
    Hab gerade einen Blick in deinen Vorstellungsthread geworfen. Ich finde das eine sehr gute Herangehensweise, nur noch Mittelklasse-Sets zu spielen und dabei auf etwas Beifall seitens der GAS-Fraktion zu verzichten. Und das Geld reicht dann für mehrere Sets ;)