Beiträge von trommla

    Marcus
    Vielleicht hängt das auch vom Blickwinkel des Anwenders ab. Für jayjay und mich mag es korinthenkackerisch klingen, ein anderer hat aber vielleicht Spaß an diesen klanglichen Nuancen, die ich gar nicht abstreiten möchte. Soundtüftelei um ihrer selbst Willen ist ja nichts Verwerfliches.
    Aber für die meisten Schlagzeuger halte ich das für weit weniger relevant, als von Herstellern und Fachpresse angepriesen. Und im Bandkontext verspielt sich das wenige dann restlos.


    ParadeDrummer
    Bist du vom Fach? Dann bitte mal eine kurze Einführung in die genannten Varianten und deren Unterschiede ;)

    @TheDoc
    Und ein bisserl Spinner darf man ja auch sein in unserem Geschäft, man sollte nur wissen, dass man es ist ;)


    jayjay
    Hab gerade einen Blick in deinen Vorstellungsthread geworfen. Ich finde das eine sehr gute Herangehensweise, nur noch Mittelklasse-Sets zu spielen und dabei auf etwas Beifall seitens der GAS-Fraktion zu verzichten. Und das Geld reicht dann für mehrere Sets ;)

    Diesbezüglich gefällt mir z.B. Nussbaum deutlich besser, als Birke (der Sound hat subjektiv viel mehr "Bauch" und weniger Höhen)


    1.) Hörst du diesen Unterschied auch blind mit zwei dir nicht näher bekannten Trommeln unter den Stöcken eines anderen Trommlers?
    2.) Vergleiche mal deine Formulierungen mit denen bekannter Testmagazine. Kann es sein, dass du hörst, was du zu hören erwartest?


    Ich glaube, wir unterschätzen meist die Aspekte der Wahrnehmungspsychologie. Unsere Erwartung sagt uns, dass die teuerste Trommel mit dem schönsten Finish und dem größten Namen am besten klingen muss, also tut sie das in unseren Ohren, besonders wenn wir selbst dafür bezahlt haben. Und dass uns das Produkt, das unsere Vorbilder spielen, denen ein Stück näher zu bringen scheint, wenn wir es selbst spielen, ist ein Grundgedanke der Werbung.


    Grüße,
    Jan

    Auf jeden Fall schaffen es die Marketingstrategen und die von ihnen abhängigen Drummagazine regelmäßig, mein physikalisches Grundverständnis aufzumischen ;)
    Soll nun ein Kessel frei schwingen? Ein schwingender Kessel absorbiert mehr Energie als ein starrer, andererseits soll durch Schlagen des Schlagfells das Reso mit angeregt werden, was am besten durch eine recht starre Übertragung ohne Energieverlust geschieht (vgl. das berühmte "Managerspiel").


    Ich gehöre sicher nicht zu den Soundtüftlern hier im Forum und höre ganz sicher nicht das Gras wachsen. Wenn ich zwei von den Abmessungen gleiche Snares völlig unterschiedlicher Kesselmaterialien nebeneinander stelle, höre ich bei der besten und identischsten mir möglichen Stimmung geringe Unterschiede durch die Fellwahl. Wahrnehmbar bemerkbar macht sich der verwendete Teppich. Auch Stahl- oder Gußreifen verändern den Klang einer Trommel.
    Wirklich interessant wird es bei unterschiedlichen Kesseldurchmessern und -tiefen.
    Dass ich unterschiedliche Snares verwende, hat einzig und alleine den Grund, dass ich für unterschiedliche Stile nicht ständig umstimmen möchte, sondern einfach unkompliziert die entsprechend "präparierte" Snare aus dem Case nehme.


    Unterschiede, die bei verschiedenen Trommeln teils massiv ins Gewicht fallen, sind dagegen schlecht laufende Stimmschrauben, unpräzise, laute oder hakelige Abhebungen, wackelige Tomhalterungen und dergleichen mehr. Eine gute Drumcompany muß sich vor allem in dieser Disziplin gut schlagen, alles andere halte ich im Wesentlichen für Hokuspokus. Aber klappern gehört ja bekanntlich zum Handwerk.
    Welcher Hersteller möchte schon das Set fürs Leben verkaufen, wenn er weiß, dass dann der Markt in relativ kurzer Zeit erschöpft wäre. Da es im Gegensatz zur Elektronikbranche bei Kesseln schwer ist, eine geplante Obsoleszenz einzubauen, muss man halt mit edlen Designs gepaart mit vollmundigen Versprechungen den Markt am Leben halten.


    Als ich vergangenen Samstag einen Gig auf einer fremden DW-Snare gespielt habe, blieb jedenfalls wieder einmal die Erleuchtung aus.

    Kürzlich jammte ich auf einem Catalina Club Jazz eines Kollegen - klang wirklich nicht schlecht -
    gibt es ja auch in der Rock-Variante. Die bauen ja heute auch in Fernost kaum noch schlecht klingende Sets
    und einen Versuch wäre es wohl wert.


    Auch wenn der TS sich schon entschieden zu haben scheint, kann ich Ol'Pete nur zustimmen. Das Gretsch CCJ ist natürlich kein Oberklasse-Set, aber für 500,-€ habe ich den Versuch selbst gewagt, nicht bereut und war beinahe erstaunt, dass man es mit einem ernsthaften Instrument zu tun hat. Mit richtigen Fellen auf jeden Fall ein günstiges, gut klingendes Kit, das man auch bei ernsthaften Ambitionen ohne schlechtes Gefühl einsetzen kann.


    Grüße Jan

    Interessiert dich nur der Sound deiner Videos? Gutes Drumming entsteht zunächst mal durch nen guten Groove, solide Technik und präzises Timing. Alles Dinge, die ich bei dir noch deutlich ausbaufähig finde.
    Wärest du Neueinsteiger nach 1 Jahr Üben, fände ich deine Leistung beachtlich, nach 5 Jahren hättest du da sicher schon mehr rausholen können. Zumindest reicht so etwas wie in dem Video nicht, um eine Band gut klingen zu lassen. Selbst mit High-End-Drumsound nicht.


    Wäre ich an deiner Stelle, würde ich zunächst mal - abgesehen vom Drumtuning - alle Soundfragen (inkl. "Videoproduktionen") außen vor lassen und mir wirklich gewissenhaft die Basics draufschaffen, bis ich den Eindruck hätte, dass mein Spiel solide ist. Talent hast du nämlich anscheinend schon und könntest glaube ich mehr daraus machen.


    Oder geht dein Interesse primär in Richtung Tontechnik? Dann will ich nichts gesagt haben ;)


    LG,
    Jan

    Hallo Lui,


    wenn ich deinen Thread hier so verfolge, frage ich mich, wie du eigentlich später mal dein Leben ohne fremde Hilfe meistern willst.*kopfschüttel*


    Ein Schlagzeug ist doch kein Ikea-Regal. Sofern dein Kumpel nicht ALLES demontiert hat und jede Spannschraube einzeln daher kommt, probier' doch einfach aus, was wohin passt. Ein Forum wie dieses ist toll, wenn man an einem bestimmten Punkt trotz großer Eigenleistung einem Problem nicht auf die Schliche kommt, aber kaputt machen kannst du beim Aufbau nichts (außer vielleicht durch Gewaltanwendung), und durch Experimentieren lernst du viel mehr, als wenn du ständig minmalste geistige Eigenleistung vermeidest und sofort die Fachleute fragst.
    Als nächstes kommt dann wohl die Frage "muss mein Hintern beim Spielen dann auf die Sitzfläche des Hockers?"


    Sei bitte nicht böse über mein Unverständnis, ich denke nur, dass dir etwas mehr Eigeninitiative, Experimentier- und Entschlussfreudigkeit gut täten.


    Grüße,
    Jan

    Im Proberaum in Hanau nutze ich die Tama-Kabelmaschine so ein bisschen, allerdings fast ausschließlich im geschlossenen Zustand.


    Also du hast eine Yamaha und eine Tama? Solltest du die Tama mal loswerden wollen, dann denk mal an mich ;)


    Zum Thema: ich stand vor der gleichen Entscheidung und habe mich aus Budgetgründen für die X-Hat entschieden. Für meine 10er Deckel reicht sogar die vom Thomann locker aus, hält bombenfest und bietet ausreichend Flexibilität. Dass man den "Andruck" nicht justieren kann, kann ich verschmerzen, das läßt sich über die Clutch ausreichend dosieren, wenn man wie ich einen etwas washigen Sound mit wenig Druck möchte.

    Hab letztens einen Gig auf so einem Kit gespielt. Schien ganz solide zu sein. Allerdings kann ich zum Sound wenig sagen, weil Pinstripe drauf waren, und die sind nicht so mein Ding.


    Für kleines Geld würde ich es vermutlich kaufen, wenn ich Bedarf hätte. Der Preis scheint ok zu sein.

    Hallo Phil,


    ich habe mich inzwischen von dem Gedanken verabschiedet, eine Lösung zu finden, die auch nur annähernd einem A-Set gleichkommt. Ein E-Set, auch mit Meshheads und guten Sounds, hat ja immer nur endliche Dynamikstufen und Spielzonen sowie aufnahmetechnisch optimierter Drumsounds, und ich staune an solchen Sets immer, wie geil ich plötzlich spiele ;) Die Feinheiten einer realen Snare bringen mich schnell wieder auf den Boden zurück.


    Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich nun auf einem E-Set oder - wie in meinem Fall - oft auf einem A-Set mit Gummimatten in Kombination mit einem Fußpad von HQ übe, außer natürlich die höhere Spielfreude mit guten Sounds. Da aber Rudiments oder Koordinationsübungen an sich nicht den Gipfel der Spielfreude darstellen, ist mir das egal.
    Jede dieser Übehilfen ist m.E. für diese Dinge ausreichend und in Ergänzung zum A-Set zu verstehen. Ein Vorteil von Pads ist für mich der wesentlich geringere Kostenfaktor, und das BD-Pad hat weiterhin den Vorteil, dass es wesentlich strenger zu mir ist ;)


    Aber mal eine andere Frage: kann es denn sein, dass in einem Einfamilienhaus kein Kellerraum mit Tür zur Verfügung steht, den man zum Proberaum umbauen könnte? Bei ernsthaften und realistischen Profiambitionen halte ich es für unabdingbar, eine Übemöglichkeit für akustische Instrumente zu schaffen. Hast du darüber mit deinen Eltern mal gesprochen?


    Grüße,
    Jan

    GigaGoldi:


    Das hängt wesentlich davon ab, ob
    a) der Raum trocken und temperiert ist
    und
    b) noch andere Bands/Drummer regelmäßig auf dem Set spielen.


    In einen Gemeinschaftsproberaum würde ich auch eher was günstiges stellen, da ich leider immer wieder die Erfahrung mache, dass nicht alle Kollegen pfleglich mit dem Instrument umgehen. Hat mich in meiner relativen Anfangszeit mal ein original altes K-Crash gekostet :(


    Für mich alleine unter "kontrollierten" Bedingungen sehe ich es wie HOHK und du.

    Einer meiner ersten Gedanken bei einem Proberaumset wäre vermutlich das Basix Custom. Das gibt es immer wieder mal gebraucht für wenig Geld (für ca. 250,-€ hatte ich es öfters gesehen). Neue Felle drauf und ab die Post.


    Das verlinkte Millennium-Set kenne ich nicht. Die Kessel sind vermutlich ok und liefern mit neuen Fellen (100 bis 200,- extra!) einen vernünftigen Sound. Da bekommt man mit einem gebrauchten Set für weniger Geld ein vergleichbares oder besseres Ergebnis.


    Die Becken würde ich direkt aus dem Karton in die Tonne hauen.


    Für die Hardware wäre entscheidend, welche Serie das ist. Von der Millennium Pro Serie habe ich bisher ein durchaus positives Bild, wenngleich sie u.U. im Langzeittest nicht so robust wie z.B. Tama sein mag. Aber für ein Proberaumset allemal ausreichend.


    Grüße,
    Jan

    Ich finde, pauschal kann man das nicht sagen. Was genau heißt "Im Freien"? Findet das ganze im Rahmen einer Party statt, bei dem in unmittelbarer Bühnennähe getanzt, auf dem restlichen Gelände aber auch Konversation betrieben werden soll? Dann ist ja die Band oft eher Störfaktor als Bereicherung (Stichwort:"die Band war ja nicht schlecht, aber viiiel zu laut")´. In diesem Fall kann man wohl tatsächlich auf Mikrofonierung verzichten.


    Wenn aber die Band auch etwas weiter entfernt zu hören sein soll, würde ich zumindest die BD-Mikrofonierung nicht generell ablehnen, auch wenn man ohne Subs auch mit Mikro keinen oberamtlichen Sound mit viel Low End bekommt. Aber lieber hört man die Pauke überhaupt, als dass sie gegen den Rest absäuft. Das lässt sich aber erst vor Ort entscheiden. Ich würde mal sicherheitshalber ein paar Mics, darunter auch das D112, mit einpacken. Mit BD und 2xOH kann man auch bei ner kleinen PA den Drumsound etwas breiter machen, ohne dass die Gäste sich beschweren.


    Edit: hab ganz überlesen, dass nur 2 Kanäle für Drums zur Verfügung stehen. Den "Submischer" würde ich auf jeden Fall weg lassen, viele günstigen "verschlimmbessern" den Sound eher.

    Du sagst es: Erlaubt ist, was gefällt :D


    Die schön und jung operierten amerikanischen Promis werden auch sagen, dass ihnen ihr "neues" Gesicht gefällt. Denn wenn sie ehrlich wären, müssten sie ja im Boden versinken. ;)


    Nein, ernsthaft. Du wirst wahrscheinlich deinen Sound nur aus deiner Position beurteilen, da mag das noch durchgehen. Die fehlende Durchsetzungskraft deiner alten Snare im Gesamtkontext einer Band entsteht aber (trotz schlechterer Qualität), zumindest teilweise, genau durch die beschriebenen "Schallschutzmaßnahmen". Um eine optimale Durchsetzungskraft zu erreichen, macht es Sinn, zunächst eine saubere Grundstimmung zu finden und dann die evtl. zu ausgeprägten Obertöne behutsam wegzudämpfen. Dafür sollte dann etwas Moongel mit Sicherheit ausreichen, und mit einer so gestimmten Snare bekommst du dann auch keinen Ärger mit Tontechnikern ;)


    Grüße,
    Jan