Beiträge von trommla

    Hallo Michael,


    ja, ist ganz ordentlich gespielt. Aber, unabhängig vom Sound, mir fehlt irgendwie der Wow-Effekt (wie übrigens bei den meisten deiner Videos). Nach 30 bis 60 Sekunden tauchte bei mir langsam die Frage auf, ob da noch mehr kommt, aber es kam 5 Minuten nix.


    Die sicherlich teilweise interssanten Licks gehen leider im (nicht böse gemeint) "Einheitsbrei" unter. Ich habe das Gefühl, dass deinen Demonstrationen ein Spannungsbogen fehlt und eine Struktur, die über mehr als ein paar Takte hinweg trägt. Hier ein leiser Part, dort eine (General)pause, so Dinge meine ich. Gerade bei diesen New Orleans - Geschichten geht's ja nur ums Feeling, die Drummer hatten teilweise null technische Voraussetzung und sicher nicht das Bestreben, durch raffinierte Licks zu "glänzen".


    Für jemanden, der anscheinend hohe Ambitionen hat (schliesse ich aus den div. Endorsements), würde ich mit persönlich mehr musikalischen Ausdruck wünschen.
    Dass die Qualität des Sounds völlig unwichtig ist, beweist für mich immer Benny Greb am Kinderschlagzeug 8)


    Ähnliches empfinde ich aber auch bei manch internationalem Star-Trommlern, deren Technik ich in 3 Leben nicht erreichen würde. Thomas Lang oder Virgil Donati z.B. finde ich gähnend langweilig, weil das nur eine Aneinanderreihung teils aberwitziger Technik ist, aber für mich freud- und seelenlos. *duck*
    Du bist also in guter Gesellschaft ;)


    *It's all about the music*


    Grüße, Jan

    Ich finde sowohl die Idee der Playalongs, als auch eure Musik sehr schön. Wie kommt es denn, dass ihr keinen Drummer findet?


    Da würde ich mich doch glatt mal für eine gepflegte Session einladen :)
    Bin ja im Nachbarlandkreis daheim.

    Ach ja, das war der Titel, der mir vorher nicht einfallen wollte :)


    Eine gute Übung für solche Grooves finde ich, alle möglichen Rudiments/Patters geshuffelt statt straight zu spielen z.B. statt
    RLRRLRLL eben R LR RL RL L


    und wenn das soweit flutscht, dann z.B. noch eine Clave zu betonen


    etwa R LR RL RL LR LR RL RL L
    (die unterstrichenen Schläge betont)


    Das lässt sich natürlich nicht nur mit dem Paradiddle machen.

    Hör einfach bei Youtube rein, was namhafte New-Orleans / Second Line Drummer so machen, um ein Feel zu entwickeln. Z.B., Stanton Moore, Herlin Riley u.a.


    Wenn du dir die Grooves genau anhörst (auch bei George Sluppik), wirst du feststellen, dass das nicht nur ein wiederkehrendes Pattern ist, sondern ständige Variationen, die aber immer subtil das Clave-Feeling durchlaufen lassen. Sich einen oder zwei Takte zu notieren und die dann "auswendig" zu trommeln, macht daher wenig bis gar keinen Sinn, weil genau das New Orleans Feeling eben nicht aufkommen wird.


    dann bin ich in meinem persönlichen Drummerhimmel angekommen

    Das kann ich verstehen :)

    grooving High


    Wow, du hast dich anscheinend intensiv mit Odd Meters auseinander gesetzt. Die wichtigste Aussage in Bezug auf Cheveres Frage steckt für mich in deinen Weckl-Ausführungen (um es mal so zu bezeichnen). Ich bin da nicht unbedingt der Spezialist, weil ich diese Ansätze meist zu akademisch finde. Aber der sichere Umgang mit ungeraden Metren gibt einem wiederum auch bei straighten Grooves rhythmische Freiheiten, die man musikalisch effektvoll einsetzen kann. Gute Übungen für mich persönlich, um den Kopf "locker" zu bekommen, sind auch Überlagerungen z.B. 5er Ostinati über 7/8, 7 über 9, 9 über 5 etc. Klappt bei mit allerdings nur bei moderaten Tempi ;)
    Den Begriff Overriding habe ich tatsächlich in dem Zusammenhang noch nie gehört. Nennt man das offiziell so?


    Was den guten alten Dave Brubeck betrifft, darf man vielleicht auch nicht vergessen, dass diese Stücke in den 60ern entstanden sind, als noch kaum jemand Stücke in ungeraden Metren veröffentlicht hat. Ich bin mir nicht sicher, ob er damals so weit gedacht hat wie wir heute.

    Dave Brubeck - Blue Rondo a la Turk

    ...unschwer daranzu erkennen, dass die bell auf den offbeat schwappt (overriding)

    Was erklärt das denn bitte??
    Als ob nicht genügend andere Instrumente den 9/8 eindeutig definieren.


    Diese Verschiebung, auf dem Ride einfach Viertel durchzuklopfen, ist trotzdem sehr hübsch. Kommt ja gerne mal vor bei Sting. Hab gerade gestern abend "Seven Days" gehört, ist zwar ein 5er, aber vom Drummer ähnlich interpretiert (allerfeinstes Colaiuta-Drumming). Aber das war ja hier nicht gefragt ;)

    Hallo Cube,


    anhand der Hörproben finde ich es extrem schwer, deinen Snaresound zu beurteilen. Er paßt m.E. gut in die Arrangements rein, allerdings nehme ich nur den Backbeat wahr. Über fehlende Dynamik ist daher schwer eine Aussage zu treffen. Tendenziell dürfte der Sound eine Spur lebendiger sein (mag aber jetzt auch etwas Psychologie im Spiel sein, wenn ich ein Evans Hydraulic vor mir sehe).


    Mal so nebenbei: eure Songs finde ich wirklich gut gemacht, schöne Arrangements und gute Stimme, auch wenn ich vielleicht keinen Innovationspreis vergeben würde. Aber der Bandname ?(


    Grüße
    Jan

    könnte ich mir noch die Befestigungskonstruktion vorstellen


    Bei Aquarian ist das Fell an den Ringen tatsächlich anders fixiert, ohne dass ich spontan aus dem Kopf die Details benennen könnte. Das sehe ich mir zu hause noch mal genauer an.


    Aber um auf die Not des TS zurückzukommen:


    Gibt es in deiner Umgebung einen (stimm)erfahrenen Drummerkollegen (oder Schlagzeuglehrer), den du zu Hilfe nehmen könntest? Du hast sicher fast alles ausprobiert, was dir eingefallen ist. Aber wenn man sich an einer Sache so fest beißt, neigt man schnell mal zu einer gewissen Betriebsblindheit. Ein zweites Paar Ohren mit eigenständiger Stimmerfahrung entdeckt vielleicht ein Detail, das du bisher übersehen hast. Außerdem kannst du dann mal ein paar Schritte nach hinten treten und zuhören, wie die Snare aus der Entfernung klingt. Evtl. ja gar nicht so schlecht, wie du es im Moment empfindest ;)


    Deinen Entschluss, der Firma Remo den Rücken zu kehren, finde ich pauschal verfrüht nach nur einem einzigen Negativbeispiel. Beim Fiberskyn sind die Wellen nix neues, das hätte man sich vorher anlesen können. Die anderen Produktlinien sind meines Wissens davon nicht betroffen, also gibt es auch bei Remo noch viele Varianten, falls du bei Evans nicht fündig werden solltest.


    Ich glaub ja immer noch nicht recht, dass es an der Snare an sich liegt ;)

    ich dachte, ich wäre der einzige, der das so wahrnimmt

    Nein, auch mir geht es so. Hatte eine Weile Aquarian Texture Coated auf einer Snare, fand das eigentlich so ganz ok. aber nach der Rückkehr zum guten alten Amba fiel mir auf, dass der Sound damit einfach lebendiger und wärmer ist. Als Schlagfelle auf meinen Lite-Toms fand ich sie ebenfalls "ok", aber auch da blieb ich auf Dauer doch bei Remo. Old School eben ;)

    Ich kenne das Modell nicht, aber was du beschreibst, kann ich mir nicht recht vorstellen. Mögliche Ursache könnte z.B. auch ein falsch gestimmtes Reso oder zu hohe Teppichspannung sein. Oft aus der Angst vor Snarebuzz, der aber nun mal nicht ganz zu vermeiden ist. Nur dass der sich bei ordentlicher Stimmung harmonisch und kontrolliert einfügen sollte und im Bandkontext eh nicht auffällt.


    Ich habe auf einer Snare ein Skyntone, das finde ich auch ganz schön allerdings nehme ich die Snare nicht für Rock her, sondern für Funk und Jazz. Was für Musik spielst du denn überwiegend?

    Servus,


    von der Problematik mit Wellen beim Fiberskyn habe ich schon mehrfach gelesen, das hat mich bisher davon abgehalten, sie selbst mal zu testen. Ohne Soundvorstellungen finde ich es schwer, dir einen Tip zu geben. Aber dass man aus einer Tama-Standard-Snare keinen dynamischen und crispen Sound holen kann, halte ich für ein Gerücht ;) 200,- € ist zwar noch nicht Luxusliga, aber damit läßt sich durchaus professionell arbeiten. edit: (sofern die Snare keine Mängel hat, z.B. mal Gratung überprüfen)


    Wenn die Snare trotz guter Stimmkenntnisse und ordentlichen Pellen dumpf klingt, könnte es auch die Raumakustik sein. Daher würde ich ein neues Fell im Zweifelsfall in unterschiedlichen Räumen anhören und auch mal aus etwas Distanz, während jemand anderes trommelt.


    Grüße
    Jan

    Dann müßt ich aber wieder 10 km mit dem Auto fahren und ein Packerl Schrauben kaufen. Zündhölzer respektive Holzdübel hab ich im Haus ;)


    Schön, dass es viele verschiedene Herangehensweisen gibt, aus denen der TS am Ende auswählen kann.

    Ich verwende die "Streichholz-Deluxe-Variante", bohre mit der Standbohrmaschine ein Loch für einen dünnen gekürzten Holzdübel und leime selbigen ein.
    Bei einer anderen Schraube würde mich der evtl. etwas andere Kopf an so einer exponierten Stelle stören, und Lust, in meinem Schraubenallerlei ewig nach der passenden Schraube zu suchen, hab ich nicht.

    Sind denn ältere MBX-Sets innen roh ausgeliefert worden? Pearl ist jetzt nicht unbedingt ein Hersteller, mit der ich mich auskenne, aber es ist doch Gang und Gäbe, dass Hersteller bei normaler Stangenware Kosten sparen und die Kessel innen unbehandelt lassen.


    Viel interessanter ist aber, ob Joerch zwischenzeitlich zur Tat geschritten ist, und wenn ja, mit welchem Ergebnis :)

    Zitat

    Wenn jemand da einen großen Soundunterschied hört, OK, für mich wirklich eher nur für die Holzerhaltung.

    Ein direkter Vorher-Nachher-Vergleich scheitert ja leider meist schon daran, dass man als Hobbyist oder normaler Profi meist keine 2 identischen Trommeln rumliegen hat. Würde mich allerdings schon mal interessieren, ob ich einen behandelten von einem unbehandelten Kessel in einem A/B Vergleich akustisch unterscheiden könnte.


    Vermutlich bewirken geschickte Werbeversprechen, kombiniert mit Autosuggestion, klanglich die größte Veränderung.


    Neben der möglichen (erforderlichen?) Konservierung spielt für mich bei meinen Überlegungen auch ein ästhetischer Aspekt eine Rolle, da ich roh belassenes helles Holz einfach unerotisch finde. Erinnert mich ans gute alte Ivar Regalsystem. Funktional, aber todlangweilig.

    Die Sicken waren gar nicht das Problem, die waren schon gebröselt, ich hab sie getauscht. Aber Sicken haben ja auch wenig mit Holzbearbeitung zu tun (obwohl Pappe ja auch ein Holzprodukt ist). Aber wenn schon OT, dann noch kurz die Frage, ist das mit Glycerin für Papp- oder Gummisicken gedacht? Werden Pappsicken dann nicht weich?


    Bin gespannt auf ausführlichen Bericht :) Viel Erfolg auf jeden Fall!!!