Hui, frag doch mal den R. D. Precht, geht ja schon sehr ins Philosophische. 
Ich finde auf deine Gedanken gar keinen adäquaten Ansatz, da für mich Kreativität viel mit Gefühl zu tun hat. Welcher Sound wann passt, ist so eine Gefühlsfrage, und wenn mein Gefühl mir sagt "probier doch mal diesen oder jenen Sound", dann will ich das tun können. Zu entdecken, wie viele unterschiedliche Sounds eine einzige Trommel und ein einziges Becken bieten kann, hat viel mit Neugier zu tun, was ebenfalls ein Gefühl ist.
Die beiden Gedanken dürften so ziemlich am entgegengesetzten Ende deiner Betrachtung stehen, aber ich habe ehrlich gesagt mal so überhaupt keine Lust, die Emotion des Musizierens durch intellektuelle Auseinandersetzung einzuzäunen. Ob ich beim Spielen einen charakteristischen, persönlichen Sound habe, würde ich gar nicht erst bewerten wollen, und selbst Steve Gadd, den man unter Tausenden heraushört, hat vermutlich nie darüber nachgedacht, wie Steve Gadd klingen zu WOLLEN. Ich denke, es ist die Idee, wie man Musik klingen lassen möchte, die einen in die eine (viel verschiender Kram) oder andere (One Fits All) Richtung lenkt.
Insofern könnte ich für mich sagen, ich brauche nicht jeden Monat ein neues Becken, das dann nur im Proberaum rumliegt, sondern komme mit meiner sehr überschaubaren Beckenauswahl bestens klar. Wenn es aber beispielsweise um authentische alte Musik geht, will ich neben meiner Spielweise auch authentischen Klang und Optik, vor allem bezüglich der eingesetzten Snare. Solche Musik braucht imho andere Instrumente als Pop/Rock, und auch wenn man halbwegs universelle Sets jederzeit über Fellwahl und Stimmung zurechtbiegen könnte, empfehlen sich mehrere Set, wenn man unterschiedliche Stile im ständigen Wechsel abdecken will.
Deshalb könnte ich nicht sagen, welcher Weg der bessere ist. Klar habe ich definitiv wie wohl die meisten viel zu viel Kram, aber wann immer ich im Kopf Verschlankungspotenziale durchgehe, komme ich zum Ergebnis, dass ich so ziemlich jedes Teil im Fundus regelmäßig brauche. Klar ist, ich käme irgendwie auch ohne vieles klar, aber will ich klarkommen, oder will ich so klingen, wie ich die Musik fühle?
Lediglich bei den Snares liegt im Regal definitiv mehr, als ich brauche, da würde mir die Hälfte gut reichen.
Ergänzung: der unbesorgte 11-jährige tat sich zumindest leichter, als es diesen Überfluss noch nicht gab und er mit dem, was er hatte, zufrieden war. Da konnte er sich dann so richtig aufs Üben und Lernen konzentrieren, statt stunden-, tage- oder wochenlang in Foren abzuhängen und sich mit GAS zu infizieren.