Beiträge von trommla

    Am Anfang hab ich mich mit dem raus hören tatsächlich schwerer getan.

    Richtig hören lernen ist glaube ich ein lebenslanger Prozess, der immer ans eigene Können Verständnis gekoppelt ist. Logisch, denn man kann ja nur hören bzw. erkennen, was man bereits gelernt hat.

    Erst kürzlich habe ich mal Nummern rausgekramt, die ich lange nicht mehr angehört hatte, und die ich in der Jugend versucht hatte, mitzuspielen. Was ich heute höre, hat mit dem, was ich damals versuchte zu spielen, nicht allzu viel gemeinsam ^^

    Fuck, ich glaub, ich werd langsam taub :/


    Jedenfalls hör ich in der ganzen Nummer nix, in Worten nullkommanull, was die Hihat irgendwie "speziell" macht und worüber man diskutieren bräuchte. Gut, beim Intro die Betonung auf die Offbeats, wo ich aber noch nicht mal sicher sagen könnte, ob die Achtel durchgeschlagen werden, oder ob nur die Offbeats gespielt werden. Beides ist denkbar, beides funktioniert, beides trägt den Groove gleichermaßen. Der Rest ist für mich einfach ne gelegentlich variierte Achtelhihat mit ziemlich banaler Betonung auf die Zählzeit. Wenn ich die Nummer spielen müsste, würde ich mir nen Standardgroove notieren und drauflosspielen, ohne mir nen Kopf zu machen. Und ich behaupte, jeder Zuhörer hätte den Eindruck, ich hätte mich ans Original gehalten. Ausnotiert ein klassischer Fall von einmal Grundgroove hinschreiben, danach Faulenzer. Ziemlich exakt das Gegenteil von ausgezirkeltem Drumming.


    Für nen Schlagzeugschüler jedenfalls ne gute eingängige Nummer, um nen absoluten Grundrhythmus in beherrschbarem Tempo mitzuspielen, ohne ständig über blöde Fills zu stolpern.

    Das machen aber viele so, das Set mit der Bassdrum gegen die Wand zu stellen, eben aus Platzgründen. Gerade in so kleinen Übezellen habe ich sowas häufiger gesehen.

    Ah ok. Hab ich tatsächlich noch nie gesehen, klingt aber plausibel.

    Als Bewohner eines Mehrparteienhauses werden ich es daheim besser nicht testen. Könnte mir vorstellen, dass die Nachbarschaft mir dann auf den Leib rückt.

    Ein Legacy hatte ich noch nie unter den Sticks, insofern bin ich überrascht und etwas schockiert über solche Erfahrungsberichte. Das Legacy gehört ja nun auch in eine "Gewichtsklasse", die sich mancher trommelverrückte Mensch als großen, fernen Traum ewiger Glückseligkeit ausmalt. Wenn sich so eine Investition dann als Alptraum herausstellt, ist ordentlich Geld verbrannt und der Frust vermutlich riesig.


    Was dysfunktionale Freischwinger betrifft, habe ich beim SQ1 schon mehrfach ähnliche Erfahrungsberichte gelesen. Allerdings scheint mir bei Freischwingern schon lange das Konzept zu herrschen, einfach irgendwas am Computer zu zeichnen, was in erster Linie theoretisch und optisch Neuerungen verspricht, ohne aber dann die Versprechen zu halten. Jedenfalls erinnere ich mich an diverse Konstruktionen, die ich selbst als suboptimal empfand oder die in der Fachpresse als "nicht ganz optimale" Lösungen beschrieben wurden. Klar, Prototypen zu bauen fällt vermutlich in der Entwicklung dem Kostendruck zum Opfer, da kaum ein (kein?) Hersteller seine Kesselhardware noch selbst fertigt und Zulieferer sicher erst ab einer garantierten Mindestabnahme die Maschinen anwerfen. Andererseits muss man einen Markt bedienen, der im Grunde seit Jahrzehnten ausdifferenziert ist, und auf dem Kaufanreize im Wesentlichen durch optischer Neuerungen gesetzt werden. Und irgendwie bezahlbar soll's ja trotzdem bleiben.


    Andererseits hatte ich schon seit den späten 80ern bei meinem Sonor Lite den Fust, dass die Aufhängung die Toms ziemlich abgewürgt hat, was man durch die Eindringtiefe der Tomhalter zwar beeinflussen, nicht aber komplett vermeiden konnte. Und da waren noch keine Werbegrafiker in der Konstruktionsabteilung beschäftigt.


    So lange wir nach jedem Stöckchen rennen, das uns die Schlagzeugindustrie hinwirft, und so lange die Industrie nur dadurch noch am Leben zu halten ist, dass wir rennen, werden wir m.E. mit solchen "Rohrkrepierern" leben müssen. Ärgerlich wie so manches, aber unausweichlich. Btw mit einer der Gründe, weshalb ich schon lange kein Interesse mehr an hochpreisigen Luxussets mehr habe. Aus günstigeren Drums lässt sich nämlich genauso ein geiler Sound rausholen, gleichzeitig reduziere ich den Frust, erst noch ein wenig tweaken zu müssen, ehe ich komplett zufrieden bin. Dass mir die Trommelei nicht langweilig wird, erreiche ich statt über neues Gerät lieber durch die Musik an sich. Es gibt nämlich immer noch so viele Dinge, die ich besser spielen können möchte, dass mir dieses eine Leben wahrscheinlich gar nicht ausreicht. :D

    Sorry: "der schönste Aufbau" bleibt subjektiv.

    Schlecht geschlafen letzte Nacht? Da hat doch nur ein Kollege Gefallen für den Aufbau eines anderen geäußert, muss man das so destruktiv kommentieren? ;)

    (Abgesehen davon wüsste ich gar nicht, wie man Ergonomie bewerten sollte, ohne den jeweiligen Drummer beim Spielen hinterm Set zu beobachten. Für mich würde der Aufbau vermutlich ganz gut funktionieren)

    Zudem finde ich es toll, dass du hier aktiv bist.

    Dem kann ich mir zu 100% anschließen.


    Ich finde es sehr gelungen und zeigt eindrucksvoll, dass es neben dem einfachen Notenspiel eine Komponente im Drumming gibt, die schwer einzufangen und nachzuspielen ist.

    Da bin ich dieses Mal nicht ganz dabei. Der Drumsound ist gut getroffen. Aber mir ist dein Drumming für dieses Stück "zu sehr Lehrer und zu wenig Musiker", Sehr zurückhaltend und für den Song etwas zu laid back getrommelt. Ich trau's mich gar net schreiben, aber der Backbeat schleppt sogar etwas. Hab mir dazu extra nochmal das Original reingezogen, da ist das Feel auf den Punkt. Zur Demonstration ist dein Cover absolut in Ordnung, aber wärst du Teilnehmer einer Audition, könnte ich mir vorstellen, dass das Resümee wär "da geht noch mehr".


    Allerdings gebe ich zu, das ist meckern auf sehr hohem Niveau. Es nicht zu tun, fände ich aber bei nem Vollprofi auch nicht angebracht ;)

    Oder hat jemand eine Idee, wie man ein weiß beschichtetes Fell künstlich altern könnte?

    Ooooch, da hätte ich viele Ideen. Nur sollte es ja dabei auch a) gut aussehen und b) haltbar sein.

    Farbauftrag ist immer schwierig, weil das Material die Farbe nicht aufnehmen kann. Vielleicht gibt's irgendwo ein Lackspray in "Altweiß", aber bei den Vibrationen, die ein Resofell so ertragen muss, wär der Lack wohl bald ab.


    Abgesehen davon, was Fiberskyn und Co tun, ist ja nicht "alt aussehen", sondern "wie Naturfell aussehen". Um das zu imitieren, müsste schon ein echter Künstler ans Werk gehen, kannst ja mal nen Kulissenmaler fragen.

    Wer günstig den Look eines alten Fells will, muss wohl nach wie vor auch ein altes Fell draufmachen ;)

    Remo Renaissance haben auch nen eher klassischen/altmodischen Look, aber die sind auch teuer.


    Ich kam kürzlich auch auf die Idee, dass 18"-Reso meines Gretsch zu wechseln, aber nachdem ich den Preis für adäquaten Ersatz sah, war es mit der Wechselstimmung schnell vorbei.


    Einen Filzstreifen kannst du schon nehmen, war ja über viele Jahrzehnte das Mittel der Wahl zum Dämpfen der Bassdrum. Hatte ich früher beim Lite und fand's in Ordnung. Für ne saubere, tonale Stimmung dürfte ein vorgedämpftes Fell besser sein, weil man nichts zwischen Fell und Gratung einklemmen muss. Durch den Filzstreifen hast du halt niemals ne gleichmäßige Fellauflage, das kann für manche Stimmungen ein Nachteil sein.


    Da aber das Resofell wohl das am seltensten gewechselte Fell sein dürfte, wäre meine Herangehensweise Hop oder Top. Wenn neues Fell, dann auch das richtige, ansonsten beim alten bleiben. Auf die kommenden 10 Jahre gerechnet ist eine Preisdifferenz von 20 bis 30 Euro zu verkraften, zumal Filzstreifen und Lackspray ja auch kosten und den Preisvorteil mindern. Wenn eine Bassdrum partout nicht klingt, dürfte die Ursache jedenfalls mit Sicherheit nicht beim Reso liegen ;)

    Um es zu Sessions mit zu schleppen, oder auch mal im fremden Proberaum stehen zu lassen, ist das Set völlig okay glaube ich.

    Absolut, schaut witzig aus, und die Komponenten taugen ja was.

    Beim Gestühl sehe ich noch Optimierungspotenzial, son Hocker macht keinen Spaß.

    Ich kann meinen Vorschreibern nur zu 100% beipflichten. Als Komplettpaket völlig uninteressant. Wer in dieser Größenordnung in Instrumente investieren will, ist typischerweise schon erfahren und hat recht genaue Vorstellungen seines gewünschten Setups. Hinzu kommt, dass das Set zwar ein solides Arbeitstier, aber kein herausragend seltenes Sammlerstück ist. Dafür dann den ganzen... entschuldige...restlichen Krempel mitnehmen und mühsam einzeln verhökern zu müssen, nimmt wohl niemand freiwillig in Kauf. Du hast schon Recht, das ist alles ordentliches Material, und vieles davon sollte unproblematisch Abnehmer finden, wenn du es einzeln anbietest.

    Ich könnte 3D-gedruckte und geklebt Schuhe kaufen, habe aber handgemachte Schuhe von einem Schuster. Könnte mir was von IKEA kaufen, hab jüngst meinen neuen Schubladenschrank beim Schreiner abgeholt. Ich könnte Top-40-Radio hören, höre aber den live-stream aus dem Jazz-Club in den USA. Also, selbst ist der Mensch. Kunst ist für mich deshalb so interessant, weil ich das menschliche Schaffen darin wiedergespiegelt bekomme. Diese ganze post-Wachstums-Geflenne mit BGE und dem ganzen anderen Quark kann ich ehrlich gesagt genau so nicht mehr hören, wie das geheuchelte Konsum-Awareness gelaber!

    Das Problem an deiner Argumentation ist, es gibt immer weniger Menschen, die sich diesen Luxus werden leisten KÖNNEN. Ansonsten bin ich eher bei dir, Prognosen zur Zukunft sind selten objektiv, sondern von der Intention des Prognostizierenden abgeleitet. Eine rosige Zukunftsperspektive (der wir m.E. ganz und gar nicht entgegensehen können) verschafft Herrn Precht u.a. im Zweifel weniger mediale Aufmerksamkeit, von der er sicher sehr gut leben kann.


    Ich finde von KI erzeugte Musik eine faszinierende Vorstellung und bin gespannt auf erste abrufbare Resultate, die wirklich aus dem Experimentalstadium raus sind. Nicht, dass ich erwarte, solche Musik könnte mir - alleine schon aufgrund des Wissens um die Entstehung - wirklich etwas geben. Da Musik aber kaum Risiken missbräuchlicher Anwendung birgt, fände ich Hörproben nur eins, nämlich spannend.


    Ob nun die menschliche Gesellschaft als solche auf einem guten Weg ist, ist ne ganz andere Frage, die weitaus komplexer ist, als dass man sie hier diskutieren könnte. Ich habe etwas Sorge, dass es in einem kaputten Wald erst nen Waldbrand braucht, damit etwas neues, gesundes und kräftiges entstehen kann.