"Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, anstatt Musik zu machen" (Isaac Stern)
Ich finde solche Aussagen im allgemeinen immer etwas irritierend.
Ich frage mich, warum herausragende Musiker immer mit solchen Statements rauskommen müssen?
Das suggeriert mir immer, dass der Verfasser auf der Stufe ist, die einzig wahre Art des Musizierens verstanden zu haben und alle, die eine andere Art des Spielens bevorzugen, keine...ja wie soll ich das sagen... keine "echten" Musiker sind-Auf den Satz bezogen "keine" richtige Musik machen.
Ich verstehe, dass hiermit gemeint ist Musik zu fühlen, statt sie stumpf zu spielen und frage mich gleichzeitig welcher Musiker, die Musik nicht fühlt? Ich mag behaupten, dass ein Mensch, der Musik nicht fühlt und mit Seele füllen kann, auch nicht dauerhaft ein Instrument lernt und spielt. Ich meine wo ist da denn der Anreiz?
Dennoch nehme ich mir von solchen Äußerungen nichts an und ignoriere sowas. Dabei geht es nicht um den inhaltlichen Aspekt, sondern klar um die Wortwahl und die Art der Formulierung.
Ich spiele selbst seit nun fast 30 Jahren Schlagzeug. Hab ich da nicht auch sowas wie eine Vorbildfunktion? Ich hab zwar nicht die großen Bühnen der Musikwelt betreten, aber dennoch so meine Erfahrungen gemacht und behaupte mal, dass ich mein Platz, so wie ich ihn verstehe, an meinem Schlagzeug gefunden habe. Gerne gebe ich Erfahrungen weiter, aber ich muss auch schauen wer mir gegenübersitzt.
Klar kann man seine Ansichten, wie man die Musik sieht, kund geben, aber ich muss auf einer Diskussionsplattform auch Platz für andere Meinungen lassen.
Es geht meist auch nicht um das "Was", sondern um das "Wie"!!
Ich möchte nicht bestreiten, dass ich oft und gerne auch mal ein bis ein paar Ferkel mehr fliegen lasse ohne mir Gedanken über die Notation zu machen-einfach mal der Nase nach. Klar, habe ich die Notation grob dabei immer im Kopf, mit denen ich nach belieben jonglieren kann. Ich weiß meist immer wie es aussieht was ich da spiele.
Darum ist es mir immer wichtig gewesen nicht nur speziell die eine Sache aus einem Song zu üben, sondern auch mögliche Varianten. Auch wenn sie streng genommen eigentlich nichts mit dem Song zu tun haben.