Bei Popballaden schreibt man häufig ein quasi schnelles Tempo und interpretiert das dann in Halftime bzw. Cut-time bzw. alla breve.
Das ist besser leserlich, vor allem die Gesangsmelodie, die dann aus vielen Achteln und gelegentlichen Sechzehnteln besteht, anstelle
von permanenten komplizierten Sechzehntelfiguren.
Ich würde sagen, es gibt so einen kritischen Bereich, der fast zu schnell ist, um schnell zu zählen, aber irgendwie ziemlich langsam,
um langsam zu zählen.
. Ausserhalb dieses Bereichs ist es dann meist klar, welches die Viertel sein sollen.
Ein Kriterium für mich sind auch Harmoniewechsel und sonstige Schwerpunkte. Wenn du dich bei einem Song zwar entscheidest, ihn
"langsam" zu zählen, aber dann merkst, dass es häufig in der Form nicht schön rund aufgeht – Akkord- oder gar Sectionwechsel in der
Taktmitte, halbe Takte da und dort –, wäre das für mich dann ein Anzeichen dafür, dass es eher schnell gedacht ist und sinnvoller zu
zählen.
Dann gibt es auch die stilistischen Konventionen. Im Jazz zählt man grundsätzlich viel schneller als im Pop-Rock gewohnt. Country-
Train-Beats sind normalerweise so gezählt, dass die Bassdrum die Viertel markiert und die akzentuierten Snares in den Offs sind (+).
Im Allgemeinen ist es, wie Korki sagt, eigentlich egal, man sollte sich einfach einig sein in der Band, sonst redet man aneinander
vorbei. Aber das gehörte Resultat ist ja immer dasselbe. Ich würde das nehmen, was sich besser anfühlt, und das, was die Mehrheit
der Band fühlt.