Beiträge von Mattmatt

    Wo war nochmal der Fred mit den eher kritischen Aristocrats-Posts?


    Jedenfalls: Hab sie am Donnerstag zum ersten Mal live gesehen und fand es einfach nur großartig geil!!


    Ich glaube, diese Mischung aus Virtuosität, Spielfreude und Spielwitz/Schalk habe ich so noch nie erlebt.

    Vom Erzählen her könnte das auch etwa so auf Zappa zutreffen, leider kenn ich das Zeugs praktisch nicht.


    Auf jeden Fall meine höchste Empfehlung, sich die Herren live ansehen zu gehen! Guthrie Govan ist einfach

    ein unfassbares Talent, und Marco Minnemann hat mich auch richtig umgehauen. Auch wenn mir ja klar

    ist, dass er saugut ist, und ich manches von ihm kenne, seit Jahrzehnten. Vielleicht hat mein eigenes Gehör

    sich so weiterentwickelt oder er, oder diese Combo passt einfach musikalisch dermassen gut, wie dem auch

    sei, ich fand ihn nebst der offensichtlichen technischen Fähigkeiten einfach auch ausdrücklich supermusi-

    kalisch, wahnsinnig dynamisch (die ganze Band, meine Fresse, ich glaub, ich hab generell noch nie eine

    Band so leise spielen gehört), und präzise, groovig, tight, transparent, artikuliert. Und eben, das Ganze

    alles andere als in sich gekehrt, auf sich konzentriert, verbissen, sondern mit Lust und Witz, kommunikativ

    und so entspannt (in der Wirkung zumindest).


    Sie kommen auch kein bisschen so daher, dass sie sich für was Besseres halten würden und jetzt mal

    zeigen, wo der Hammer hängt und wie man so viele Noten und schräge Ideen wie möglich zusammen-

    schustert. Im Gegenteil, sie strahlen aus, dass sie sich selbst nicht allzu ernst oder wichtig nehmen.


    Auch meine Befürchtung, dass ich es nach einer gewissen Zeit nur noch anstrengend finden könnte,

    hat sich kein bisschen bewahrheitet. Ihr Set war sehr ausgewogen und abwechslungsreich, teilweise

    haben sie ausufernd und unterhaltsam über die Songs geredet (alle drei kamen zum Zug), und Marco

    spielte ein ausgedehntes Drumsolo (lang keines mehr gesehen live tatsächlich – und auch hier wieder:

    selten so ein unterhaltsames und kurzweiliges!). Die andern zwei gingen hinter die Bühne, und wer

    dachte, dass sich danach Marco mal eine Pausen gönnen würde: weit gefehlt! Der Kerl zog sein wirklich

    intensives Ding 2 1/4 Stunden knallhart durch!

    Also ich hätte schon ein eigenes Gegenbeispiel, bei dem ich über die Noten gelernt habe:


    Bei gewissen vertrackten Polymetern in meinen Twisted-Shuffle-Videos habe ich mir den Verlauf durchaus zuerst ausnotiert,

    quasi rechnerisch, und so ausgecheckt, wo was wie landet. Danach gehts dann natürlich irgendwann schon wieder ohne

    Noten, es geht ins Gehör, und im Fall von polymetrischen Verschiebungen lernt man (oder ich zumindest), das Zeugs gleich-

    zeitig gegeneinander zu hören.


    So nebenbei versuche ich aktuell, Camille Bigeaults Buch durchzugehen, da beschäftigte ich mich diese Woche grad mit

    3er-Pattern (o..o.. etc.) gegen 5er-Pattern (o.o..o.o.. etc.) plus Fußostinato dazu. Hier fand oder finde ich den Weg über

    die Notation auch sehr angenehm :) . Das Ziel ist ganz eindeutig, es ohne Noten draufzuhaben und auch nicht "pattern-

    mäßig", sprich mit bestimmtem Anfang und Ende, sondern frei irgendwo starten und enden. Aber ohne Notation fände

    ich so was in der Draufschaff-Phase viel schwieriger oder strenger.

    Einerseits klingt eine Tomreihe in gleichmäßigen Intervallen kompakter, was aber eine Geschmacksfrage ist, ob man danach sucht.


    Andererseits hat eine Stimmung in Terzen den Vorteil, dass man von einem Tom zum übernächsten eine Quinte findet. Spielt man zwei Toms im Quintenabstand gleichzeitig, bekommt man einen besonders günstig gelegenen Differenzton geschenkt (=> Hüllkurvenmodulation des Zweiklangs), nämlich die Oktave unter dem tieferen der beiden Töne. Das klingt besonders fett, ohne dass man etwas tun oder können müsste. Das ist quasi die Übersetzung des Powerchords für Schlagzeug.

    Aber nur wenn du strikt zwischen großen und kleinen Terzen abwechselst, ansonsten gibts ne übermäßige Quint, was du vermutlich nicht meinst bzw. suchst ^^ .


    Eines meiner beiden Drumsets (s. Avatar) besteht aus (8), 10, 12 und 16. Inzwischen ordne ich das gar nicht wirklich als eine Tomreihe ein, sondern sehe

    die zwei oder drei kleinen oben als die "melodiösen" Toms an und das 16 Floortom als eigenständigen Effekt oder Charakter mit einer etwas anderen

    musikalischen Funktion. Irgendwie gleich, irgendwie aber doch nicht. Insofern stört mich der große Sprung überhaupt nicht.

    Im Mai sind sie in Zürich, und ich tendiere momentan stark dazu, hinzufahren ^^ .

    Guthrie habe ich erst mit Hans Zimmer live erlebt, war auf jeden Fall umwerfend.


    Ich hatte ähnliches Sauer-aufstoß-Erlebnis vor einigen Jahren mit Animals As Leaders.

    Ich wusste genau, was mich erwartet, und eigentlich fand ich vieles sehr geil, und dennoch

    habe ich gerade im Livekontext eine Connection auf der emotionalen Ebene vermisst, und

    ich glaube, es wäre nicht mal unmöglich, aus Musik von der komplexesten Sorte eben auch

    etwas Emotionales schaffen zu können, Geschichten zu erzählen, Bogen zu spannen, die

    musikalische Aussage in dem Sinn über die "technischen Ideen" zu stellen. Aber leider

    gibts die Kombination irgendwie selten.


    Meiner Meinung nach sind Haken eine Band, die diesen Grat zwar nicht vollständig, aber

    zu einem (für mich) herausstechenden Grad schaffen.


    Gut, die Aristos haben es als instrumentale Band vielleicht auch ohnehin etwas schwerer,

    wenn man davon ausgeht, dass die menschliche Stimme die beste, tiefste und emotionalste

    Verbindung schafft. Auch in Kombination mit Sprache natürlich.

    Präzisierung von meiner Seite her: Ich find Anika top in dem Clip. Die Gesamtperformance auch, aber mit dem Song kann ich irgendwie gar nichts anfangen, und ich bin auch kein Rush-Fan, noch nicht einmal ein Kenner in dem Sinn. Aber rüberkommen tun Spielfreude und Energie von allen. Auch eine Band (oder eine Teilband) ist halt

    kein statisches Gebilde, sondern besteht aus Menschen mit Entwicklungen und dynamischen Prozessen. Ist doch insofern alles gut, find ich.


    Kein Vergleich jedenfalls zu manch anderen in die Jahre gekommenen (Rock)Bands und -Musikern, wo beim Anhören und Ansehen eines aktuellen Videos einfach

    jedem klar ist, ob Fan oder komplettem Ignorant, dass es eifach nicht (mehr) klingt, nicht zündet, nicht funktioniert etc.

    Hier gibt es einen ersten Vorgeschmack auf Rush mit Anika

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    Ich finds top!

    Wow, krass! Hätte nicht gedacht, dass es mich erwischt! Vielen Dank, freut mich.

    Hier meine Notizen beim Anhören und Abstimmen (Avatarnamen natürlich erst jetzt ergänzt :S) :


    C (Niles): Lustiger Hall/Delay, chillig gespielt, guter Flow, erstaunliche Ähnlichkeiten mit meinem eigenen Arrangement!


    E (Lexikon): Falls das Lexikon ist, ist das für mich sein "tightester" Beitrag bis jetzt :) . Lustige Idee mit dem verdoppelten Feel

    (im Vergleich zum sonst hier vorherrschenden One-Drop) und den binären Einlagen, allerdings finde ich es leider persönlich

    nicht so passend


    G (Olli K.): etwas viel zu busy/verspielt mit den Händen, aber irgendwie doch stilistisch passendes Feel und großteils guter

    Flow, solid


    H: ich


    J (mtree): vermute hier Marius :) . Interessanter Rockbeat drüber. Sauber gespielt, vermisse allerdings schon das

    Reggae-Flair, auch wenn die andere Richtung sicher bewusst gewollt ist


    O (SleishMan): Keep it simple -> works!! Ein bisschen Rushing immer mal wieder. Die viele "Luft" durch das reduzierte

    Spiel passt sehr zum Track, finde ich. Schluss mit dem Diminuendo sehr cool!


    P (haidem): Mein Abräumer bei diesem Playalong! Love it! Fetter Snaresound, interessantes HiHat-Pattern (ich finde nicht

    wirklich raus, wie das erreicht worden ist – Stack mit Splashes für die Accents und ein anderes Becken für einen fast schon

    shakerähnlichen Effekt?), sehr cooles Arrangement, sogar ein Solo, das sich sehr gut einfügt, wie ich finde – nicht überbordend

    oder nach Aufmerksamkeit schreiend.


    R (Surfkoala): Solid songdienlich! Gefällt mir! Recht detailliert aufs Arrangement des Playalongs eingegangen und diszipliniert

    durchgezogen.


    V (Mai-Carsten): Finde diesen trashigen Snaresound ziemlich geil ^^ . Könnte in einer Produktion durchaus bewusst so

    gesucht und gewollt werden. Solid und durchdacht gespielt. Interessanterweise für mich genügend Reggae-Vibes, obwohl

    die Drumpatterns an sich eigentlich gar nicht so konkret Reggae sind (abgesehen vom Steppers). Sehr kurzweilig anzuhören

    durch die vielen Variationen.

    Ja, schwieriges Thema, weil man fairerweise eigentlich die lebenslange Summe der "Leistung" allen Übens und aller musikalischen Erfahrungen auch miteinbeziehen müsste, oder man müsste zumindest diskutieren, wo es anfängt und wo es aufhört. Ich für mich würde diese Philosophier-Büchse lieber zubehalten :D .


    Ich habe nicht geschaut, wie viel Zeit ich aufgewendet habe, denn dann hätte ich mehr ein Gefühl von Arbeit, Leistung, Zeitdruck usw., alles nicht entspannende

    Attribute, die mich mindestens ablenken würden vom eigentlichen Spass des Entwickelns, Aufnehmens und Verbesserns.

    Ich finde es gut zu wissen (auch für die Bewertung), dass von Marius keine – sagen wir – entscheidende und prägnante Effekte hinzugefügt wurden.


    Ich freue mich, dieses Mal auch wieder Zeit zu haben, mich an der Abstimmung zu beteiligen und meine Gedanken zum Besten zu geben.

    Bei der Jazzchallenge hatte ich mich da leider mangels Kapazität raushalten müssen und deshalb auch gar nicht abgestimmt.

    Ich habe jetzt den Film nicht gesehen und ob er überspitzt ist kann ich nicht beurteilen. Aber manchmal haben Hollywoodstreifen auch ein bisschen Wahrheit in sich.

    Es ist nicht so lange her, da gab es im Schweizer Turnverband einen Skandal wegen brutalen Trainingsmethoden.

    Und unsere Flötenlehrnein war damals auch nicht gerade zimperlich. Gab es doch zwischendurch mit der Blockflöte einen auf den Kopf!

    Offtopic: Wusste gar nicht, dass du aus der Schweiz bist :) . 👋

    Ich habs über Spotify, geht das für dich?

    Vermutlich hat er den Podcast auf allen üblichen Plattformen.


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