Wow, hier wimmelt es ja regelrecht von Kulturpessimisten 
Auch wenn ich selbst wohl inzwischen in der "alten" Generation angekommen bin, die die Jugend kulturell nicht mehr durchgehend versteht (das gehört wohl irgendwie dazu), habe ich Hoffnung, dass wir die archaische Kultur des gemeinsam Musik Schaffens erst zu Grabe tragen werden, wenn die Menschheit selbst am Ende ist.
Als freigeistig sozialisiertes Individuum, geprägt vom musikalischen Schaffen der 70er und 80er, sehe ich bei der heutigen Jugend manchmal das Bild aus "The Wall" vor mir, wie Kinder im Gleichschritt entpersonalisiert über ein Fließband in den Fleischwolf marschieren. Nur dass nicht Eltern und Lehrer, sondern Medien und Unterhaltungsindustrie die Verantwortlichen sind.
Selbst wenn wir tatsächlich am Beginn einer kuturell finsteren Epoche stehen, wie es sie in der Menschheitsgeschichte vermutlich schon unzählige Male gab, wird das vorüber gehen und irgendwann wieder ein Licht am Horizont zu sehen sein.
Wahrscheinlicher ist es aber, dass Kultur sich von Generation zu Generation verändert. Wir Älteren versuchen zu retten, was in unseren Augen zu retten ist, die Jungen sch... sich nen Dreck um uns Ältere und suchen neue Ausdrucksmöglichkeiten, mit denen sie sich von uns abheben können. Welche Impulse vergänglich und welche kulturell prägend sein werden, können wir im Moment möglicherweise noch gar nicht abschätzen bzw. bestenfalls vermuten.
Dass diese Dynamik, die so alt ist wie die Menschheit, auch die Märkte bestimmt, werden wir hinnehmen müssen, ob wir jetzt Konsument, Hersteller oder Musiklehrer sind. 