Dass manche Menschen Dinge zu fest drehen - kennt man nicht nur unter Schlagzeugern. Gerade bei Handwerkern habe ich immer wieder erlebt, dass "rohe Kräfte sinnlos walten" in der Hoffnung, doch etwas fest/stabil hinzubekommen, was sonst vielleicht wackelte. Bei Musikschülern spielt aber wohl noch etwas eine Rolle: Die Angst, etwas kaputtzumachen, weil man zu schwach festgezogen hat. Lieber ein wenig fester ziehen, als das Becken runtersausen lassen und einen veritablen Schaden zu produzieren. Dass die gut gemeinte Geste letzlich auch zum Schaden führt - nun ja.
Besagte Peal Hardware ist nicht ohne Grund kritisiert worden, mich wundert es aber, dass eben jene, die sensibel gehandhabt werden will, Schülern an die Hand gegeben wird. Da würde ich ja persönlich eher zu aktuellerer Yamaha- oder Tama-Hardware greifen, das hält ewig und ist von den Materialstärken auch entsprechend großzügig ausgelegt (was als Negativpunkt ein ordentliches Gewicht mit sich bringt. 4,5 Kilo für einen Beckenständer ist ja nicht gerade wenig...).
Mir ist noch nichts durch überdrehen kaputt gegangen. Vielleicht bin ich ein sensibelchen für sowas oder einfach nur zu schwach (Mehr Spinat in der Jugend hätte das vielleicht geändert :)). Sehr interessant finde ich aber, was andere mit ihrer Hardware so anstellen. Die 200er Sonor-Beckenständer, die bei mir in der Ecke Spinnweben bekommen, wurden vom Vorgänger maltraitiert, indem er an die Stangen zwei Multiklammern geschraubt hatte, um Splash(!)-Becken zu befestigen. Die Klammern hat er so fest gezogen, dass die Rohre davon sichtbar eingedrückt sind (auch 'ne Art für Markierung von Anklemmpunkten zwecks schnellem Aufbau). Also agiert, als würden die Splashes jeweils 10 Kilo wiegen.
Der vorherige Drummer in meiner Band hatte es geschafft, bei seinem 400er Sonor-Sitz die Feststellschraube an der Spindel so fest zu drehen, dass sie abbrach. Das Gewinde war natürlich mit im A... Aber der Typ war eh ein Grobmotoriker, sowohl beim Umgang mit Trommeln und Hardware als auch beim Trommeln selbst.