Beiträge von Moe Jorello

    Chuck Boom, dass "Ein Wahrheitsgehalt unabhängig davon [besteht], ob jemand ihn belegen kann", darüber kann man - philosophisch betrachtet - ausgiebig diskutieren. Wahrheiten, die nicht etwa durch Masse belegt werden, sind keine Wahrheiten weil sie keinen empirischen Wahrheitsgehalt besitzen sondern indivuelle Ansichten ohne fundierten Wahrheitsgehalt darlegen. Ich denke, also bin ich. Wahrheit oder doch eher Vermutung? ;) Und beim TO wissen wir nicht, o die Kaputten Becken aufgrund der Herstelleung und flascher Spielweise z.B. herrühren. Und nun schweige ich auch schon. :)


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    Eine wissenschaftlich ausreichend gesicherte Studie zu dem Thema kenne auch ich nicht und würde mich auch wundern (dich nicht?).

    Wundern würde sie mich nicht, wo schon so vieles unerwartetes in Studien erforscht wird (und auch zuweilen mit Gegenstudien widerlegt). Wenn also jemand noch ein Thema füe 'ne Magister ... äh... Masterarbeit braucht... ;)


    [/klugscheiss-off]

    Ach Gerald, mir geht es nicht darum, mich oder andere lächerlich zu machen. Nur wenn hier sowas steht wie "handgehämmert ist eher mal kaputt", ohne das dies auch nur ansatzweise belegt wird, dann finde ich das einfach inakzeptabel. Nicht weil mich das jetzt persönlich irgendwie tangiert, sondern weil andere gemäß dem Papageienprinzip genau diese Behauptung dann einfach unreflektiert weitergeben. Ich habe gehört von einem der gesagt hat dass er gelesen hat dass... So entstehen Mythen, die nachher schwer zu entkräftigen sind und die einem Fachforum schädigen. :thumbdown:


    Das man hin und wieder Bockmist verzapft - geschenkt. Nur sollte man vielleicht, wenn eine "allergische Reaktion" auf eine solche Aussage erfolgt, seine gemachte Aussage vielleicht nochmal hinterfragen. Eventuell auch revidieren. ;) Mir ist jedenfalls nicht eine Studie der letzten Jahrzehten bekannt, die nachweist, dass handgehämmerte oder aber maschinell gefertigte Becken anfälliger sind. Nach meinem Dafürbefinden hängt bei Qualitätsbecken die Frage, ob ein Becken schneller oder langsamer reißt, davon ab, wie jemand damit umgeht, nicht welche Beckenmarke und Serie er spielt. Kaputt bekommt man zumindest alle Teller mittels zu hohen Kraftaufwandes oder falscher Spieltechnik.


    @robi: Dass dein Endorsement vorbei ist, verringert mein Befremden. Denn Samsun spielen und dann aber handgehämmert "an den Pranger stellen", das passt für mich nicht zusammen.


    Zitat

    Die Frage kann nicht ernst gemeint sein.

    Doch. Wenn du da mehr weißt als wir, her mit den Infos.

    Jeder hat seine eigene Meinung/Erfahrung. Du hast sie auch und das ist in Ordnung.

    Kannst du deine Behauptung bzgl. höherer Anfälligkeit von handgehämmerten Becken irgendwie belegen? Vermutlich nicht. Solange du das nicht kannst, ist und bleibt deine Aussage Bockmist.


    PS: Und wenn die so anfällig sind, warum ist du dann eigentlich noch bei Samsun? Das ist alles handgehämmertes Zeug.

    Gefühlslastig auszuwählen, davor ist niemand ganz gefeit. Im Hinterkopf schwirren immer gewisse Assoziationen zu Marken mit. Man kann das nur zu einem Teil ausblenden, manchmal revidiert sich auch die Ansicht im Laufe der Jahre.


    Bei mir war es zum Beispiel so, dass Tama für mich "die Metalbuden" schlechthin waren. Und ich kam nun eher aus der Ecke Jazz, Funk, 60's Rock. Was soll ich also mit Tama? Ich habe mich dennoch im Laden neben Sonor, Mapex, PDP, Yamaha, Pearl, Gretsch, Ddrum und Ludwig auch hinter ein paar Tama-Sets gesetzt und dann festgestellt, dass es sich ... upps!... doch ganz gut anfühlt, dass es keine Metalbude ist, die ich da vor mir habe, sondern ein vielseitiges Instrument mit gutem Klang und sauguten Hardware-Lösungen. Ich habe dem Tama eine Chance gegeben. Und nun habe ich drei Tamas. Upps!... Die Assoziation Tama=Metal habe ich jedenfalls schnell ad acta gelegt.


    Ich empfehle dir daher, dich einfach hinter diverse Sets zu setzen, Augen schließen, Klang der Kessel anhören. Danach Hardware prüfen, was gefällt, was nicht. Dann dich fragen: Gefällt dir das optisch? Auch in X-Jahren noch? Wenn dann am Ende DW bei rauskommt, dann ist DW halt das richtige für dich. Wenn es dir den Mehrpreis (nur für das emotionale) wert ist, dann ist das halt so.


    Dass alle der bekannten Marken gut klingende Trommeln bauen können, ist ja bekannt. Am Ende ist es fast wie mit 'nem Espresso. Lavazza, Segafredo oder Illy, was schmeckt besser? ;)

    Also ich spiele in einer Bigband und aber auch Combos,
    deswegen brauch ich eine Snare die Laut und leise kann.

    Ob laut oder leise hängt vielfach mehr vom Drummer und den Sticks ab als von der Snare selbst. Es gibt laute Holzsnares und eher leise Metallsnares - und umgekehrt. Recht dünne Ahornkessel oder Ahorn/Pappel-Kessel sind nicht schlecht, wenn es in die Holzrichtung gehen soll. Wichtig ist, dass die Snare sensibel ist, Ghostnotes gut transportieren kann, sauberes Sustain bei unterschiedlichen Lautstärken liefert.


    Zitat

    Soll schon so in Richtung Rock Jazz gehen, muss aber auch zu Swing passen, ich kann ja nicht im Konzert die Snare wechseln ;) .

    Dazu fallen mir noch ein paar weitere gute Snares ein, die nicht ein Bein und zwei Arme kosten:


    Tama SLP VIntage Poplar Maple (Klang im Laden echt gut)
    Tama Starphonic Aluminium (gute Alu-Snare halt. Trocken, sensibel)
    Tama SLP Vintage Steel (genialer Allrounder, kann alles, passt immer)
    Yamaha Live Custom (Oak, großartige Ansprache)
    Mapex Black Widow (Ahorn, sehr variabel, warm)
    Pearl Sensitone Aluminium (siehe Starphonic Alu)
    Pearl Sensitone Premium Maple (warm, vielseitig einsetzbar, immer angenehm)


    Bzgl. der Zultans: Das sind eigentlich Turkish Becken, sind nur umgelabelt. Verarbeitung ist durchweg gut. Und einige der Caz-Becken sind klanglich wirklich sehr sehr (!) gut. Nicht alle, aber doch so einige. Schau und hör dir mal den Testbericht auf Bonedo an.

    Ich finde, es ist ein Unterschied, ob man gesittet spielt und dabei unabsichtlich ein Becken reißt oder ob man achtlos drauflosprügelt und einem ein schrottes Becken schlichtweg egal ist.


    Wir müssen auch nicht einer Meinung sein. Die Welt ist bunt. Und das ist vielleicht gut so. Sonst würden Paiste, Meinl und Co. evtl. nicht ausreichend Umsatz haben. :D

    Gut und nicht übertrieben teuer: Tama SLP Classic Maple 14x5,5. Ganz großartige, sensible Snare. Sonst gebraucht nach einer SLP Super Aluminium suchen. Mit beiden fahre ich sehr, sehr gut. Aber andere Hersteller haben auch wunderschöne Snares im Repertoire. ;)


    Becken, das ist viel schwerer, denn neben dem Zultan-Geheimtipp gibt es viele, viele gute türkische Jazzbecken. Istanbul Agop, Bosphorus, Masterwork Jazzmaster... da musst du dich wirklich selbst durchhören. Da kann keiner für dich die Entscheidung fällen, was da passt.

    Eieiei... nun wird es wieder unübersichtlich, dabei hatte es so gut begonnen...


    Gebrauchtmarkt - für den TO natürlich eine Option. Aber er müsste sich erst mal schlau machen, welches gebrauchte Set in welche Kategorie gehört (bei einigen älteren Modellen etwas schwerer zu recherchieren), wie der ursprüngliche Preis war und darauf und dem Setzustand basierend einen realistischen Preis ermitteln. Und er müsste sich schlau machen, welche Stärken/Schwächen diese äletern Sets vielleicht haben. Bei einigen ist das einfach, bei anderen weniger. Und ob er die in der passenden Konfiguration inkl. evtl. Erweiterbarkeit bekommt, steht auch nicht fest.


    Ein Neukauf ist daher nicht ganz unsinnig. Und es muss kein Set der Oberklasse, also ein Starclassic, Masters, Delite, Performer, Absolut Hybrid Maple etc. sein. Die Mittelklasse, die heutzutage angeboten wird, reicht im Grunde völlig aus. Und wenn man bei klassischen Farben, wie etwa Schwarz bleibt, ist eine Erweiterbarkeit zumeist auch längerfristig gegeben. Ob der TO sein Set später vergrößern möchte, darüber sollte er sich mal Gedanken machen. Denn wenn ja, sollte er entsprechende Sets ins Auge fassen. Ein Catalina Rock z.B. ein Pearl Export, ein Yamaha Stage Custom, ein Tama Silverstar. Zu aktuellen Sets gibt es genügend Informationen im Netz, so dass der TO eigentlich wissen sollte, das ist was für ihn oder auch nicht.


    3000 Euro: Damit kann man sich eine sehr gute Schießbude zusammenstellen. Ein wenig eigene Recherchen sind da, finde ich, erstmal angebracht. Einfach mal entspannt schauen, was so auf dem Markt ist, ein paar Testberichte lesen, sich eine Pro-und Contra-Liste erstellen und dann mit konkreten Fragen hier wieder reinschneien. Dann kommt man auch gescheit weiter.


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    Würdest du ein Set um 1000€ suchen könnte ich das Tama Superstar empfehlen, ist pflegeleicht, hat viele Toms, lässt sich leicht stimmen und passt zu deiner Stilart.
    Habe ich auch für die Schule angeschafft, da der Direktor 1000€ locker gemacht hat.
    Ein bisschen besser ist das Tama Starclassic B/B, liegt so um 1600-2000€.

    Äpfel und Birnen. Das Superstar ist inkl. Hardware, das Starclassic ohne Hardware und oft auch ohne Snare. Das kann man so nicht 1:1 gegenübersetzen.

    Die Idee ist wohl auf Kit Lamberts' (Manager und Produzent) Mist gewachsen, nachdem Pete in einem kleinen Club mit niedriger Decke mal der Hals der Gitarre an der Decke abgeknickt ist. Pete war so sauer, dass er den Rest der Gitarre zertrümmert hatte. Das Publikum fand das super und wollte mehr Zerstörung. Keith kickte daraufhin seine Bassdrum um. Lambert meinte dann - so wird berichtet - dass das großartig gewesen sei und wiederholt werden müsse.


    John Entwistle hatte sich der Idee, Instrumente zu zerstören, anders als Pete, erfolgreich verwehrt. Seine Bässe blieben trotz der Beanspruchungen über Jahre hinweg alle in einem tadellosen Zustand. Pete hatte seine Zerstörungsorgien übrigens päter bereut - nämlich ab dem Zeitpunkt, als er keine seiner geliebten Rickenbackers mehr nachordern konnte, weil die Produktion der Serie eingestellt worden war. Dann habe er Rickenbackers auf dem Gebrauchtmarkt gekauft wie blöd und die verbliebenen - so wird gesagt - gut behandelt. Späte Einsicht.. aber immerhin.

    Hehehe... ich wusste ja, dass das jetzt kommt, dass meine - wohlgemerkt - Jugendidole erwähnt werden. Und ja, das Zerstören der Instrumente habe ich bei The Who von Beginn an mit Bauchschmerzen gesehen. Was mich ein wenig getröstet hatte, war ein Buch, das ich später mal gelesen habe. Dort wurde insbesondere auf Keith Moons "zerdeppern" der Drums eingegangen, wie viel Geld er eigentlich zerstört haben müsste. Und da wurden ehemalige Betreuer bei Premier und Paiste auch zu interviewt und die Aussagen fand ich erstaunlich: Keith Moon habe, so heißt es, in seiner Karriere kaum ein Becken zerstört (nein, er habe seine Paistes mit viel Achtung behandelt) und auch kein Drumset wirklich kaputtgemacht (nicht mal das, welches er mit Schwarzpulver in die Luft gejagt hat). Die Showelemente seien im Vorfeld recht genau von Moon durchdacht worden (abgesehen vom Schwarzpulver, wo er es übertrieben hatte). Er soll gewusst haben, was er den Drums an "Zerstörungsenergie" zumuten konnte, wie er sie umscheißen musste, damit sie trotz umfallens möglichst intakt bleiben. Premier habe einiges an zerdengelter Hardware austauschen müssen (insbesondere Ständer), aber kein einziger Kessel sei gerissen, angeknackst, verbogen gewesen, so heißt es. Anders als die Gitarren von Pete, die waren wirklich und unübersehbar hinüber. :D


    Naja. Hendrix hat Gitarren abgefackelt. Auch daneben aus der Sicht eines Musikers. :pinch: Aus der Sicht des PR-Agenten dagegen gigantisch toll. :whistling:


    Gewagte These. Bist du in der Position, das so festzulegen?

    Ja sicher, gemäß Art. 5 GG. Kannst du denn das Gegenteil beweisen? ;)


    Ein Musiker erkennt den Wert eines Instrumentes. Ein Musiker weiß, dass jedes Becken ein individuelles Instrument ist. Dass viele Becken einzigartig sind im Klang, nicht reproduzierbar. Einem Instrument bringt ein Musiker einen gewissen Respekt entgegen (nicht aber der Ignorant). Er pflegt dieses, nutzt dieses, so, dass es der Musik dient und dabei ein langes Leben vor sich hat. Wer das nicht macht, ist schlichtweg kein Musiker für mich.

    Das North Sea Jazzfestival ist immer für einen Ohrenschmaus gut. Dort, wo schon Buddy Rich für ein vergnügtes Publikum sorgte, hat auch Chick Corea mit seiner Electric Band 2003 für Begeisterung beim Publikum gesorgt. Der Mitschnitt zeigt warum. Die Musiker haben auf hohem Niveau angefangen und sich dann schrittweise nochmals gesteigert. Ein vorzüglicher Auftritt mit einem fantastischen Bassoli und einem vielseitigen Dave Weckl. Die alte Weckl Heckmatte (seit wann ist die eigentlich ab?) gibt's gratis dazu. ;)


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    Viel Spaß beim anschauen und anhören. 8)

    Becken verleihe ich an Drummer die ich persönlich kenne und in ihrer Spielweise eischätzen kann.


    Und je nach Genre würde ich da dennoch sagen: Das Risiko muss man nicht eingehen. Dass bei Jazz Becken zerdengelt werden, eher selten. Wenn ich da einen Drummer persönlich so gut kenne, dass ich seine Spielweise wirklich kenne und weiß, das ist ein Streichler, der eine gute Technik hat, dann ... gut, dann könnte (!) man drüber reden, aber gerade bei Jazzern ist das ja eher unüblich, weil gerade bei den Becken da jeder seine sehr individuellen Teller spielen will, weil sie ja "seinen Klang" ausmachen. ;) Wenn ich einen Rockdrummmer kenne, sowie dessen Spielweise, würde ich dennoch nicht die Becken herausrücken, weil bei Rockmusik auch mal kräftiger und mit dickeren Sticks gedengelt wird. Da kann eher mal ein Becken kaputt gehen. Würde ich das Risiko eingehen wollen, ein geschrottetes Crash auf dem Ständer zu sehen, dass ich dann bei MEINEM nachfolgenden Auftritt 30 Minuten später nicht mehr spielen kann? Und das ich später ersetzen muss, evtl. mit Streitereien? Eher nicht.


    Ich kenne hier in und rund um Hamburg die Regel: Snare, Becken, Fußmaschine bringt jeder Drummer zum Gig mit, der Rest wird von einem Drummer/dem Lokal/dem Club für den Abend gestellt. Es sei denn, im Vorfeld wird anderes vereinbart (sprich: z.B. zwei Sets für einen Abend, Snares für alle,...)


    Man kann überpingelig sein. Man sollte aber auch nicht zu leichtfertig mit dem Zeug umgehen. Immerhin stehen da nicht selten mehrere Tausend Euroauf der Bühne. Wenn da was kaputt geht ist das halt ärgerlich und wesentlich teurer als ein "Wiedergutmachungsbier". Und einige Becken lassen sich halt einfach nicht ersetzen, weil einmalig (-> Jazz, Raritäten, ausgelaufene Serien & Vintage). So ist das halt. ;)


    Zitat von derdührsen

    Ich finde, das hat irgendwo auch was mit Hilfsbereitschaft zu tun. Jeder vergisst mal was, ist mir auch schon passiert.

    Ja und nein. Wenn es um Hardware geht, Sticks, Snare, alles was problemlos ersetzbar ist, da geht das okay. Aber fragiles, teils unersetzbares, wie Becken, das gehört für mich nicht dazu.