Hm.... bei solchen Diskussionen über die Qualitäten von Ringo muss ich immer schmunzeln. Spielt mal als linkshänder auf einem Rechtshänderset, was er gespielt hat. Das werden wohl wenige so gut hinbekommen. Ich jedenfalls nicht.
Ich mag Ringos Spiel irgendwie. Als Jugendlicher fand ich ihn wenig spektakulär (Da fand' ich Keith Moon viel viel aufregender), später habe ich ihn aber mehr und mehr geschätzt, ob dessen, was er wie gemacht hat. Das Essentielle auf den Punkt gebracht, dabei immer das richtige Gefühl in den Song eingebracht. Kein Schnick-Schnack, keine Rampenlicht-Egomanie-Soli. Einfach ein Drummer, der Musik liebt.
Wie sagte Peter Erskine so schön. "You don't have to show off." Ringo hat das quasi perfektioniert und das songdienliche Spiel gleich mit dazu. Wer derart ein ganzes Musikgenre prägt und den Matched-Grip zum quasi-Standart-Griff für Drummer macht und auch Jahrzehnte nach den Beatles immer noch der bestbezahlte Drummer in der Branche ist, der hat wohl ziemlich viel richtig gemacht und damit erübrigen sich doch eigentlich diese ganzen Diskussionen. Und diese Aussagen, dass er technisch nicht gut gewesen sei ... seht das doch mal im Kontext der Zeit. Damals galt er technisch durchaus als gut für einen Pop/Rockdrummer. Dass spätere Drummer mit seinem "Zement" ganz andere, technisch anspruchsvollere Dinge nachher schufen, ist doch normal. Das schmälert aber nicht seine Bedeutung für die Musikgeschichte.
Ja, ich finde andere Drummer technisch qualifizierter/besser als ihn. Aber ich mag Ringo trotzdem. "British understatement" finde ich einfach gut - auch am Drumset.
Und nachträglich alles Gute, Ringo.
