Habe in einem anderen Thread gelesen, dass es kontraproduktiv sein kann, Songs "auswendig" zu lernen. Man könne dann zwar diesen Song, aber die Techniken, die verwendet werden, nur im Kontext dieses Songs - sobald eine ähnliche Stelle in einem anderen Song kommt, kann man es wieder nicht.
Meine Meinung: Ich halte das für so nicht haltbar. Klar, bestimmte Sachen lernt man besser, weil intensiver, wenn man sich nur damit und langsam auseinandersetzt, ohne ein Lied dabei zu spielen, das einen unter Druck setzt. Aber: Sehr oft lernt man anhand von Liedpassagen, bestimmte Fills, Techniken etc. einzusetzen, die man im Kopf hat oder in den Grundzügen sich angeeignet hat. Was nützt mir das schnöde anlernen nach Notenblatt, wenn ich es im musikalischen Kontext nicht sicher anwenden kann? Die Sache muss, wie man so schön sagt, in Fleisch un Blut übergehen. Das heißt, ich muss mitten im Lied z.B. Fill A abrufen und ins Lied einbauen können, ohne den Liedfluß zu töten. Und das kann ich nur üben und den Lernerfolg überprüfen, indem ich ZU einem Lied spiele. Wenn ich aber merke: Da bleibe ich immer wieder hängen, dann Musik aus und es langsam nochmal für sich üben, bis der Bewegungsablauf recht gut passt. Dann wieder mit Musik.
Was natürlich auch Unsinn ist, ist gar keine Trockenübungen zu machen. Dann kommt man auch nicht weit, weil Dynamik, Präzision, Timing,... oft nicht passen. Also: Auf die gesunde Mischung kommt es an.
