Mir erschließt sich deine Logik in deiner Aussage nicht ganz.Wenn ein Klavierspieler Mozart auf dem Klavier interpretiert stellt er sein Instrument dann auch über die der Musik.Oder ist das dann was anders?
Nach (nicht nur) meinem Dafürbefinden ist es wie folgt: Wenn Glenn Gould z.B. Bach am Klavier spielt, dann interpretiert er das Stück von Bach, dann wird ein Moderato vielleicht ein wenig in Richtung Adagio gehen. Wenn Lang Lang dasselbe Stück spielt, wird der moderato-Part vermutlich mehr in Richtung Allegro gehen. Beide werden auch unterschiedlich Pausen setzen, ein Crescendo umsetzen und insgesamt dem Stück ein anderes Gefühl geben. (Selbiges ist auch bei diversen Orchesteraufnahmen zu hören, wenn z.B. die Moldau von den Wiener Symphonikern gespielt wird, klingt das spürbar - und gewollt!! - anders als bei z.B. der Staatskapelle Dresden oder den Berliner Philharmonikern.) Egal ob Gould oder Lang oder ein anderer versierter Pianist: Immer steht bei ihnen die Komposition und ihre Interpretation im Vordergrund. Das ist etwas anderes für mich, als wenn jemand 1:1 Stewart Copeland kopiert bei "Message In a Bottle", wo jedes Mü dem original gleicht. Das ist dann eine Reproduktion, aber keine Interpretation.
Was ich faszinierend finde, ist, wie manche sich "echauffieren", dass ich MEINE ganz persönliche (bewusst etwas zugespitzt formulierte) Ansicht, die mit Sicherheit nicht mit jeder anderen Meinung übereinstimmt oder übereinstimmen muss, so auf die Waagschale legt. (Dabei schrub ich gleich zu Beginn: Es ist nur meine Meinung und am Ende ist alles Geschmackssache) Ich wurde nach einer Definition des "Social Media Drummers" gefragt, ich habe geliefert. Wer nicht erträgt, was er dann als Antwort bekommt, der hätte vielleicht gar nicht die Frage stellen sollen. Oder den Begriff Meinungsvielfalt nochmals überdenken. Gibt viele Leute, die das (überspitzt) "YT-Ego-Trommeln" gut finden. Auch gut. Von mir aus. Nur muss ich das ja nicht deswegen auch gleich toll finden.
Aber zurück zum Wesentlichen:
Ja, Frau Nilles hat viel Erfolg und das gönne ich ihr auch. Sie erntet den Lohn für harte Arbeit. Und dass sie Menschen motiviert, Sticks in die Hand zu nehmen, finde ich auch gut. Nur musikalisch finde ich es halt nicht wirklich ergiebig, was da in der Summe rauskommt. Viel Marketing. Das auf alle Fälle. Auch bei Damen wie Frau Capelette, auch so eine talentierte, technsich versierte, die mich aber einfach nicht musikalisch berührt. Hat vielleicht einen Grund, dass in der Musikgeschichte sehr oft nicht einfach nur die "technisch tollsten" - überspitzt formuliert - in Erinnerung bleiben, sondern eher jene, die über ausgeprägtes Feel/Musikalisches Gespür (mittels jahrelange Zusammenarbeit mit anderen Musikern) verfügten (und das dann auch noch mit technsicher Rafinesse verbinden), es also schafften, wirklich viele Menschen zu berühren mit ihrem Spiel. Anders formuliert: Rachmaninov mag ein technisches Ass gewesen sein, mehr Menschen wurden aber von Chopin in der Seele berührt. Matt Garstka ist ein Wahnsinnstechniker, bei dem einen die Kinnlade runterklappt - aber Ringo hat mehr Leute zum Tanzen und heulen und glücklich umfallen gebracht.
Ich warte noch auf die nächste - für mich - legitime Erbin von Sheila E., Cindy Blackman und Co. Die Youtube-Generation hat mich bis dato jedenfalls nicht vom Hocker gerissen.
Propeller: Die Dame ist m.E. ein Sonderfall, weil es hier um eine klare Botschaft geht -> Gleichstellung, Gleichberechtigung, Inklusion.
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