Was mir immer wieder aufgefallen ist, ist, dass sehr oft die Menschen in ihren jüngeren Jahren mit einem gewissen Splash-Sound sozialisiert worden sind. Man hat Police gehört, rauf und runter. Und dann brennt sich dieser Klang von Copelands Splashes im Hirn ein als DER Splashklag - und es beeinflusst einen ein leben lang fort, mal mehr, mal weniger. Ein anderer ist mit Portnoy großgeworden und hört dessen Splashes und sein Hirn signalisiert ihm: DAS ist der Klang-Standard. Ein dritter ist dann über Manu Katché "indoktriniert" und sucht dann den Katché-Sound. Will sagen: Es gibt gar keinen guten oder schlechten, richtigen oder falschen Klang bei Splashes, denn diese Parameter sind völlig relativ zu betrachten. Die Frage die man sich selbstkritisch mal immer wieder stellen müsste wäre: Warum ist jener Klang eigentlich für mich der "ideale" und dieser nicht? Das lässt sich übrigens auch auf Rides, Hihats etc. übertragen. Kritische Reflexion zur Erweiterung des Bewustseins und Musikhorizonts.
Bei den ersten Splashes die ich hatte war ich natürlich auch mit einem vordefinierten Klang im Kopf auf die Suche nach DEM Splash gegangen (ein hoher, kurzer "pich!" Klang ohne glockiges, in etwa wie ein zerspringendes Weinglas). Nur um dann festzustellen: Ja, es entspricht meinen Klangvorstellungen, passt aber nicht zur Musik. Oder: Das entspricht gar nicht meinen idealvostellungen, passt aber super in den Musikkontext. Da ist man dann manchmal ganz überrascht, dass das Bähbäh-Splash auf einmal viel besser ist, als erwartet. Man lernt dazu - wenn man will.
So habe ich nun einen Fundus mit einigen sehr veschiedenen Splashes und jedes ist irgendwie gut - aber halt nicht immer in jedem Musikkontext.
