Beiträge von Moe Jorello

    "Jazz guys play a lot of notes, and pop music is often simpler. When I got to New York after being in the Army and graduating from school, I got a chance to hear a lot of other younger drummers. They were playing more groove-oriented music. That challenged me [as a jazz-drummer] and gave me a new awareness. I remember hearing Rick Marotta, who's a very deep-pocket player. I realized that what sounded very open and simple and un-technical was actually very challenging to play, because it was about putting every note where it felt good. It was an eye-opener."



    “I’m always aware of dynamics and space. It’s not fun for me to start out at level-10 and stay there. It affects my endurance. It affects the creativity. Without dynamics, you give up the element of surprise. Starting simply gives you someplace to go—you can explode, then get soft again. Using space can make the notes that you play more interesting.”


    Steve Gadd

    Bei der Bassdrum kann man sich auch mal drauf stellen und drauf rumhüpfen.


    Davon rät der Rossi z.B. ab. Hält das für unsinnig und übertrieben, potenziell das Fell gefährdend. O-Ton: "Der Simon Phillips, der kann das machen, aber der wiegt ja auch nur 34 Kilo - mit Schuhen." :D Normales durchdrücken reiche völlig aus (bestätigt meine Erfahrungen. Ich musste nie draufsteigen, um die Hupen gut gestimmt zu bekommen). Wie immer gilt, es gibt viele "Philosphien" beim Stimmen. Man nutze, was für einen funze.


    Zitat von orinocco

    Falten und Windschiefe aussermittige Felle funktionieren selbst bei manchen Set`s doch ziemlich gut, Set`s sind da anscheinend unterschiedlich tolerant,

    Stimmt. Hängt zentral mit damit zusammen, wie der Gratungsschnitt verläuft und insbesondere ob ein Kessel leicht unterdimensioniert ist oder nicht. Sonor baut die Kessel etwas kleiner im Durchmesser, dadurch liegt die Fellkante weiter draußen. Gretsch geht hingegen gerne an das volle Größenmaß ran, wodurch die Stimmdynamik eingeschnränkt werden kann bzw. ein Fell auch mal doof aufliegen kann. Wohlgemerkt: kann.


    Zitat von rhyhtm memory

    Wo ist der Sinn solcher Videos, Stimmworkshops

    Das erfährt man ziemlich schnell, wenn man mal bei einigen vorbeigeschaut hat. Ralf Mersch hat z.B. mir gegenüber, als wir am Sonnabend ein wenig am plauschen waren, betont, wie wichtig Tuning-Workshops seien und dass viele Drummer das Thema komplett unterschätzten. Und sie scheiterten spätestens dann, wenn es ins Studio gehe, kolossal. Es geht darum, zu lernen, bestimmte Töne und bestimmtes Kesselverhalten gezielt herbeizuführen, zu lernen, was mit einem Kessel machbar ist und was nicht. Es geht nicht darum, einfach nur was halbwegs gescheites hinzubekommen. Was nützt dir eine schön klingende Bassdrum, wenn sie sich im Bandkontext, auf der Büne, nicht durchsetzt - oder aber im Studio viel zu dominant ist? Dann musst du schon wissen, wo und wie du die Hebel ansetzen musst, damit das Ergebnis stimmt. Und je mehr Tricks man lernt, desto weniger graue Haare, desto bessere Aufnahmeergebnisse. ;)

    Ich halte es mit Rossi. Wenn man regelmäßig sein Set neu befellt und durchstimmt, bekommt man eine gewisse Routine mit jenem Set. Man weiß, wie die Trommeln reagieren, wann sie anfangen Ton zu produzieren und wo der Sweetspot liegt. Wenn die Routine da ist, ist es keine Orgie mehr sondern mit moderatem bis geringen Zeiteinsatz zu bewerkstelligen. Hat man aber etwa eine Snare zum ersten Mal zum Stimmen vor sich, braucht es halt etwas mehr Zeit, sich an einen guten Klang heranzutasten, da man die Eigenheiten der Snare ja erstmal kennenlernen muss.

    Der Rossi hat gerade gestern beim Workshop erklärt, dass er das nur aus Gründen des Vermittelns von Wissen so langsam macht. Normalerweise arbeitet er viel viel schneller. Bei Festivals habe er etwa aufgrund des Lärmpegels öfter nur kurze Zeitfenster, um ein Set zu befellen. Bummeln könne er sich da nicht erlauben.

    https://www.ebay.de/itm/Wahan-…a22b77:g:81MAAOSwG9FbzGju


    Ja cool. Und wo ist der Beweis, dass das Teil dem Ricky gehört hat?


    Hmmm, da fällt mir ein, ich habe hier auch noch eine alte Snare herumliegen, die wurde mal von Gene Krupa gespielt. Ehrlich. Hat er mir kurz vor seinem Tod noch geschenkt, die würde ich euch verkaufen. Echtes Sammlerstück. Ja, doch, das ist wirklich wahr. Was, ihr glaubt mir nicht? Verstehe ich gar nicht...


    Zitat

    Willy Wahan und Ricky Lawson hatten auch eine Partnerschaft in Sachen Drums!

    Was die im Bett gemacht haben, will ich gar nicht wissen, bitte keine weiteren Details. :D

    Stellt sich natürlich die Frage, wie unterschiedlich beide Räume sind. Einen gewissen Einfluss wird der Raum und die Positionierung des Sets im Raum immer haben, aber es ist durch das close-micing halt viel viel geringer, als wenn du klassisch Overheads, BD-Mikro und ein Raummikro nutzt.


    Bzgl. der Becken/Ride noch ein Tipp bzgl. evtl. notwendigem Abschirmen. Es bietet sich in solchem Falle dreierlei an: Klassisches abkleben des Rides (igitt :P), einen Poppfilter für Mikros zwischen Ride und Mikro zu schnallen (gibt es etwa von K&M in diversen Variationen, Stoff/Schaumstoff/Metall) und/oder Cympad Moderators (zur Lautstärkereduzierung) als Beckenauflage nutzen. Oder einen leichten Baumwollschal/Halstuch über die betroffene Ecke des Mikrofons legen. Einfach ein wenig herumexperimentieren.


    Insgesamt lässt sich mit dem EAD10 schon recht viel wuppen. Ich habe die Investition bis jetzt jedenfalls nicht bereut. Das kleine Kistchen nutze ich für Proben, Üben und Mini-Gigs inzwischen sehr sehr gerne (Es ist halt viel weniger Aufwand nötig und viel weniger zu schleppen als bei der Komplettabnahme und man bekommt schnell wirklich brauchbare Ergenisse, wenn das Teil nicht ganz dilettantisch eingesetzt wird).

    Wurde Beat It auch von Porcaro eingespielt? Meines Wissens auf jeden Fall Billy Jean.


    Porcaro hat Beat it sowie Girl is Mine, Human Nature und The Lady in my Life eingespielt. Billie Jean und alles weitere hat Ndugu Chancler auf der Thrller-Scheibe eingespielt. ;)


    Was mir zu Porcaro am ehesten einfällt ist, dass er eigentlich gar nicht auffällt, sondern sich geschmackvoll in den Dienst der Songs stellt. Da ist er J.Jr. Robinson nicht unähnlich.

    Je einzigartiger und Niveau-voller das Ergebnis dann wird, desto stärker und größer sind die Persönlichkeiten.


    Das "niveauvoller" würde ich eher streichen, das ist wohl eher keine "Gesetzmäßigkeit". Modern Talking, DJ Ötzi, DJ Bobo und Mickey Krause würde ich nicht gerade als nivauvoll bezeichnen, dennoch sind es unbestreibar große Persönlichkeiten der Musikbranche (gewesen).


    Jetzt mal kurz zu meiner Selbstreflexion. (wem es zu langweilig ist, einfach skippen :P ).


    Ich glaube, dass bei mir wie bei Vielen ein stetiger Veränderungsprozess stattgefunden hat. Dieser geht auch weiter, aber gewisse Muster haben sich bei mir im Laufe der Zeit am Schlagzeug herauskristallisiert (diese EInschätzung teilen auch Freunde von mir). Ich denke, ich habe einen gewissen Stil inzwischen herausgearbeitet, das war aber ein langer (vor allem Denk/Reife-)Prozess und es ist mir selbst wohl erst vor gut zwei Jahren so richtig bewusst geworden, als ich mich gefrate hatte "Was machst du da eigentlich und warum?".


    Ich wollte, wie so viele, als Jugendlicher einmal wie Bonham, Moon, Barlow und Paice spielen können. Als ich merkte, dass ich alleine schon auf der Snare nie so schnell und sauber sein würde, wie Paice, gab ich es auf, wie Paice als Drummer sein zu wollen. Ich scheiterte kläglich an Bonhams "Fool in the rain" (Wen wundert es?), ich bekam Moons irre schnell und präzise gespielten Tom-snare-Kombos nie ordentlich hin. Und bei nem 7/8 von Barrymore Barlow winkte ich gleich ab. :thumbdown: Also spielte ich erstmal so in den Schulbands, wie ich es konnte und arbeitete daran, schneller und besser mit einfachen Fills zu werden.


    Dann kam studienbedingt die große Schaffenspause und der Fokus wanderte vom selbst spielen zum zuhören. Was zog ich mir alles zu Gemüte, von der Musik der Renaissance zu Opern, von Swing bis Metal von Blues bis zu Drum'n'Bass und Breakbeats. EIne ordentliche Bandbreite des musikalischen Schaffens war mit dabei - vieles davon beruflich bedingt. Und ich sog viel, viel auf, verinnerlichte, was Musiker wie Brubeck, Elvis, Blakey, Chat Baker, Hancock, Brassens, Brel, Ravel, Caruso, Puccini, Lionel Ritchie, Tim Fischer und so weiter so besonders machte. Mein musikalischer Horizont erweiterte sich enorm in den kommenden Jahren, weit über den klassischen Pop/Rock-Bereich der Teenie-Zeit hinaus. Und das ließ mich vieles sehr viel anders als früher sehen. Insbesondere wurde das Schlagzeug für mich weniger zum "Hauptinstrument" der jugendlichen Wahrnehmung und mehr zum geschmackvoll eingesetzten Musikinstrument, das im Hintergrund das Fundament für alle anderen bereitet. Mein Verständnis von Musik und Musikinstrumenten wurde, sagen wir, "harmonischer".


    Zudem fand ein - nicht unüblicher - Reifeprozess bei mir selbst statt. Als Teenager möchte man ja gerne mal im Mittelpunkt stehen. Davon bin ich - zum Glück - heutzutage weit weit entfernt. Ich bin, wie mir oft attestiert wird, ein ruhiger aber bestimmter Charakter, der aus dem Hintergrund heraus erst genau analysiert, was um ihn herum geschieht, bevor er reagiert. Das färbt auch auf das Schlagzeugspiel ab. Ich analysiere, was die anderen Musiker um mich herum machen und reagiere dann darauf, immer mit dem Fokus, den Gesamtklang des Liedes aufzuwerten, ein harmonisches Ganzes zu befördern.


    Da ich als Instrumentalist mich nicht in den Vordergrund drängen will und meine vielfältigen technischen Unzulänglichkeiten :rolleyes: mich davon abhalten, ein Doppelbassdrumgewitter abzuliefern oder ein Snaresolo à la Steve Smith hinzulegen, habe ich mein Spiel teils bewusst, teils unbewusst dem angepasst oder anpassen müssen, was sich als meine Stärke herauskristallisiert hat. Groove und Feel, Dynamik, Ghostnotes. Es gibt bei mir bestimmte (vermutlich von Jazz- und Motown-inspirierte) Fills, die ich immer wieder mal einbaue - das würde ich dann schon als Eigenheit von mir bezeichnen. Und meine Fills sind - auch wieder Motown-verwandt- kurz. Vermutlich auch ein Markenzeichen von mir. Mein eher perkussiver Umgang mit Becken ist von Leuten wie Katché beeinflusst worden und definiert meinen "Sound" zudem. Bei meinem Bassdrumspiel sind, so schätze ich, Einflüsse von Bonham und diversen Funk/Soul-Nummern wiederzufinden. Ich bin in der Quintessenz also die Summe meiner prägenden musikalischen Einflüsse und meiner technischen Limitationen. (Habe ich das nicht schön formuliert? :) )


    Aber auch die intensive Beschäftigung mit Instrumenten, ihren Bauarten, Eigenschaften, Klangwirkungen und Setaufbauten hat dazu beigetragen, dass mein Stil und mein Sound sich allmählich herauskristallisiert haben. Ich bin z.B. nie mit einer Bassdrum zurecht gekommen, die mehr als 22" hatte, bei 20" fühle ich mich seit einigen Jahren persönlich am wohlsten. 1 up, 1 down, da fühle ich mich wohl. Große ausladende Drumsets brauche ich für mein Spiel einfach nicht. Tiefe Snares und ulltraflache sind nicht meins, ebenso dicke Kessel - das ist ganz und gar nicht meins. Ich mag perkussive, warm klingende Toms und befelle und stimme sie entsprechend. Ich mag generell "warme Klänge", auch bei Becken. Aggressive, dominante Töne sind nicht meins. Vielleicht bin ich total "old-School", hinsichtlich meiner Klangvorstellungen,... aber immerhin, ich weiß inzwischen welchen Sound ich will und wie ich ihn in die Musik einbringen kann. Das sehe ich als Gewinn an. Hat 'ne Weile gedauert, dahin zu kommen, aber besser spät als nie. ^^



    Und nun zu anderem als mir.


    Bzgl. Konservatorien und Stil aberziehen: Ich denke, dass es durchaus passieren kann, dass einem der eigene Stil wegerzogen wird. Ein guter Lehrer sollte m.E. aber die Eigenheiten des individuellen Musikers erkennen und fördern, nicht zerstören. Und ich schätze und hoffe, dass die Mehrzahl der Lehrer auch so agieren. 8) Es gibt aber bestimmt auch Situationen, wo es nicht verkehrt ist, jemand seinen Stil wegzuerziehen, wenn dieser einem nämlich Steine in den Weg für die weitere Entwicklung legt. Stell dir vor, du bist Trompetenspieler und dein Klang ist gut, könnte aber noch viel viel besser und vielfältiger werden, wenn erstmal die richtige Atemtechnik gelernt wird. Da ist es dann vielleicht sinnvoll, einen Schritt zurück zu machen, um dann zwei vorwärts zu kommen. So denke ich jedenfalls.


    Und Porcaro finde ich eine schwierige Kiste. Wenn nach dem Procaro-Stil gefragt wird, wird immer der Rosanna-Shuffle erwähnt. Den gab es aber nur in diesem einen Lied in dieser Art und nicht nochmal irgendwo. Beat it ist genauso Porcaro, aber da ist nix shuffelig-frickelig. Der "Rosannaschaffel" ist für mich ein Rhythmusmuster, das Porcaro zusammengezimmert hat, aber kein Stil an sich. Der Porcaro-Stil ist eher, das WIE Porcaro diesen und andere Rhythmen gespielt hat, nicht DASS er ihn erschaffen und gespielt hat. Meine 2 Cent dazu. :)

    Na, das sind doch schon mal ein paar erbauliche Beiträge. Weiter so. :)

    Zitat

    Wie einige schon sagten: Es geht um Persönlichkeit. Musik ist Kunst und Kunst ist Transportmittel für Emotionen. Und für den Künstler ist die Kunst sein Persönlichkeitsausdruck.

    Sicher. Dennoch: auch Miro hat erstmal an sich forschen müssen, sich entwickeln müssen, bis sich sein Malstil herauskristallisierte. Ebenso Picasso, Canaletto, Turner. Vivaldi hat nicht von heute auf morgen gesagt: Jetzt mache ich mal Kompositionen mit Schwerpunkt auf Violinensoli. Hemmingway hat etliche Bücher geschrieben, die nicht gedruckt wurden, bevor sich sein Stil herauskrisallisierte und "vermarktungsrelevant" wurde. Wann ist der Moment da, wo es "klick" macht, der Aha-Effekt einsetzt? Wann ist das Bewusstesin dafür da, was und wer man ist? Das ist doch eine nicht ganz unwichtige Frage, gell? Denn das kann maßgeblich dazu beitragen, wie der weitere künstlerische Weg geplant bzw. bestritten wird.

    Das Schlagzeug wird hier stehts dominieren, wenn
    das EAD10 auch den "Rest" mit aufnehmen soll.


    Dafür ist es ja auch nicht gedacht. ;) Es ist genau andersherum. Du nimmst das Schlagzeug ab und speist es in ein anderes Klangsystem/Mixer hinzu, einfach und unkompliziert. Die anderen Instrumente würden ja sonst ständig mit deinen "teils kuriosen" Effekten komplett verfälscht werden.

    Ich hätte auch eine (vielleicht dumme?) Frage an die Nutzer, die schon etwas Erfahrung mit dem EAD 10 gesammelt haben:


    Wenn ich das richtig verstehe kann ich mit dem Gerät quasi ganz unverfälscht, ohne Effekte oder sonstiges, auch den Natur-Drumsound in relativ guter Qualität aufnehmen. Richtig?
    Wenn dem so ist - welche Erfahrungen habt Ihr in unterschiedlichen Räumlichkeiten gemacht? Findet sich das im Sound wieder? Oder reagieren die Mikros eher als Nahfeld-Aufnahme, bei dem der Raumklang kaum Einfluss hat?


    Das ist kein dumme Frage. Ja, du kannst weitgehend unverfälscht (soweit es mit solche einem Setup geht), den Natur-Drumsound relativ gut aufnehmen. Einiges muss man dabei aber beachten: Die Bassdrum kommt natürlich, wenn der Trigger nicht hochgedreht/aktiviert wird, mau rüber, so wie es halt bei einer klassischen 1-Mikro-Aufnahme ist, wenn das Mikro oberhalb der Bassdrum montiert wird. Daher ist es sinnvoll, den Trigger überlegt hinzuzusteuern, um das Signal sinnvoll zu verstärken/einzupegeln. (Und es ist m.E. sinnvoll, in solch einem Szenario einen der Triggersounds rauszuwählen, der zum nativen Bassdrum-sound auch passt. Sprich: Es wirkt komisch, wenn du eine 24er "toter als tot" Metalstimmung mit typischem "Klick"-Sound hast, dir aber einen schuckeligen Bebop-Bassdrumsound dazumischst.)


    Darüber hinaus muss man bedenken, dass Becken - je nach Positionierung - dominant rüberkommen können. Hier muss gezielt die Positionierung getestet werden und das Spiel erfordert zudem enorm viel Eigendynamikfähigkeiten (Wie im Studio auch), damit der Mix am Ende rund klingt. Alles in gleicher Lautstärke runterzimmern funktioniert selten. Es läuft eher so, dass du das Ride softer spielst, ebenso Hihat, die Snare dafür evtl. etwas stärker im Backbeat. Man kann natürlich auch Becken gezielt mit Hilfsmitteln etwas abschirmen über dem Mirko (etwa dann, wenn das Ride rechts über der Bassdrum in der 1up-1down-Variante positioniert wird), wenn es mit der Eigendynamik so lala bestellt ist.


    Der Raum spielt, so mein Eindruck, insgesamt eine recht untergeordnete Rolle bei dem System. (Du kannst Raumwirkungen dafür zuspielen, falls gewünscht. Studio, verschiedene Räume, kleine Bühne, große Bühne). Am ehesten muss man mal die Empfindlichkeit der Mikros oder des Triggers hoch- bzw. runterpegeln, das war es dann aber auch weitgehend.

    Vorlesung, Musik- und Charaktertheorie. Erste Stunde. ^^
    Bitte Platz nehmen. Denn ich möchte mit euch anschließend diskutieren.


    Immer wieder kann hier und in anderen Foren und Zeitschriften gelesen werden, man müsse bzw. solle als Musiker seinen eigenen Stil entwickeln. Aber was ist der eigenen Stil, wie findet jemand zu ihm und wie lange dauert dies? Ist ein Stil ein festes Merkmal einer selbst oder wandelt er sich? Was beeinflusst ihn? Ist eine didaktische Begleitung eines Musikers sinvoll oder zerstört sie evtl. gar die Identität, den eigentümlichen Charakter, den "Stil" des Musikers? Darüber würde ich gerne mit euch einen Erfahrungs- und Meinungsaustausch initiieren. ;)


    Ein wenig etwas vorweg: Wer sich in der Kunst abhebt, ist zumeist jemand, den man an seinem eigenen Stil erkennt. Ein Markenzeichen, wenn man so will, das ausgebildet wird. Egal ob wir von Renoir, Vermeer, Rembrandt, Rubens, Dix, Dalí oder Liechtenstein reden, sie alle hatten ihre künstlerische Handschrift. Ein Blick verrät: Aha, das ist doch Otto Dix. Und das ist Dalí. In der Literatur ist die Schreibe Edgar Allan Poes unverkennbar, ebenso bei Orhan Pamuk, Gottfried Benn, Goethe oder Thomas Mann und so fort. In der Musik gibt es ebenso klare Linien: James Brown ist James Brown, Bach klingt wie Bach, Händel wie Händel, Wagner wie Wagner, Pet Shop Boys nach Pet Shop Boys.


    So weit, so gut. Dröseln wir das weiter auf unser Gebiet runter, wird es schon etwas komplexer.


    Da nicht wenige Drummer viele Genres abdecken bzw. auch mal die Band bzw. das Projekt wechseln, gibt es so einige, die schwer in Schubladen zu stecken sind. Dazu gehören u.a. Shirley Manne, Hal Blaine, Bobby Graham, Mike Botts, Matt Chamberlain und Karl Brazil, allesamt bekannte Schlagzeuger, die eher durch ihre Vielfalt Musikgeschichte geschrieben haben, denn durch einen "Signature"-Klang, der überall sofort herauszuhören ist. Aber allesamt ganz famose Musiker.


    Einige andere Drummer haben hingegen ein "Signature"-Spiel oder aber einen besonderen Klang herausgearbeitet, wodurch sie erkennbar macht. Steve Jordan, Dave Weckl, Ringo Starr, Buddy Rich, Joe Morello, John Bonham, Charlie Watts und Manu Katché sind einige Beispiele hierfür. Hier paart sich "individueller Klang" mit Musikalität.
    Sicher stellt sich manchem die Frage, wie weit und ab wann es sinnvoll sein kann, einen eigenen Sound herauszuarbeiten oder aber ein Chamäleon zu sein, wenn es um die Planung der (beruflichen) Zukunft geht. Bei einem Fokus auf die Studio-Karriere würde Vieles für "Vielseitigkeit" als oberstes Kriterium sprechen. Beim Fokus auf ein Band-Projekt könnte der "Signature"-Sound hingegen besser für die Karriere sein, da er der Band eine besondere Identität verpassen kann. Beides kann aber sicher auch in eine Sackgasse führen, wenn man Pech hat.


    Nun die Fragen an euch:
    Würdet ihr sagen, dass ihr einen eigenen Stil entwickelt habt? Ist der Prozess für euch bewusst oder unbewusst von statten gegangen, sprich, habt ihr daran gearbeitet oder hat es sich im Laufe der Jahre von selbst herauskristallisiert und wann habt ihr gemerkt: Aha, DAS bin ich also...? Was hat euch dabei geholfen oder behindert, euch selbst als Drummer zu finden. Wie lange hat der Selbstfindungsprozess gedauert (wochen, Monate, Jahre?) und was bedurfte es (Lehrer, spez. Equipment, geistigen Reifeprozess/Lösen von Vorbildern,...)?


    Vielleicht dazu noch folgendes, wozu man sich zusätzlich Gedanken machen kann. Wird z.B. in einem Konservatorium der eigene Stil "wegerzogen", weil nach recht starren Mustern gelehrt wird und keine Freiheit in der Entfaltung der eigenen musikalsichen Persönlichkeit gewährleistet wird (diese Meinung wird von einigen Musikern vertreten)? Sind "musikalische Vorbilder" für die Entwicklung des eigenen Stils hinderlich oder förderlich? Sprich: Wird der Charakter des Dummers durch das "kopieren und beeinflussen lassen" schlimmstenfalls fehlgeleitet (Extremes Beispiel: Ein Drummer, der für Polyrhytmisches aufgrund seines Talents prädestiniert ist, verirrt sich zu, sagen wir mal, den Flippers) Oder kann sich der eigene Stil gerade erst durch(!) die bewusste Auseinandersetzung mit verschiedenen Musikern herausbilden? Oder ist es doch eher das weitere soziale Umfeld, dass den Stil entscheidend prägt?


    Bin gespannt, wie ihr das seht und welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Oder welche Tipps ihr anderen mit auf den Weg geben könnt. 8)

    Ich bin erst kürzlich mit dem Hebbe, bei einem Bier zusammengesessen, wo ich ihm erläutert habe, daß man mit den drei berühmten Motown Fills im Buisines überleben kann. Er war übrigens der gleichen Meinung.


    Diese Meinung teilen in dieser und ähnlicher Art so einige. Es gibt diverse Aussagen von Berufsschlagzeugern, in denen sie verdeutlich(t)en, dass sie technisch sicher vieles könnten, von all dem Komplexen im Berufsalltag jedoch nur ein Bruchteil zum Einsatz komme. Ich meine mich an z.B. Bermuda Schwartz zu erinnern, der sagte, dass er viele Fill-Varianten kenne und könne, bei seiner Arbei aber mit rund einer Handvoll an Fills zumeist auskomme (und diese bezeichnen manche dann wieder als "Signature-Fills"). John Jr. Robinson kann auch viele verschiedene Fill-Varianten vorweisen, doch die Pop-Musik, die er zum Gro´teil bedient, benötige da gar nicht so viel (da sei Timing, Gefühl, Groove wichtiger). Anders sieht das vielleicht bei Leuten wie Antonio Sanchez und Dave Weckl aus. Deren Musik ist eher komplex und verlangt nach vielen Fill-Varianten. Ausnahmen bestätigen die Regel und von Genre zu Genre kann sowieso alles ganz anders sein.

    Das Set muss man sich sicher vor Ort anhören, um ein abschließendes Urteil abgeben zu können. Das Video zeigt mir tonal jedenfalls erstmals überhaupt nichts, was ich bisher nicht von anderen Herstellern kenne.


    Bei der neuen Aufhängung höre ich z.B. so gut wie keinen Unterschied zwischen "Handheld" und "Max-Sustain" und nur einen minimalen Unterschied zu "min Sustain". Es bietet nach dem ersten "Zuhören" auch nicht mehr Klangfülle, als die Aufhängungen von Tama, Pearl, Sakae oder Sonor. Meine Starclassics können z.B. mindestens genauso musikalisch "herumbollern" und ewig nachklingen. Das sind so mickrige Unterschiede, die die da mit dem - pardon - hässlichen Zeug vielleicht herauskitzeln, dass ich es für völlig vernachlässigbar und recht unsinnigen Marketingquatsch halte. Die Floortoms sind mir übrigens klanglich negativ aufgefallen. Die dröhnen mir persönlich viel zu lange nach, das würde mich Live und im Studio nerven, bzw. ich würde Wattebäusche ins Floortom packen, um die zu bändigen. Und mache ich das nicht, machen es die Mitmusiker oder der Tontechniker früher oder später.


    Überhaupt, was soll dieser "maximale Resonanz"-quatsch neuerdings, wenn im Studio nachher wieder komprimiert und gedämpft wird? Da muss ich mit dem neuen Megasustain ja noch mehr abdämpfen als bislang. Was das ganze neue Zeugs in der musi8kalsichen Praxis bringen soll, erschließt sich mir nicht. Vielleicht geht die Mode ja wieder vorbei und wir haben wieder echte Trommeln statt Gadgeto-Trommeln.


    Ich fürchte, manche Drummer und Trommelfabrikaten überschätzen einfach die Bedeutung von Sustain, Klangvolumen und Tonalität im musikalischen Kontext. Wolfgang Haffner tourt z.B. mit 'nem alten Yamaha von 1968 durch die Gegend, das hat nichts von all dem technischen Firlefanz - und das Set klingt saugut, lässt sich gut einpegeln und erfüllt voll und ganz seinen Zweck. Das Mapex ist für mich persönlich Overengineering at its best.


    Da nehme ich lieber ein ordentliches Mittelklasseset oder halb so teures Oberklasseset, stimme das passend und mache mit der restlichen Knete schön Urlaub.

    Dann gefällt dir dieses zweite Projekt von Gitarrist (Jimmy James) und Drummer (Dave McGraw) vielleicht ebenfalls.


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