Wird hier vielleicht etwas über die Maßen dramatisiert? Mir scheint es so.
Dass Foren in Zeiten von Facebook,Twitter und Co. einen Frequentierungsrückgang erfahren, ist nicht neu und betrifft auch nicht nur dieses Forum. Besorgniserregend ist dies meines Erachtens auch nicht. Es ist doch immer so, dass immer dann, wenn eine neue Kommunikationsmöglichkeit auftaucht, diese "en vogue" ist und zunächst stark frequentiert wird. Irgendwann ebbt der "hype" ab und einige wandern zum nächsten technischen Gimmick, dass evtl. neue Möglichkeiten, wie eine schnelle Einbindung von Videos ermöglicht, aus. So ist das Leben.
Diese neuen Medien haben aber einen gravierenden Nachteil, der auch schon angerissen wurde: Die Kurzlebigkeit. Jemand stellt eine Frage, es gibt sofort hunderte Antworten, die teils zeitgleich geschrieben worden sind und zwischen ein und zehn Worte im Schnitt aufweisen. Ein Wust von nichtsnützigen Antworten. Stunden später ist die Frage bereits in den Tiefen der Chronik verschwunden, vergessen. Eine fachliche Antwort in Medien wie Facebook zu suchen, gleicht Lottospielen.
Ein Forum ist ja doch anders. Es ist ein kollektives Gedächtnis, im weiteren Sinne eine Datenbank. Dieses Forum ist beides. Viele Fachfragen wurden u.a. gestellt, ebenso viele beantwortet, die Antworten sind in der Fülle zuweilen erschlagend (z.B. alleine die Tipps in Sachen Mikrofonie/Recording, da hat man lange, lange was zu lesen). Und bei dieser Fülle an angesammelten Wissen ist es durchaus sinnvoll, auf bereits vorhandenes Wissen zu verweisen (links), anstatt das Rad neu zu erfinden oder gar falsch zu rezitieren. Was wiederum zur Folge hat, dass weniger Posts generiert werden. Würden hier Posts in dem Tempo generiert, wie auf Facebook, würde dieses Forum ertrinken in Unübersichtlichkeit und vermutlich auch Widersprüchlichkeit. Weniger Input zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich daher als ein qualitativ eher positives Signal, weil es doch nahelegt, dass die Fülle an vorhanden Informationen vielen reicht, um alle ihre vorhandenen Fragen ausreichend zu beantworten. Sollte etwas unklar sein, wird ja auch noch mal nachgefragt.
Was vielleicht ein wenig weniger stattfindet, ist das "Geplauder". Da hat sich sicher einiges nach FB und Insterburg ... äh ... Instagram verschoben, das sehe ich aber gelassen. Wem das Forum wirklich am Herzen liegt, der plaudert hier, trotz FB & Co. Vielleicht nicht immer im selben intensiven Maße, etwa wenn das Wetter gut ist und WM ist, aber immer noch zu genüge, so glaube ich. Und wem zu wenig geplaudert wird, der kann sich ja mal ein nettes Thema zum plaudern ausdenken, anstatt auf Ideen der anderen zu warten. Von mir aus auch was überaus kontroverses, immer unter der Prämisse, dass die Diskussion nicht unterhalb der Gürtellinie geführt wird.
Z.B. könnte man sich fragen, ob sich Drummer zu sehr von der Musikindustrie und den Instrumentenbauern diktieren lassen, was sie an Instrumenten spielen. Warum muss ein Metalride dick und fett sein? Warum müssen Jazzbecken dünne Schlabberteller sein? Kann ein Set gut klingen, wenn man ein Tom als Snare nutzt und Snares als Toms? So oder so ähnlich könnte man sicher viel mehr hier diskutieren, Erfahrungen und Meinungen austauschen, als zuletzt geschehen. Vielleicht sind wir bezüglich Diskussionen zu bequem, zu vorsichtig geworden, so nach dem Motto: Bloß nicht anecken. Oder aber einfach nicht kreativ genug. Wer weiß...
Ich gucke jetzt erstmal Fußball. Der Traffic geht also wieder runter. Nicht wundern. 
Ach ja... so lange Posts wie diesen hier liest auf FB übrigens keine Sau. 