Was mich stört ist, dass Einsteiger-Snares mit Attributen versehen werden, denen sie nicht gerecht werden können.
Stellt sich erstmal die Frage, was Einsteigersnares sind/konstruktionstechnisch ausmacht und wo die Grenze zum vollwertigen Musikinstrument liegt. Darüber hinaus sollte man vielleicht nicht aus den Augen verlieren, dass gerade im eher niedrigpreisigen Segment die Qualität einer "Einsteigersnare" aus den 1980er keineswegs mit derer einer aktuellen Serie zu vergleichen ist. Manche "Einsteigersnares" sind inzwischen qualitativ so gut, dass man schon ins Grübeln kommen kann, wofür man mehr hinlegen müsste. Wenn ich z.B. die derzeitige Yamaha Stage Custom Birch Snare anschaue, tja, dann muss ich schon den Hut ziehen und sagen: Das ist mal eine vollwertige Snare die nicht viel kostet und für viele völlig ausreichend sein dürfte. Es ist nicht immer angebracht, alles über einen Kamm zu scheren. Es gibt genauso gute Einsteigersnares wie miese Edelsnares.
Zitat
Es ist leicht jeder Snare bei leisem Spiel ein sensibles Verhalten des Teppichs zu entlocken.
Das sehe ich deutlich anders. Es gibt so einige Snares, die gerade da echte Probleme haben. Es ist ein Riesenunterschied, ob du nur Snarerascheln haben willst oder einen sauberen Klang auf allen Ebenen bei sensiblem Spiel (für saubere Ghostnotes z.B.). Es ist m.E. zumeist schwer bis unmöglich, einer 08/15-Snare bei leisem Spiel ein sensibles, präzises, akzentuiertes Verhalten (auch des Teppichs) mit einem schönen, runden Ton des Kessels zu entlocken. Es gibt genügend Snares, die bei leisem Spiel völlig versagen, die keinen gescheiten Ton produzieren, schepperig/unkontrolliert klingen, insbesondere in tiefen Stimmlagen. Das ist halt der Moment, wo u.a. Snarebedgestaltung und Snareteppiche an Bedeutung gewinnen, wo die Präzisionsarbeit sich (hoffentlich) in einem besseren Klangverhalten auszahlt. Im Gegenzug gibt es durchaus günstige Snares, die bei hoher Lautstärke sauber und präzise sind, auch ohne viel Tuning/Dämpfung. Das ist m.E. die leichtere Disziplin. Wenn ich z.B. in mein Snarearsenal schaue, dann kann ich guten gewissens sagen, die Silverstar-Snare klingt laut gespielt ganz schön gut, muss sich da nicht soooo sehr hinter meiner Star Bubinga Snare verstecken. Bei leisem Spiel hört man hingegen deutlich(!) den Klassenunterschied zwischen der Silverstar (unkontrollierter) und der Star Snare (super sauber im Klang). Die Silverstar für das Geld okay, eine der besseren "Setsnares". Sie kommt in manchen Bereichen aber einfach merklich an ihre Grenzen. Doch diese Grenzen tangieren einen 7-jährigen wohl eher nur periphär bis gar nicht.