Beiträge von fwdrums

    Zweifelsohne hat Gary Ferguson ein paar Zeilen verdient. Ich fühle mich verpflichtet, diese Aufgabe wahrzunehmen, denn ein Trommelforum, das bei der Suche nach Herrn Ferguson kein Ergebnis ausspuckt, ist noch nicht perfekt. :)


    Gary Ferguson ist ein amerikanischer Drummer, der seit Mitte der 70er im Geschäft ist und auf vielen Platten und mit vielen Stars und Nichtstars live gespielt hat. Das wäre erst mal nicht besonders erwähnenswert. Für mich wird Gary durch die Art, wie er spielt zu etwas Besonderem (wer hätt's gedacht). Herr Fergusons Spiel fällt zunächst nicht großartig auf. Es ist sehr banddienlich, groovt 1a und enthält - auch wenn er sich in anderen stilistischen Gefilden bewegt -immer eine Prise Rock. Beim zweiten Hinhören entdeckt man auch die Finessen, die sein Spiel auszeichnen. Das sind ab und an mal kleine technische Spielereinen oder auch recht ungewöhnliche Grooves, die im Songkontext gar nicht groß auffallen, weil sie sehr musikalisch in die Kompositionen eingebunden sind.


    Genug geschwärmt. Hier seine karge Website und da eine Discografie.
    Ich habe Gary kennen und schätzen gelernt bei Glenn Hughes, Les Dudek, Gary Moore, John Hiatt und Larry Carlton/ Steve Lukather.


    Keep On Groovin'
    fwdrums


    Edith: Link korrigiert

    Tach Herr Öko,


    mein Besuch am Samstag war sehr kurz, da mein Bubi krank war und ich sehr früh weg mußte. sry.


    @künftige WS-Bescuher
    Eine Frage lag mir noch auf der Zunge, die ich jedoch nicht mehr stellen konnte. Steve hatte "Unterricht" - oder wie man das nennen soll - bei Freddy Gruber. Was hat es mit dem Gruber-Voodoo auf sich? Seine Kundenliste liest sich wie das Who's who des Tromelns. Für Normalsterbliche ist nichts von Herrn Gruber verfügbar, woraus man einen Nutzen ziehen könnte. Vielleicht kann Herr Schmidt was dazu sagen? Und vielleicht hat ja jemand Lust, diese Frage zu stellen.


    thx
    fwdrums


    Fast vergessen: Gründau ist nicht lieblos. Gründau-Lieblos ist einer von gefühlten 37 Ortsteilen von - wer hätt's gedacht - Gründau. Ich habe mich bei der Anfahrt ordentlich verfranst (mein Navi führte mich direkt vors Seniorenheim - nun gut, die Bewohner hätte ein Trommelworkshop wohl kaum gestört) und vermutlich wird mein nächster großer Urlaub auch nicht in Gründau stattfinden. Aber die graue Maus hat einen erheblichen Vorteil gegenüber vielen anderen Städten und Gemeinden der Republik: Dort gab's einen Steve Smith Workshop. Und das ist sogar die Anreise aus dem fernen Bayernlande wert.

    Gestern Abend gab’s im Bürgerzentrum in Gründau-Lieblos den von music’n more organisierten Steve-Smith-Workshop. Anlaß war die Vorstellung seines Sonor 30th Anniversary Set.


    Die nette kleine Halle war mit geschätzten 200 Besuchern richtig voll und die Bühne wurde mit zwei Sonorsets bestückt: dem großen Steve Smith-Signature Set und einem kleinen 3007er, das so gestellt wurde, daß man Steve seitlich bei der Arbeit zusehen konnte. Das große Set war mit 3 (!) Overheads und einem Bassdrummikro (geschlossen, Powerstroke 3 Schlag- und Resofell, beide mit Filzstreifen gedämpft) abgenommen. Eins vorweg: Ich fand den Sound fantastisch. Offen mit viel Resonanz und Ton, sehr natürlich.


    Steve begrüßte die Meute mit einer 10-minütigen Einführungsrede, in der er erzählte, was das Publikum zu hören bekommt und - viel wichtiger – einige grundlegende Gedanken zum Schlagzeugspiel und Musikmachen. Heraus zu heben ist die Aussage, daß es Steve immer ums Musikmachen geht. Auch eine Übung am Practicepad sollte musikalisch sein, genauso so wie das Setspiel alleine im Keller oder die Vorführungen in einem Workshop (sehr guter Ansatz, den ich persönlich schon lange verfolge, der allerdings oft nicht von Erfolg gekrönt :-().


    Danach ging’s ans Set und es gab ordentlich Material auf die Ohren. Zunächst ein sehr schönes Mallet-Solo, das fast ausschließlich aus verschachtelten Triolenfiguren bestand anschließend ging’s weiter mit Händen und Sticks. Steve hielt sein Versprechen und machte tatsächlich Musik! Und zwar etwas abseits des Bekannten, mit einem sehr melodischen Ansatz. Erst nach 25 Minuten Solotrommeln wurde das erste „olympische Standardworkshoptrommellick“ abgefeuert.


    Steve stellte vier Themen besonders heraus, bei denen er den Anwesenden etwas mit nach Hause geben wollte:


    Indian Rhythms
    Steve hat sich ausführlich mit indischer Musik beschäftigt und die südindische Rhythmik für sein Spiel adaptiert. Er erklärte die Zählweise (ta-ke-ti-na etcpp) und vermittelte verbal und mit der Aufforderung zum Mitklatschen einige – am Schluß recht komplexe - indische Rhythmen, die er dann am Set umsetzte. Das Publikum hat die Form mitgeklatscht und Steve hat mit diesem Rhythmusschema gespielt – mal eher straight, mal eher „wild“. Am Ende der kleine Reise war man bei einem viertaktigen Schema mit folgendem Aufbau angelangt: 3-5-3-3-3-5-5-5. Steve hat eine für westliche Ohren ungewöhnliche Auffassung für Otto Normaltrommler verständlich rübergebracht. Respekt hierfür und Danke für das geweckte Interesse an einem faszinierenden Thema. In diesem Zusammenhang wies Steve auf Pete Lockett hin, der auf dem letzten Vital Information Album mitspielte, ein echter Crack auf dem Gebiet der Indian Rhythms ist und hierzu auch ein sehr gutes Buch veröffentlicht haben soll (Indian Rhythms For The Drum Set).


    Besen
    Ein kurzes Tutorial an der Snare und später am Set zeigte erst ein paar Basics – fürs Publikum auch zum Selbstwischen auf den Knien - und wie man Besen im Jazz und anderen Stilen – auch mal rockiger – einsetzen kann. Die Gimmicks, wie die inzwischen schon bekannte „Besenrolle“ gab’s natürlich auch und Steve zeigte, wie das Rollen sehr smooth in Grooves eingesetzt werden kann.


    Phrasing
    RLRF - anhand dieses Licks demonstrierte Steve sehr anschaulich, wie man mit einfachen Bausteinen (dieses Ding haben wir doch alle schon gespielt) sehr interessante „Effekte“ erzielen kann. Durch wiederholen, verschieben und Interpretation als Triolen- oder 16tel-Figur dieses einen Licks zeigte Steve, ausgehend von Max Roach über John Bonham, Steve Gadd bis hin zu einem eigenen Journey-Fill, was man mit nur einer Figur so alles anstellen kann. Alles sehr anschaulich und leicht verständlich. Hammer!


    Balance
    Der Meister demonstrierte am Beispiel unterschiedlicher Stile, wie wichtig die richtige Lautstärke der einzelnen Schlagzeugstimmen (BD, Sn, HH, Ride) ist. Sehr schön war das zu erkennen, als er einen Swing spielte und dabei von seinem Standardride zum Flatride wechselte, ohne die Snarelautstärke zurück zu nehmen. Für jeden vernehmbar war zu hören, daß das so nicht paßte. Ein Besucher wollte das Set mal ohne Verstärkung hören und die Balance sowie die Soundqualität war ebenso beeindruckend wie verstärkt.


    Als Zugabe gab’s noch einen Exkurs zum Thema Stickhaltung (Stichworte: Traditional, Matched, Balance Point, Rebound zulassen & immer schön locker bleiben) und eine Soloperformance am Bühnenrand mit „Mr. Hihat“ (falls er mal arbeitslos werden sollte, kann er damit jederzeit bei Roncalli anheuern – spektakulär!)

    Fazit

    Nach 2:20 Stunden war Schluß und eine netter und sympathischer Herr Schmidt hat wohl alle Besucher restlos begeistert. Sein Spiel, seine Persönlichkeit (der Mann hat zweifelsohne Charisma), seine Musikalität, sein Wissen und die Fähigkeit dieses mitzuteilen sind eine seltene und besonders gelungene Kombination. Und wenn wir schon im Hessischen sind, muß das Ganze mit einem Badesalz-Zitat beendet werden: Das war ein dufter Ahabend!


    thx Steve
    fwdrums

    Ich hab's schon mal gesenen und bei ~3:15 muß ich weg. Iich ertrag's einfach nicht, wenn einer der größten Rockgitarristen - der Mann der SOTW schrieb!!! - sich vollkommen entblödet.
    Solche Bilder von RB solten polizeilich verboten werden (hat der mann keinen PR-Berater?)!
    Ich höre mir jetzt - sry - Made In Europe an - das beruhigt mich wieder.


    fwdrums

    Ich kann Geralds Haltung verstehen, doch anders wär's mir lieber.


    Hier mein Senf:
    1. Gerald hat eine große Kenntnis der Materie.
    2. Wenn er was auf Herz und Nieren prüft, geschieht das immer sehr plausibel und sehr fair.
    3. Es bleibt jedem Leser überlassen, ob er die letztendliche Bewertung von Gerald übernimmt oder nicht. Die differenzierte Darstellung Geralds läßt ja auch immer Raum für eigene Überlegungen.
    4. Ein Test von Produkten, die man selbst endorst verbietet sich von selbst (das steht ja auch gar nicht zur Debatte).


    Was spricht dagegen, daß Du, Gerald, weiterhin über "Konkurrenzprodukte" schreibst? Nur ein Böswilliger kann Dir schlechte Absichten unterstellen. Beweisen wird er es Dir nie können, wenn Du Deiner Linie treu bleibst (und nichts spricht dafür, daß sich das ändert). Wenn sich jemand halbwegs ernsthaft mit dem Thema Drums befasst, wird er schnell feststellen, daß da nicht ein Endorser sein Horn bläst, sondern ein Freak mit Herzblut das tut, was er eigentlich tun muß.


    Also Alter: Laß uns nicht im Stich, die Welt ist schlecht genug!
    fwdrums

    So wie ich es höre, haben sie das Ding zusammen versemmelt, wobei Platz 1 an den Gitarristen geht. Richtig in time is dat allet nich...
    Wenn Du als Aushilfe spielst, solltest Du Dich imho erst ma auf das Wesentliche konzentrieren. Also sieh zu, daß die Nummer ordentlich shuffelt. Für mich wäre nicht entscheidend, genau dieses Fill zu spielen, da es kein Signature-Fill für den Song ist (wie z. B. das Teil bei In The Air Tonight - ja ich weiß, das paßt super hier hin). Spiele was Geschmackvolles, das Du sicher beherrschst, damit ist der Musik am meistn gedient.


    Keep On Groovin'
    fwdrums

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    Dio ist im übrigen selbst heute noch eine Referenz. Und man sollte bedenken, daß Dio schon 1975 bereits über 30 Jahre alt war, d.h. der marschiert momentan stramm auf die 70 zu und rockt nach wie vor das Haus. Es gibt aktuell eine sehr schöne DVD auf der er die gesamte Holy Diver nebst einigen Rainbow Songs runterspielt, sehr genial das ganze...edith sagt: 66 Jahre als ist er momentan.


    1975 zählte Ronnie 26 Lenze und ist heute immer noch frisch mit 59 (*10.07.1949).


    fwdrums

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    Die 3 Songs zusammen für mich Beleg genug, warum Rainbow der ohnehin schon tollen Musik von Purple sogar überlegen war (auch wenn Fwdrums wieder den Kopf schütteln wird :)
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    Na klar muß ich da den Kopf schütteln :) Aber Rainbow hat natürlich prima Sachen gemacht. Die ersten drei Scheiben sind richtig gut. Leider haben sie dann den Pfad der Tugend mehr und mehr verlassen, wenn auch handwerklich im bestens umgesetzt. Der Tiefpunkt in Ritchies künstlerischer Entwicklung ist Blackmore's Night. Das kann er nur noch mit Muikantenstadl toppen.


    Egal, die ersten drei Platten sind super und das war eine klasse Band. Allein das ist aller Ehren wert (und wenn man erst bedenkt, was er bei DP geleistet hat - nicht zu fassen :-)).


    O-Ton Rainbow: Long Live Rock'n Roll! Jou
    fwdrums