Ich hatte es so verstanden, dass Ash etwas
"im Stile von... " spielen soll. Ich kann mir
nicht so ganz vorstellen, dass Ash Soan
einfach ein paar Gadd-Grovves abknäulen
sollte.
fwdrums
Ich hatte es so verstanden, dass Ash etwas
"im Stile von... " spielen soll. Ich kann mir
nicht so ganz vorstellen, dass Ash Soan
einfach ein paar Gadd-Grovves abknäulen
sollte.
fwdrums
Ash macht uns den Steve.
fwdrums
Top-Video!
Für mich steht der Inhalt über ein paar
leichten Sprachversehen.
Weiter so
fwdrums
Ich hab mir vor langen Jahren
die Ian Paice Signature von Pearl
gekauft.
Hat nix gebracht.
fwdrums
Ja, das kennen wir alle. Und das ist wirklich nicht schön.
Und was schließt Du daraus? Dass aufgrund der Tatsache,
dass Herr Rich alle Grenzen überschreitet, es andere
Bandleader ihm gleich tun? Ich bin mir sicher, dass
man noch ähnliche Beispiele von anderen finden wird.
Ich bin mir aber auch sicher - ohne es auch nur ansatzweise
belegen zu können, dass das Ausnahmen sind.
Ich glaube an Steve God und das Gute im Menschen
fwdrums
Na ja, wie man's nimmt. Ich vermute, dass
mehr Leute zu einem Plattenleger gehen
werden, als zu einem Weckl-Workshop.
Das ist beim Salär nicht ganz unwesentlich.
fwdrums
Selbst Weckl hat damals nicht ständig solch
lukrative Jobs gespielt. Macht er ja heute auch
nicht. Zudem darf man nicht vergessen, dass
es zwischendurch auch Leerzeiten gibt. Übers
Jahr betrachtet isses dann nicht mehr gar so
viel. Und es gibt immer eine gewisse Unsicherheit.
Die hat der stellvertretende Abteilungsleiter
der Unteren Wasserbehörde im Kreis Diepholz
nicht. Dafür darf der halt nicht mit Paul abhängen.
Mir wurde mal zugetragen, dass Weckl für einen
Workshop 1500 Dollar aufruft, plus Nebengeräusche.
fwdrums
Weckl bekam für die Paul-Simon-Tour in den 80ern
4.500 Dollar die Woche.
fwdrums
die_happy: Ja, hat mich auch gefreut.
Wir müssen Maddin zu einem Mittelhessen-
stammtisch (aka MHS) überreden- ![]()
Frank
@Fw, aus diesem Grund sind wir uns auch nie über den Weg gelaufen, denn mich interessieren irgendwelche Drum-Performances i.d.R. null komma null.
Dagegen hab ich Spaß, diversen Krempel zu durchstöbern. Und zur vollen Stunde bin ich meistens raus eine rauchen.
Moin Hochi,
falls Du nächstes Jahr in Frankfurt dabei bist,
müssen wir das besser machen. Ich werde eine
rote Nelke im Knopfloch tragen oder mir eine´
Kuhglocke um den Hals hängen. Alternativ könnte
man auch kommunizieren, so dass man sich an
neutralem Ort treffen könnte.
Frank
Hi Dennis,
das Problem mit der Lautstärke ist imho eher der
Undiszipliniertheit denn der Unkenntnis zuzuschreiben.
Die Hinweise waren für mich an mehreren Stellen
sichtbar und verständlich. Und wenn ich das mitkriege,
kann das jeder mitkriegen.
Die Information haperte an anderer Stelle. Ich wollte Nils
aufsuchen und wusste, dass er am Adoro-Stand zu finden
sein wird. Auf dem Hallenplan auf der Homepage war der
Stand in der Liste verzeichnet, ich konnten ihn aber auf
dem Lageplan nicht finden. Ja, ich bin doof. Also hab ich
einen der Herren, die T-Shirts mit dem "Europe Drum Show"-
Logo trugen gefragt. Der konnte mir mitteilen, dass der
Adoro-Stand in der Halle ist. Das ist ja schon mal gut.
Die Dame am Info-Stand wusste gleich gar nix. Ein weiterer
Herr aus der Veranstalter-Crew konnte mir zumindest
mitteilen, in welchem Gang er den Stand vermutete. Er hatte
Recht und ich habe Nils getroffen. Das bringt jetzt keinen um,
aber etwas fluffiger darf die Informationsgewinnung durchaus
rüberkommen.
Viel mehr kann ich zur Ausstellungshalle nicht sagen. Ich bin
an den zwei Tagen vier- fünfmal durchgelaufen, war erstaunt,
wie laut so eine Horde Wildgewordener sein kann und habe
an drei Ständen Station gemacht: Meinl: Dort habe ich die
gewachsten Sticks in die Hand genommen und keinen Unterschied
zu lackierten feststellen können, bei Adoro, um Nils zu treffen.
Und bei Deinen Stand, weil ich Dir meine Ehrerbietung erweisen
und mal so eine unfassbare Snare aus der Nähe sehen wollte.
Ansonsten hat mich Equipment nicht interessiert. Das hat mich
selbst überrascht. Ich hätte tausend Sachen in Augenschein
nehmen und dies und das mal "antesten" können. Es hat mich
Nullkommanull gereizt. Ich habe trommelmäßig wirklich alles,
was ich zum Glücklichsein brauche.
Das ist wirklich deprimierend.
fwdrums
Einmal Vollbedienung bitte: The Europe Drum Show
Ich habe mir die komplette Packung gegeben und mir so viel
wie nur möglich eingeschenkt. Anreise Freitag, Show Sa & So,
Abreise heute früh. Hin- und Rückfahrt mit Stau und Umleitung
knapp zehn Stunden. Zwei Tage Urlaub. Unterm Strich ein
teures Unterfangen, aber für mich jeden Aufwand und Cent
wert. Allerdings würde ich es nicht ein zweites Mal machen.
Ich wollte mir nach langen Jahren wieder so ein Nerd-Event geben.
Die Veranstaltung fand in zwei großen Hallen der Messe Friedrichshafen
statt, eine Halle als Ausstellungsraum, eine für die Trommelei. In der
Trommelhalle gab es ein großes bestuhltes Auditorium mit fetter PA
und ordentlich Licht. Auf dieser Main Stage gab es die "Artists" zu
sehen. Eine Etage höher waren zwei etwa je 300 Quadratmeter große
Räume für Masterclasses und Worshops vorgesehen.
Nachwuchs nach vorne
Los ging's am Samstagmorgen um 9:30 Uhr mit dem Nachwuchswettbewerb
unter dem kreativen Titel "Germany's Next Top Drummer". Fünf junge
Trommler zwischen 11 und 18 gaben ihr Bestes und sie haben es alle gut
gemacht. Double Bass ist schwer angesagt bei der Jugend, habe ich festgestellt.
Den ersten Platz heimste der 11-Jährige ein.
Main Stage
Vorweg: Meistens haben die Protagonisten zu Playbacks gespielt. Freie Soli
waren die Ausnahme. Ein anderes Format ist mir auf der Main Stage nicht
begegnet. Allerdings habe ich nicht alle Performances gesehen.
Darby Todd war der erste Act auf der großen Bühne. Er ist der
Trommler von Devin Townsend und Dream-Theater-Tastenmann Jordan
Rudess und The Darkness. Die kenne ich alle, aber ich muss gestehen,
dass mir Herr Todd bis dato unbekannt war. Der Herr hat ordentlich was
abgeliefert, mein lieber Scholli. Groove, Power, Technik – Mannomann.
Und ein sehr freundlicher und netter Zeitgenosse ist er obendrein.
Kategorie: Nettes Monster
Jost Nickel lieferte das, was man von ihm erwarten konnte:
super genagelte Grooves, sehr kreatives Spiel innerhalb der
Songs, super Sound und: ELEGANT. Bei Jost sieht alles ganz einfach
und spielerisch aus. Zudem ist er was die Bewegungen anbelangt
ein Ästhet. Jost Nickel ist für mich eine riesen Nummer.
Kategorie: Elegantes Monster
Auf Greyson Nekrutman war ich sehr gespannt. Auch er lieferte,
was bestellt war: Seine superbe Jazzlicks-Sammlung einerseits
und Sepultura-Geballer (War es Sepultura?) auf der anderen
Seite. Dass er bei den heavy Sachen reinlangt wie ein Holzfäller – ok.
Dass er das bei seinen Jazzdingens auch so macht, hat mich echt
überrascht. Klar, nicht so hart wie bei dem Ballerkram, aber doch
viel, viel mehr, als ich erwartete. Insgesamt sehr unterhaltsam.
Kategorie: Metal-Jazz-Monster
Die Schlange vor Beginn der Darbietung von Eloy Casagrande war
beeindruckend lang. Gemessen daran, war er wohl der unbestrittene Star
der Veranstaltung. Ja, absolut beeindruckend, mit welcher Power und
Geschwindigkeit er seinen komplexen Kram in den Bühnenboden
hämmerte. Wie sacht man so schön auf Neuhochdeutsch: Abgeholt hat
er mich nicht. Ist halt Geschmacksache.
Kategorie: Everything louder than everything else
Am Sonntag war Eric Moore der erste, der die Bühne enterte. Viel,
schnell laut, super Technik & Koordination, netter Kerl. Aber trommlerisch
nicht mein Fall. Genauso Virgil Donati. Dazu schreibe ich nichts.
Jojo Mayer habe ich nur den Schluss gesehen. Er klingt super gut, und groovt
wie die Hölle. Sein Elektrolurch-Kram berührt mich leider nicht. Schade.
Auf Steve Jordan war ich total gespannt. Leider war es für mich die große
Enttäuschung. Auf der Bühne standen zwei Sets, eins davon mit Bassdrum,
Snare, Hihat und Ride. Darauf spielte Steve zu Beginn mehrere Minuten lang
einen Groove: Achtel HH / Ride, BD 1 und 3, Snare 2 und 4. Na klar hat
das gegroovt. Es ist ja auch Steve Jordan. Aber den Witz hat Chad Smith
schon vor 20 Jahren auf einem Modern-Drumming-Meeting erzählt. Macht
ja nix, über gute Witze kann man auch zwo mal lachen. Aber das war's auch
schon, was Steve gespielt hat. Er hat erzählt, dass es um da Grove und da Groove und da Groove
geht. Ja, das ist schon klar, Steve. Das wusste ich bereits und deswegen bin
ich ja in Deine Veranstaltung gerannt. Dann hat er noch viele Fragen aus dem
Auditorium beantwortet, die für mich persönlich vollkommen irrelevant waren.
Die Antworten waren mit der ein oder anderen Anekdote geschmückt und…ja gut.
Ein paar Trommler kamen auf die Bühne, haben was gespielt und selbst
ein Tauber hätte sagen können, woran es mangelt. Steve ist ein cooler Hund
und ein überragender Trommler. Aber das war eine vergebene Chance. Steve
hat eine der - nach meinen Maßstäben – besten Trommel-DVDs produziert:
"The Groove Is Here". Darauf spielt er zu meist bekannten Songs, die er aufgenommen
hat und erklärt – nichts. Muss er auch nicht, weil es total augenfällig ist, um was
es geht. Ach, hätte er wenigstens für zehn Minuten so was gemacht…
Masterclasses
Samstags um 12 Uhr war Bertram Engel an der Reihe. Er hat total abgeräumt.
Ich kenne natürlich viel Kram, den er gespielt hat, habe sein Buch gelesen,
bin aber kein Berte-Fan. Auch weil er manchmal recht breitbeinig rüberkommt
und mir sein Getue von wegen, "es ist einfach, was ich mache, aber brutal schwer",
auf den Senkel geht. Ich bin jetzt bekehrt und erster Vorsitzender der
Berte-Engel-Fan-Clubs Sektion Mitte. Er hat zu ein paar Nummern gespielt und
verklickert, was und wie und warum und man konnte das alles genau hören.
Highlight war ein Stück dass er mit Carl Carlton's Songdogs aufgenommen hatte.
Mit an Bord waren damals Bassist Wyzard und Gitarist Moses Mo von Mother's Finest.
Das war richtig geil. Und schöne Anekdoten gab's auch noch. Hut ab, Berte!
Bei Ralf Gustke hat leider die Technik nicht mitgespielt. Das kann vorkommen
und ich habe sowas als Zuschauer schon oft erlebt. Was ich nicht verstehe:
Warum hat man da keinen Plan B? Ralf hat sich dann mit zwar sehr interessanten
Themen über Wasser gehalten, allerdings waren die nicht sehr gut erklärt.
Seine Herangehensweise an Ungerade Metren waren sehr interessant, hätten
aber für meinen Geschmack etwas langsamer und tiefer erklärt werden
müssen. Wirklich schade. Und Ralf Gustke ist ein absolut tierischer Drummer,
der hierzulande leider etwas unter dem Radar läuft.
Die spanisch-brasilianische Trommlerin Ra Tache kann gut trommeln, allerdings
musste ich nach kurzer zeit gehen, weil es so affig laut war, dass ich es selbst
mit Gehörschutz nicht mehr ausgehalten habe. Hier mal ein Tritt in den
Hintern der Veranstalter: Was erlaubt Ihr Euch?!?! Seid Ihr noch ganz frisch?
Das grenzt an Körperverletzung, was Ihr da treibt!
Rick Latham war für mich auch ein Highlight der Show. Er hat eine blitzsaubere
Technik und groovt noch immer wie die Hölle. Er hat seinen kram super
erklärt und vieles mit einem Bassisten demonstriert. Dazu wurden ein paar
Gadd-Licks und Angeber-Fills seziert – wirklich prima.
Education Room
Mike Johnston ist ein super Lehrer. Er hat beispielsweise Fills und Dynamikkonzepte
erklärt und demonstriert und zwar auf eine Art und Weise, dass es jeder
verstehen konnte. 100 Punkte
Claus Hessler: Ich muss vorweg schicken, dass ich hier nicht objektiv bin und
schon seit Jahrzehnten der Sekte der Clausianer angehöre. Claus Hessler
hat ein neues Buch geschrieben zum Thema Collapsed Rudiments. Die Idee
dahinter ist, Rudiments an bestimmten Stellen auf der Zeitachse zusammenzuschieben
oder zu dehnen. Dabei bleibt das Sticking unverändert. Er hat das an ein paar
Beispielen demonstriert und gezeigt, dass der Blushda, der durch Tony Williams
bekannt wurde, bereits so ein Collapsed Rudiment ist. Claus meinte, dass
Collapsed Rudiments keine Liste ist, sondern ein System. Dazu gab es zum
Abschluss noch ein Solo… pffff.
Dann hat noch der Spanier Miguel Lamas einen aufgerührt, dass einem
Sehen und Hören verging. Nochmal unfassbarer Kram in Lichtgeschwindigkeit.
Und sympathisch ist er auch noch (trotz Cucurella!). Mit Rudiments habe er
nix am Hut meinte er und mit der Doublebass wäre er lausig. Ich hätte
gerne seine Probleme.
Alles in bester Stimmung mit dem unglaublichen Nils
Nils kenne ich schon lange Jahre. Ich habe ich am Adoro-Stand aufgesucht und
nach dem dort angekündigten Stimm-Workshop gefragt. Weil es so laut war
sind wir nach draußen hinter die Messehalle gegangen. Dort gab es für mich
exklusiv einen Stimm-Workshop von Nils. Ich bin mit Nils' Herangehensweise
und Stimmphilosophie bereits durch DF-Workshops, Bücher und auch seine
Ausführungen hier im DF vertraut. Aber es haut mich doch wieder vom Hocker,
wenn er einem das in natura vor Augen führt. Mit minimalen Drehungen stimmt
er ein Tom durch die verschiedenen Zonen. Und von dem abgesehen ist Nils
einer der nettesten und freundlichsten Menschen, die ich kenne. Und ein
schlauer Zeitgenosse ist er obendrein.
Kategorie: Outstanding Planet Nils
Dies & das
Die Veranstaltung war super organisiert und auch der Preis imho vollkommen
angemessen. Ja, nächstes Jahr soll die Show in Frankfurt über die Bühne gehen.
Die riesige Halle 5 sei dafür vorgesehen. Na gut. Ich werde dort sein.
Konzeptionelle Schwächen
Zu Playbacks vor Zuschauern zu spielen ist ein bewährtes Rezept. Es ist aber auch
schon uralt und ich finde, etwas eindimensional. Zumal die Playbacks für meinen
Geschmack im Vergleich zum Schlagzeugsound viel zu leise waren. Ja klar, das ist
eine Trommlerveranstaltung und es ist in Ordnung, wenn die Drums im Vordergrund
stehen, aber so wie es auf der Main Stage war, war es mir viel zu extrem.
Noch mal ein Schritt zurück: Was spricht dagegen, dass mal mehrere Top Acts etwas
Gemeinsames auf die Beine stellen und auf der Bühne zum Besten geben?
Zudem gibt es viele Drums- und Percussion-Acts, die absolut sehens- und hörenswert
sind. Ich finde eine inhaltliche Weiterentwicklung stünde solchen Veranstaltungen bestens zu Gesicht.
Und über die Kategorien "Masterclasses" und "Workshops" sollte man nochmal
nachdenken. Manchmal waren das einfach nur Performances, wie etwa bei
Miguel Lamas. Naja, Rubrizierung wird im Allgemeinenüberschätzt. :I)
Ich hör jezz ma auf, ist schon wieder viel zu lang.
fwdrums
Zu wenig Zappa gehört in deinem Leben?
Ja bestimmt, denn niemand kann wirklich
genug Fränk hören. Im Großen und Ganzen
bin ich mit dem Werk das Meisters ganz gut
vertraut und darf so ziemlich alle regulären
Veröffentlichungen zu Lebzeiten mein eigen
nennen.
Eine deutliche Zappa-Nähe von MM gibt es imho
vor allem bei den ersten Soloplatten. Fränk
hat es sehr oft meisterhaft verstanden Unter-
schiedliches elegant zu vereinen. So ganz den
Zusammenhang zu Aristocrats, so wie Du ihn
offensichtlich siehst, kann ich da nicht herstellen.
Ansonsten bin ich da ganz bei Trommla. Und
gefrustet, dass ich Vieles nicht kann, was andere
können, bin ich sowieso nicht. Ich höre ja auch
nicht auf Fußball zu glotzen, nur weil es Ronaldinho-
Videos gibt (Ich sag's besser dazu: Ironie &
unlautere Verdrehung).
fwdrums
Kennst du auch die Studio-Alben oder war das Konzert dein einziger Eindruck von der Band?
Ich habe ein paar CDs, kenne ein paar weitere
und habe die Band schon live gehört.
fwdrums
Wenn man es nicht hingeschrieben hätte,
hätte ich es nicht bemerkt.
fwdrums
Ja so ein Mist...
Fränk!
Ja, Du hast natürlich Recht. Ich muss zu meiner
Schande gestehen, dass mir dieses "Zusammen-
nageln" in dieser Krassheit erst jetzt so richtig
aufgestoßen ist. Manchmal will ich bestimmte
Sachen auch nicht wahrhaben, obwohl ich es
im tiefsten Innern bereits spüre: Es kann nicht
sein, was nicht sein darf. ![]()
fwdrums
Aristocrats am 9. April 2026 im Colos-Saal oder:
Das Problem bin ich.
Marco Minnemanns Tun verfolge ich schon ewig.
Freaky Fucking Weirdoz, Illegal Aliens, viele Solo-
platten, Buch, DVDs, die Sachen mit Mike Keneally,
Steve Wilson, Paul Gilbert, Satriani etcpp.: steht alles
im Schrank. Ich halte ihn für einen der Top-Top-
Player auf unserem Planeten. Bei Koordination
und Geschwindigkeit ist er ganz vorne mit dabei.
Aristocrats habe ich schon auf der letzten Tour in
Mainz gehört.
Jetzt lief die Truppe im Colos-Saal in Aschaffenburg
ein und der war knackevoll. Das Publikum stand
sehr dicht gedrängt bis zur Eingangstür. Ich hatte
einen Platz ganz vorne ergattert, keine zwo Meter
vom Bühnenrand, mittig, genau vor Marcos fettem
DW-Set.
Die Band kam raus, war bestens gelaunt und hatte
den Schalk im Nacken. Es lief ein Playback und die
Mannen stiegen peu a peu ein und los ging die wilde
Fahrt. Was Minnemann in der Trommelwelt ist, ist
Guthrie Gowan im Universum der Gitarristen. Out-
standig und ganz vorne dabei. Es ist wirklich kaum
zu fassen, was die beiden da abreißen. Eine spiel-
technische Sensation jagt die nächste, hier noch eine
metrische Modulation, dort noch ein eigentlich
unspielbares Lick in Lichtgeschwindigkeit. Für Freunde
höchster Virtuosität ist ein Aristocrats-Gig de facto
ein Dauerorgasmus. Der Bassist Bryan Beller spielt
auch virtuos, aber nicht auf dem abgedrehten Level
wie die beiden anderen Irren. Sein Job ist es, den
Laden zusammenzuhalten.
Die Stücke der Band sind hochkomplex und - ja
hochkomplex. Und da fängt für mich - und ich betone
ausdrücklich: für mich - der Ärger an. Es gibt wirklich
massenhaft tolle Parts in den Stücken und auch
wunderbare und clevere Übergänge - top, top, top.
Es gibt aber auch Sachen, die ich grauenhaft und total
unpassend finde. Da werden Teile zusammengeschraubt,
die nicht zueinander passen wollen. Die Kompositionen
wirken bisweilen brutal zusammengenagelt, stellenweise
ist es für mich eine Aneinanderreihung "unspielbarer"
Licks. Hier noch mal 53 über 47, da noch ein 11er eingebaut,
dort noch ein 128tel Unisonolick reingeflanscht. Das ist
für mich zu viel Zirkus Roncalli und zu wenig Musik.
Ihr dürft mich gerne steinigen und in die Hölle stoßen
für meine harschen Aussagen. Und ich weiß auch, dass
ich das Problem bin und nicht die Band. Der Reaktion nach
zu urteilen, war ich wohl der einzige im Colos-Saal, der das
so empfand. Meine Sicht der Dinge auf höher, schneller,
weiter hat sich wohl etwas verändert und was ich hier
schreibe ist vergleichbar mit der Kritik des Vegetariers
am Wiener Schnitzel. Trotzdem habe ich höchsten Respekt
vor der Truppe, aber ich muss mich jetzt erst mal erholen.
Die nächsten Colos-Konzerte, für die ich Karten habe sind
Simon P. und Eric Johnson. Ich hoffe, dass das gut geht.
Vom CS-veranstaltet wird auch das Konzert von Vonda
Shepard, das im wundervollen Stadttheater Aschaffenburg
stattfindet. Das wird ganz sicher seeeehr relaxt.
fwdrums
Ich schreib den ganzen Kram um die Uhrzeit, weil ich
aufgrund seniler Bettflucht nicht mehr schlafen kann,
unnütz im Hotel rumhänge und die Europe Drum Show
erst um zehn aufschließt.
Sa + So
fwdrums