Zitat
Original von cancer
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in irgendeiner stelle sagt er auch, dass man seine emotionalität bei seite stellen muss und sich selbst unter kontrolle hat. das fand ich unangenehm...
Hallo cancer,
über diese Stelle bin ich auch gestolpert. Und Stefan Schütz hat damit was Wichtiges erreicht: Man denkt drüber nach, man diskutiert darüber. Gefühl und Kontrolle sind für mich keine unvereinbaren Gegensätze. Ein Beispiel: Steve Gadd spielt für meine Begriffe oft sehr gefühlvoll und trotzdem kontrolliert. Er hört zu, reagiert und agiert auf eine musikdienliche Weise. Und das, was er tut hat er unter Kontrolle - "er weiß, was er tut" - hier besser: er erfühlt es. Dies aber bestimmt nicht im Sinne eines exakten im Vorhinein geplanten Abrufens vorgefertigter Parts, sondern spontan aus der Situation heraus. Jetzt kommen wir zur Technik. Damit das alles funktioniert, braucht man eine profunde Technik. Je besser, desto besser
Mit einer überragenden Technik ist's wie mit Beton: Es kommt darauf an, was man daraus macht (die Negativbeispiele seelenloser Technikmonster kennen wir alle). Man kann sich den "Luxus" des emotionlaen Spiels erst erlauben, wenn man sein Handwerkszeug zusammnen hat. Wenn man nur selbstverliebt sein Handwerk anwendet, bleibt man Handwerker. Man wird nie Künstler werden. Insofern gibt es für mich ein produktives Miteinander von Gefühl und Kontrolle.
In engem Zusammenhang stehen für mich hier die Aussagen des Buches zum gleichzeitggen Spielen und Zuhören - vielleicht der wichtigste Aspekt des Buches.
Ja, das ist ein tolles Buch, über das man noch viel schreiben kann 
Keep On Groovin'
fwdrums