Bei mir ist es zwar schon ziemlich lange her, dass ich angefangen habe, aber für mich hört sich das an, als ob Du Dich selbst blockierst, und zwar durch die Angst, das in der Musik auf Dich Zukommende (irgendein Break, Fill etc.) nicht richtig spielen zu können. Und sobald Du diese Befürchtung hast, verkrampfst Du. Das hört man am Mikrotiming, an verhaltenem Spiel, an Ungenauigkeiten etc.
Aber weshalb solltest Du Dich blockieren? Zunächst kommt es darauf an, dass Du einen guten Groove spielst, viel mehr machen viele andere, aber durchaus berühmte Schlagzeuger auch nicht, und das ist musikalisch gesehen auch unsere Aufgabe. Ich habe auch lange Zeit gemeint, kompliziert spielen zu müssen, damit ich selbst und auch jeder andere weiß, wie gut ich irgendeine musikalisch anspruchsvolle Sache kenne. Doch das ist unklug. Durch eine Mitwirkung in einer Blues- und Funkband bin ich darauf gekommen, mich deutlich zu reduzieren und mich zu konzentrieren (und zurückzunehmen) auf den Groove, und siehe da, es funktioniert prima. Oft ist es viel besser, den Groove durchzuspielen, als komplizierte Figuren "mitzuklopfen", denn wenn alle daran Mitwirkenden auch nur eine Winzigkeit aueinanderliegen, fängt es an zu wackeln, und sofort ist der Groove weg.
Was ich sagen will: konzentriere Dich auf die Begleitung, habe Spaß daran, werde sicher, habe keine Angst davor, etwas nicht zu können, spiele das, was Du gut kannst (es heißt ja auch Musik spielen, das ist viel besser als Musik machen). Mit der Zeit wirst Du immer sicherer und kannst Dich dann auch mehr trauen. Wenn Du Dich nicht traust, spielst Du nicht, dann hast Du keine Übung (und das ist das zentral Wichtige), dann klappt es nicht gut, dann traust Du Dich nicht .... Durchbreche den Teufelskreis. Ich drücke Dir die Daumen, lass Dich nicht entmutigen!