Also mir sind hochglänzende Becken immer ein wenig suspekt. Ich stehe auf handgeschmiedete Teile, und alles was strahlend glänzt, sieht für mich nach Industrieware aus. Und das ist für mich klanglicher Einheitsbrei, oft zu blechern, zu eindimensional oder zu höhenbetont ... Ich bin da sicher ungerecht, aber das sind für mich eben Erfahrungswerte. Natürlich gibt es auch andere, glänzende Becken, die wunderbar klingen.
Kurz und gut: ein Becken braucht für mich Patina, das steht auch für Charakter. Mit Patina darf man nicht verwechseln den Siff, den manche für Patina halten. Man sollte Vintage ja auch keinesfalls mit Schmuddel gleichsetzen. Daher reinige ich die Becken bei Bedarf von Schmutz und Staub gegebenenfalls mit Wasser und ein wenig Seife. Im übrigen berühre ich meine Becken auch während des Spielens mit den Händen, da kann man tolle Sounds produzieren. Bei guten Bronzelegierungen lässt sich dabei allerdings auf Dauer nicht vermeiden (will ich auch nicht), dass Verfärbungen auftreten. Der Transport erfolgt natürlich immer nur geschützt, ich habe allerdings Beckentaschen gegebenenfalls auch schon aufgepolstert. Und natürlich kommt immer ein Schutz zwischen den Dorn des Beckenständers und das Becken. In jedem Baumarkt gibt es durchsichtige, stabile Schläuche mit 6 und 8 mm Innendurchmesser für einen Euro pro Meter, damit kommt man im Laufe seines Drummerlebens ziemlich weit. Ich habe mehr als 20 hochwertige Becken, und keines hat ein Keyhole, das bei mir entstanden ist.